Kategorie: Schloss

Infos übers Schloss und anstehende Arbeiten.

  • Codename WC

    Toi Toi-WCs sind zwar eine adrette Zwischenlösung, aber so richtig gerne benutzt die (spätestens am 2. Party-Tag) niemand, oder? Mit Blick auf den anstehenden Captain’s Rave und die Tatsache, dass zwischenzeitlich ein Klo im Haus den Geist aufgegeben hat, wollten wir uns was Besseres bzw. Permanenteres einfallen lassen. In fröhlicher Runde mit unserem unersetzlichen Star-Architekten David und unserem lokalen Sanitär-Profi enstand am Mittagstisch ein möglicher Lösungsansatz, der schwupps skizziert und nun schon in die Tat umgesetzt wird. Ein paar Bilder der Action findest Du nachstehend, in spätestens vier Tagen muss das Ding stehen und einsatzfähig sein, drück‘ uns die Daumen!

     

     

  • Dé-chêne-é…

    Quercus cerrisWir erlauben uns ein kleines Wortspiel, da wir unseren Traum im Land der Eichen (frz. chêne, lat. quercus) entfesselt haben: Den Park und überhaupt den ganzen Landstrich zieren zahlreiche Baumriesen, die mit ihren imposanten Stämmen und Kronen ganz einfach Ehrfurcht gebieten. Tatsächlich ist die Eiche DAS Aushängeschild der hiesigen Forstwirtschaft und bedeckt über 400’000 ha des in Privatbesitz befindlichen Waldes.

    Symbol der Ewigkeit. Eichen besassen schon im Altertum eine grosse Symbolkraft. Ihr hartes Holz und ihr spät fallendes Laub machten sie zum Symbol für Unsterblichkeit und Standhaftigkeit. Ein Eichenleben umfasst etwa 30 Menschengenerationen, die älteste Eiche in Europa soll die 1000-jährige Eiche Bad Blumau sein. In jüngerer Zeit, besonders seit der Romantik (Friedrich Gottlieb Klopstock), gilt die Eiche als Symbol der Treue, weshalb Eichenlaub oft auf Orden zu sehen ist.

    Mythologie. Bei den verschiedenen Völkern in ihrem Verbreitungsgebiet wurde dieser Baum früh mit blitztragenden Göttern oder Götterfürsten in Verbindung gebracht, was der Volksmund im (wissenschaftlich allerdings nicht belegten) Sprichwort „Von den Eichen sollst Du weichen, die Buchen sollst Du suchen“ zum Ausdruck bringt:
    • Bei den alten Griechen galt die Eiche als Baum des Zeus. In der antiken Stadt Dodona in Epirus befand sich das Eichenorakel, wo drei weiss gekleidete Frauen aus dem Rauschen der Blätter der heiligen Eichen die Stimme des Göttervaters vernahmen. Die ebenfalls der griechischen Mythologie entstammenden Waldnymphen, die Dryaden, verdanken ihren Namen dem griechischen Wort drys für Eiche.
    • Bei den Kelten war die Eiche ebenfalls der Baum des Himmelsherrschers und Wettergottes Taranis. Durch den römischen Geschichtsschreiber Plinius d. Ä. (23/24 – 79 n.Chr.) ist überliefert worden, dass die Kelten ohne Eichenlaub gar keine kultischen Handlungen vollzogen. Die sakrale Bedeutung der Eichen für die Kelten ist auch daran zu erkennen, dass das keltische Wort für Priester (Druide) von duir (Eiche) abgeleitet ist. Auch die Wörter Türe und Tor haben ihren Ursprung im keltischen duir. Reine Fiktion ist hingegen der sogennannte „Keltische Baumkreis“: Die heute bekannteste Form dieses Horoskops geht vermutlich auf eine Artikelserie der französischen Journalistin Paula Delsol zurück, die 1971 im Auftrag des Mode- und Lifestyle-Magazins „Marie Claire“ eine Reihe von Horoskopsystemen erfand, die „alten“ Kulturen nachempfunden waren.
    • In der nordischen Mythologie ist die Eiche dem Donner- und Kriegsgott Thor geweiht. Bei den Germanenstämmen Mitteleuropas wurde er Donar genannt. Der Legende nach fährt dieser mit einem Ziegenkarren über den Himmel, wodurch der Donner entsteht und schickt Blitze zur Erde. Nach ihm ist der Donnerstag benannt, der im Schwedischen entsprechend torsdag heisst. Die Eiche vereinte beide Geschlechteraspekte in sich. Den männlichen in der Symbolik von Kraft, Ruhm und Stolz im Donnergott und den weiblichen in der indogermanische Urmutter Ana, die Mensch und Tier mit ihren Eicheln nährt. Der Legende nach wurde der erste Mensch aus einer Eiche geboren. Die Germanen verehrten ihre Götter im Wald, der ursprünglich 90 Prozent ihres Siedlungsgebietes bedeckte. Es gab heilige Eichenhaine, in denen den Göttern geopfert wurde und die von Unbefugten nicht betreten werden durften.

    Nutzung. Neben ihrer mythischen Bedeutung spielt die Eiche ebenfalls seit der Antike als Heilpflanze eine Rolle. Heilkundige schätzten die Rinde schon vor tausenden von Jahren als blutstillendes Mittel. Bis ins 18. Jahrhundert war die Eiche zudem die wichtigste Wirtschaftsbaumart nördlich der Alpen und wurde entsprechend gefördert. Mit der industriellen und landwirtschaftlichen Revolution verlor sie aber rasch an Bedeutung. Insbesondere im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Eichenwälder der enormen Nachfrage nach Schwellenholz für den Eisenbahnbau geopfert. Das Eichenvorkommen verringerte sich ständig. Als Resultat dieser Entwicklung beträgt heute der Anteil der Eiche am Holzvorrat des Schweizer Waldes gerade noch 2%, was 2001 den Verein „Pro Quercus“ auf den Plan gerufen hat.

    Und was das alles mit Fougerette zu tun hat?

    Ganz abgesehen davon, dass wie eingangs erwähnt zahlreiche Eichen im und rund um den Park stehen, war die Comtesse de Ganay offenbar eine grosse Baumliebhaberin! Dazu zwei Anekdoten: Erstens soll Madame la Comtesse es vorgezogen haben, ein ganzes Stallgebäude abzureissen und neu aufzubauen anstatt einen störenden Baum zu fällen. Zweitens blieb sie diesem Grundsatz auch beim (Neu-)Bau von Fougerette treu und verfügte, dass vor dem Aufschütten des Terrains alle Eichen im Park mit Ziegelsteinmauern vor etwaigen Schäden geschützt werden sollten. Uns selber entspricht die Rolle als „Hüter“ wesentlich besser als diejenige des „Eigentümers“… Wir hoffen sehr, dass es uns gelingt, das reiche Baumerbe für zukünftige Generationen zu erhalten und den Park wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Mit Nicola als botanischem Gärtner steht dafür sicherlich der richtige Mann am Start : )

    Quellenangaben/-verweise: 

    http://de.wikipedia.org/wiki/Eichen
    http://www.foret-de-bourgogne.org/index/action/page/id/496
    http://www.uni-goettingen.de/de/16703.html
    http://www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/eiche, http://de.wikipedia.org/wiki/Keltisches_Baumhoroskop
  • Schatzjagd

    Dass unser Vorbesitzer einen Knall hatte, wissen wir nicht erst seit gestern. Trotzdem hat uns der Mann einmal mehr überrascht: Da fanden wir doch im Keller tatsächlich einen 1998 unter der Treppe eingemauerten „Schatz“ inklusive Brief, adressiert „An zukünftige Generationen“! Von der mumifizierten Ratte mit Geldstück und Marienbild oder den Händen und Füssen der Schaufensterpuppe, die im (auf alt gemachten) Kellergewölbe bzw. im Turm ebenfalls eingemauert waren, wollen wir gar nicht erst reden… Der Fund des Jahres ist es leider nicht, den im Brief erwähnten Louis d’Or und die Cartier-Armbanduhr hat er nämlich letztlich doch lieber behalten, aber unterhaltsam war es allemal. Le grand total:  drei angerostete Billig-Armbanduhren, ein kaputter Taschenrechner, diverse Geldscheine von seinen Reisen, ein antikes Radio, ein antiker Stuhl, einige alte Spielsachen seiner Kinder sowie ein ganzer Stapel Foto-Negative. Nun warten wir gespannt darauf, was sich daraus entwickelt…

  • Anno 1446

    „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“, schrieb der deutsche Gelehrte, Staatsmann und Mitbegründer der Universität Berlin Wilhelm von Humboldt. Deshalb muss un peu d’histoire schon sein, oder? Auch wenn es noch viel zu erforschen gibt, findest Du hier bereits einen ersten Abriss der sicherlich wechselhaften Geschichte von Fougerette. Erstmals urkundlich erwähnt wird das Anwesen 1446, das mit den Grundmauern aus dem 15. Jahrhundert scheint somit gesichert (der Vorbesitzer hat uns bei den Besichtigungen jeweils mit lebhaften Schilderungen beglückt, gemäss seinen Aussagen soll auch der französische Nationalheld Vercingétorix mit seinen Getreuen durch den Park gezogen sein…). Irgendwann im 18. oder 19. Jahrhundert wurde das ursprüngliche deutlich kleinere Haus erweitert und zwar offenbar mit Teilen eines Schlosses, welches zuvor unten an der Durchgangsstrasse stand und  aufgrund der vom Staat erhobenen Fenstersteuer abgerissen wurde. Hoffen wir mal, dass diese nicht wieder eingeführt wird, bisher haben wir uns noch nicht ans Zählen getraut : )

  • Traumschloss im Tagi

    Hey! Heute sind wir im „Tagesanzeiger“ und freuen uns sehr über den gelungenen Bericht: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Zuercher-Partyschloss-im-Burgund/story/12742399. Ein herzliches Dankeschön hiermit auch an die zahlreichen MistreiterInnen von Co-Veranstalter Öppediä und unsere wie immer dynamische Volontär-Crew – Ihr seid die Besten! Die Metamorphose von Fougerette ist in vollem Gange…

  • Was sich so tut

    Doch doch, wir leben noch! Irgendwie fliesst die Zeit hier auf Fougerette in einem anderen Takt… Wir waren emsig wie die bald 350 Bienenvölker unseres Nachbarn Christian, der uns hoffentlich dereinst mit Honig beliefern wird, und haben (nachdem wir ganz nebenbei auch noch einen 32-Tonnen LKW entladen haben) den Keller bereits fast frei gelegt. Dort hat unser lieber Vorbesitzer nämlich ebenfalls mit der Mittelalter-Keule angerichtet. Höchste Priorität geniesst derzeit das Projekt „Strom“ und dies nicht nur aus Bequemlichkeit sondern auch aus Sicherheitsgründen. Was wir da teilweise so gefunden haben, liess uns auch ohne Stromschlag die Haare zu Berge stehen: mit Karton abgedeckte Sicherungskästen, mit Baumwolle umwickelte Kabel und ungesicherte Steckdosen. Dem sagenhaften Einsatz aller Anwesenden sei dank sollten wir bald mit dem Einbau des neuen Trassees beginnen können – merci mille fois à tous! Nachstehend ein paar Impressionen, bald werden wir auch der Kanalisation auf die Spur gehen und ausserdem haben wir seit Anfang Mai rund 20 sehr fotogene junge Häsli (des vrais!) oben im Stall.

  • The Awakening

    Seit Samstag wird Fougerette aus seinem Dornröschenschlaf geweckt: Heiko, Herr der Haustechnik und Reanimations-Spezialist für verlassene Gemäuer, hat dabei das Szepter in der Hand. Läuft das Wasser und wenn ja, wo? Wie viel Druck ist auf der Leitung? Tut die Heizung? Was ist mit  Strom? Die bestehende „Zentrale“ ist ja leider eher als Lachnummer einzustufen. Wir warten etwas atemlos aufs Verdikt… Derweil laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, denn Ende März gilt es ernst! Bettgestelle, Matratzen, Kopfkissen, Duvets, Bettwäsche, Frottierwaren, Waschmaschine, Tumbler, Kühlschrank, Besen, Eimer, Staubsauger, Putzmittel, Schränke, Stühle, Töpfe, Pfannen, Teller, Besteck, Gläser und alle Tassen im Schrank? We certainly hope so : )

  • Facelifting…

    Facelifting…

    Der unvergleichliche David Ambrosius Huber war fleissig! Bereits verfügen wir über Profi-Pläne für das gesamte Haus. Dabei schafft es unser Architekt, Fougerette mit wenigen, wohlüberlegten Handgriffen neues Leben einzuhauchen. Das Resultat überzeugt: eine viel ruhigere Linienführung und insgesamt harmonischere Fassade ohne unnötigen Schnickschnack. Sieht gut aus, oder?!