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  • Ferien(s)pass: 18.-28. Juli 2018

    Du willst Dich einfach nur erholen, viel Grün geniessen und im Schloss die Seele baumeln lassen? Dann ist der Ferien(s)pass genau richtig für Dich. Da Ferien auf Französisch ja bekanntlich „faire-rien“ heisst, passt das wie das Tüpfelchen aufs „i“ ; )

    Das Menü für die sommerliche Tiefenentspannung umfasst Zeit fürs Ausschlafen und den Liegestuhl, Stöbern in der Bibliothek, Klimpern am Keyboard, Planschen im Pool, gesunde Vollwert-Kost, gemütliche Plauderstunden im Baumhaus, verspielte Spielrunden mit der unvergleichlichen Spielbüro-Truppe, Velo-Touren auf den Spuren der Kelten oder was auch immer Dir gerade in den Sinn kommt und passt.

     

     

     

     

    Die Super-Kombi: Ferien(s)pass + Châlon dans la Rue!

    Für Liebhaber/-innen der Strassenkunst haben wir die Ferien(s)pass-Woche 2018 extra nach vorne erweitert, damit der Beginn mit dem Start des kunterbunten und äusserst empfehlenswerten Festivals Châlon dans la Rue zusammenfällt.

    Die Fahrt nach Châlon-sur-Saône dauert mit dem Auto ca. 1h, mit dem Zug 1h09 ab Etang.

     

     
     

    Spielrausch goes Fougerette

    „Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.“
    Jacques-Yves Cousteau, 1910-1997, frz. Meeresforscher und Dokumentarfilmer

    Im Hive sind sie längst schon legendär, die berauschenden Spielabende, welche im Winterhalbjahr regelmässig in geselliger Runde stattfinden. Eh bien, einmal mehr bespielt das Spielbüro im Sommer das ganze Schloss, z.B. mit Skubb, dem Wikingerschach, oder dem beliebten Bingo-Brunching! Es ist garantiert für jeden was dabei : )

     

     

     

     

     

     

    Infos & Kontakt

     

    Wer kann teilnehmen? Das Angebot richtig sich exklusiv an unsere Vereinsmitglieder und solche, die es werden wollen.

    Wo wird übernachtet bzw. was ist mit Essen? Du hast die Wahl zwischen Camping mit Selbstversorgung oder Unterkunft im Haus mit Vollpension. Wir werden 2018 hoffentlich schon frisches Gemüse aus eigener Produktion für Dich zubereiten können!

    Was kostet der Ferienspass? Wir schicken Dir alle Infos gerne auf Anfrage.

    Bitte beachte:

    • Da einige Angebote nur bei genügend Anmeldungen durchgeführt werden, sind wir dankbar, wenn Du Dich bei Interesse möglichst rasch meldest.
    • Nach der Bestätigung sind Anmeldungen verbindlich.
    • Anmeldeschluss ist der 30. Juni 2018.

    Anmeldung / Fragen

    Monika
    contact@fougerette.org
    oder telefonisch
    +41 (0)76 383 12 05
    +33 (0)781 190 192

  • ZRM® goes Fougerette: 21.-23. Juli 2018

    In Zusammenarbeit mit der erfahrenen Trainerin Elisabeth Gasser bieten wir diesen Sommer erneut ein ZRM®-Selbstmanagement-Training an. Wir freuen uns sehr darüber, denn die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) und ZRM ergänzen sich perfekt. Beide Ansätze bringen Dich auf dem Weg zu mehr Selbstwirksamkeit und Mitgefühl ein gutes Stück voran : )

    Das  Zürcher Ressourcen Modell® (ZRM®) wird zur gezielten Förderung von individuellen Handlungspotentialen eingesetzt und ermöglicht es uns, zu lernen, das eigene Fühlen und Verhalten besser zu steuern und in gewünschter Weise zu verändern, damit souveränes Handeln auch in schwierigen und belastenden Situationen gelingt. Das von Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause für die Universität Zürich entwickelte Training ist theoretisch fundiert und und wird laufend durch wissenschaftliche Begleitung auf seine nachhaltige Wirkung hin überprüft.

     

    Über sich selbst hinauswachsen

    ZRM® unterstützt Dich dabei, eine neue Haltung einzunehmen und dadurch Deine Ziele auch wirklich zu erreichen. Der Moment, in dem wir unwiderruflich bereit sind für einen neuen Entwicklungsschritt, nennt das ZRM® in Anlehnung an den römischen Feldherrn und späteren Kaiser Julius Caesar „den Rubikon überschreiten“. Genauso gut könnte er allerdings auch „Vom-10-Meter-Turm-springen“ heissen: Das nachfolgende Video bietet einen grossartigen Einblick in „la comédie humaine“ bzw. genau diesen Moment, in dem die Würfel(-körper) fallen…  ; )

     

    https://www.nytimes.com/video/opinion/100000004882589/ten-meter-tower.html?smid=fb-share

    Programm & Leitung

    „Im ZRM®-Training laden wir unser Unterbewusstsein ein, mit dem Verstand zusammenzuarbeiten. Dazu werden alle Ressourcen, die mit Freude, Lust oder kraftvoller Motivation assoziiert sind, gefördert und verstärkt. So geht es schwungvoll vorwärts!“

    elisabethgasserZiel des Trainings ist es, sich über eigene (Lebens-)Themen klar zu werden, Ziele zu entwickeln und diejenigen Ressourcen zu aktivieren, die zielorientiertes Handeln ermöglichen. Der Weg zu mehr Selbstwirksamkeit macht Spass, ist lustvoll und hilft Dir, Dich in bestimmten Situationen anders zu verhalten.

    Die TeilnehmerInnen arbeiten mit ihren ganz persönlichen Beispielen, Gruppenarbeiten und individuelle Übungen wechseln sich ab.

    Das Training wird von der Kunsttherapeutin und zertifizierten ZRM®-Trainerin Elisabeth Gasser geleitet.

     

    Organisatorisches

    Individuelle Anreise am Freitag, 20. Juli 2018, ab 15.00 Uhr. Das Seminar beginnt am Samstag Morgen um 09.00 Uhr und endet am Montag, 23. Juli, um 12.00 Uhr mit anschliessendem Mittagessen. So bleibt genügend Zeit für die Rückreise nach Hause. Falls gewünscht, darfst Du Deinen Aufenthalt gerne auch verlängern; Preis auf Anfrage.

     

    Flyer / Detaillierte Infos

    Fragen & Anmeldung

    Monika Siegenthaler
    contact@fougerette.org oder +41 76 383 12 05


    Bitte beachten:

    Das Seminar richtet sich exklusiv an unsere Vereinsmitglieder.
    Du bist noch nicht Vereinsmitglied? Dann wird es aber höchste Zeit ; -)

  • GfK: Einführungs- & Intensiv-Seminar Gewaltfreie Kommunikation 18.-21. Mai 2018

    Parlez-vous Giraff-isch?

    Im Schloss kannst Du Dich über Pfingsten von der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) begeistern und bewegen lassen! GfK ist goldrichtig für alle, die ihre beruflichen und privaten Beziehungen dank achtsamer Kommunikation erfüllender gestalten und die „Giraffensprache“ erlernen möchten. Die Giraffe symbolisiert nämlich in der GfK eine verständnisvolle Kommunikation, während der Wolf (im Bild links ; -) für eine Sprache der Schuldzuweisung steht.

    Entwickelt wurde dieser Ansatz vom Psychologen Marshall B. Rosenberg. GfK unterstützt Dich dabei, alte Verhaltensmuster zu erkennen und mit neuen, wirksameren Verhaltensweisen abzulösen. Das Vier-Schritte-Modell bietet zudem auch eine wunderbare Möglichkeit, um in Konfliktsituationen eine neue Haltung einzunehmen und sich für die eigenen Anliegen einzusetzen, ohne Recht haben zu wollen.

    Klingt gut?

    Das Motto heisst auch 2018: „Echt sein, ich sein!“

     

    Programm & Leitung

    foto_NicoleGanserStreitfreiDas Seminar wird von Nicole Ganser, Gründerin Streitfrei.net, geleitet.

    Ziel ist es, dass Du die Grundlagen und Haltung der Gewaltfreien Kommunikation verstehst, erste Schritte in der Anwendung machst oder Deine Kenntnisse vertiefst, sodass Du Beziehungen aktiv verbessern und eigene Bedürfnisse (wieder-) entdecken kannst.

    Arbeitsformen sind Gesprächstrainings und Übungen anhand von Beispielen aus dem eigenen Alltag. Alle TeilnehmerInnen erhalten ein Seminar-Diplom.

     

    Organisatorisches

    Individuelle Anreise am Freitag, 18. Mai, ab 15.00 Uhr. Das Seminar beginnt am Samstag, 19. Mai, um 09.00 Uhr und dauert am Montag, 21. Mai, bis um 12.00 Uhr (mit anschliessendem Mittagessen). Schluss ist um 13.00 Uhr, damit genügend Zeit für die Rückreise nach Hause bleibt.

     

    Fragen & Anmeldung

    Monika Siegenthaler
    contact@fougerette.org oder +41 76 383 12 05


    Bitte beachten:

    Das Seminar richtet sich exklusiv an unsere Vereinsmitglieder.
    Du bist noch nicht Vereinsmitglied? Dann wird es aber höchste Zeit ; -)

  • Grüne Antibiotika

    Grün und heilkräftig: Pflanzliche Antibiotika

    Bereits zum dritten Mal begeht die Welt die „Antibiotics Awareness Week„. Der öffentliche Aufruf zu einem sorgfältigeren Umgang mit Antibiotika unterstreicht deutlich: Das Thema „Antibiotika-Resistenz“ ist brisant und betrifft uns alle – und genau deshalb planen wir im Rahmen unseres Permakultur-Projekts auch einen Heilpflanzengarten mit Fokus auf grüne Antibiotika.

    //UPDATE 12/2018//

    • In der Schweiz hat sich die Zahl der sogenannten MRSA-Keime (Methicillin-resistenter Staphylococcus Aureus) in nur drei  Jahren verdoppelt.
    • In Europa sterben jedes Jahr etwa 33’000 Menschen an antibiotikaresistenten Keimen.
    • Die Zahl der Infektionen hat sich seit 2007 fast verdoppelt, es werden deutlich Todesfälle verzeichnet.
    • Etwa drei Viertel der Ansteckungen mit antibiotikaresistenten Keimen passieren in Spitälern und anderen Gesundheitseinrichtungen. (Quelle)

    Dokumentarfilm: „Der unsichtbare Feind – Multiresistente Keime auf dem Vormarsch“
    Der Film untersucht die Produktionsbedingungen bzw. mangelhafte Abwasserreinigung von Antibiotika-Fabriken in Indien und China – sowie deren Folgen. Es gibt derzeit auch in der Schweiz keinen Grenzwert für resistente Bakterien in aufbereiteten Abwässern. Gemäss Infektiologen tickt die Zeitbombe schon längst…

    Geschätzte 90% der Grundstoffe für Antibiotika weltweit stammen aus China und werden nach Indien exportiert. Die indischen Zulieferer produzieren daraus Wirkstoffe und Antibiotika für die ganze Welt.
    Quelle: SRF, 8. November 2018.

    //END OF UPDATE//

    Vom Aufstieg & Fall einer Wunderwaffe

    Als Alexander Fleming 1928 eher zufällig Penicillin entdeckte, brach in der Medizin eine neue Ära an. Endlich standen hochwirksame Mittel zur Verfügung, um Infektionen wie Lungenentzündungen oder Harnwegsinfektionen zu bekämpfen. Schon bald wurden weitere Antibiotika entdeckt, es schien, als ob der Gesundheit der Menschheit eine goldene Zukunft bevorstehe…

    Resistenz – ein neues Phänomen?

    Mit Antibiotikaresistenz wird die Fähigkeit einiger Bakterien bezeichnet, sich anzupassen und der Wirkung von Antibiotika zu widerstehen. Resistent werden also nicht die Menschen, sondern die Bakterien. Resistente Bakterien können sich vermehren und sich von einer Person auf andere übertragen. Solche Krankheitserreger können die Behandlung einer Infektion erschweren, verlängern oder im schlimmsten  Fall sogar verunmöglichen.

    Der Traum einer goldenen Zukunft erhielt schon relativ früh einen Dämpfer: Erste antibiotikaresistente Bakterien tauchten nämlich bereits vier Jahr vor der Marktzulassung von Penicillin auf! Alexander Fleming selbst mahnte in seiner Nobelpreis-Rede 1945, dass mit Penicillin sorgsam umzugehen sei, denn der Staphylococcus sei ein „sehr cleverer Organismus“.

    Der heute als MRSA berühmt-berüchtigte Staphylokokkenstamm (Methicillin-resistant staphylococcus aureus) wurde 1959 erstmals isoliert. 1998 erschien in der Fachzeitschrift „The Lancet“ ein Beitrag über Vancomycin-resistente Staphylokokken. Der Titel des Beitrags? „Apocalypse Now“ – und das ist nicht einmal übertrieben, denn: Ohne Antibiotika werden viele derzeit gut behandelbare Infektionen wieder zu einer tödlichen Gefahr und auch operative Eingriffe werden deutlich riskanter (und wer’s mit Humor zur Kenntnis nimmt, sollte definitiv mal beim Seuchen-Quartett anlässlich eines munteren Spielrausch-Abends im Hive mitmischen ; -)

    Resistente Keime auf dem Vormarsch

    Die Gründe für die Zunahme resistenter Keime sind vielfältig:

    • Antibiotika haben einen vergleichsweise simplen Wirk-Mechanismus. Die über Jahrmillionen entwickelten Keime, die sie bekämpfen sollen, sind demgegenüber mit allen Wassern gewaschen und verfügen über ausgeklügelte Abwehrstrategien.
    • Antibiotika werden zu breit eingesetzt d.h. von vielen Ärztinnen und Ärzten zu leichtfertig verschrieben. Oft wird auch kein Antibiogramm erstellt, um die bakterielle Infektion vor Abgabe eines Rezepts mittels Labortest zu bestätigen. Hinzu kommt, dass vielen Anwendern zu wenig bewusst ist, dass Antibiotika nur gegen bakterielle Entzündungen helfen; ist die Infektion wie bei einer Erkältung oder Grippe von einem Virus verursacht, bleiben Antibiotika wirkungslos.
    • Antibiotika werden falsch eingenommen. Oft geht zuhause die Einnahme des verschriebenen Antibiotikums vergessen, sobald der Patient sich besser fühlt. Die zu schwache Dosis ist aus Sicht der Bakterien perfekt, denn so können sie lernen, das Antibiotikum auszuhebeln. Das Ergebnis? Resistenz.
    • Antibiotika werden auch in der Landwirtschaft in grossen Mengen eingesetzt. Spuren von Antibiotika sind in vielen Lebensmitteln enthalten und es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass die Landwirtschaft mitverantwortlich ist für die Ausbreitung antibiotikaresistenter Keime.

    Lage spitzt sich zu

    Mittlerweile ist klar: Wir haben ein ernstes Problem. In der EU sterben jedes Jahr gemäss Schätzungen 25’000 Personen, die Zahl der Resistenzen nimmt zu. Auch in der Schweiz sterben deswegen jedes Jahr Menschen und Tiere, die genaue Zahl ist jedoch unklar. Bei schweren bakteriellen Infekten waren Antibiotika bisher oft lebensrettend – diese Behandlungsoption könnte nachfolgenden Generationen zukünftig verwehrt sein.

    Stinken für einen guten Zweck: Knoblauch wirkt antibiotisch!

    Zurück auf Feld 1? Vorhang auf für grüne Antibiotika!

    Nicht immer brauchen wir unbedingt ein chemisches Antibiotikum. Viele Infekte lassen sich auch mit antibiotisch wirksamen Pflanzen (mit-)behandeln – und das erst noch ohne Nebenwirkungen. Bei leichten bis mittelschweren Infektionen lohnt es sich, zuerst die Bekämpfung der Keime mit natürlichen Stoffen zu versuchen. Auch die Kombination pflanzlicher und chemischer Antibiotika bietet in einem zweiten Schritt vielversprechende Ansätze.

    Heilpflanzen unterstützen das Immunsystem, statt es zusätzlich zu schwächen, wie dies bei chemischen Antibiotika der Fall ist, welche die körpereigene Darmflora angreifen und wo zusätzlich das Risiko besteht, dass der Erreger resistent wird. Allerdings gilt es zu beachten, dass „natürlich“ keinesfalls gleichbedeutend ist mit „ungefährlich“! Bei Pflanzenheilmitteln ist weniger oft mehr, und auch hier gilt es mögliche Unverträglichkeiten zu beachten.

    Wirkstoff-Gruppen pflanzlicher Antibiotika

    Für wissenschaftlich Interessierte, seien nachfolgend kurz die wichtigsten Wirkstoff-Gruppen der Naturheilkunde erwähnt:

    Fougerettes Heilpflanzengarten: Ein Schatzkästlein der Natur

    Welche Heilpflanzen konkret in unserem Heilgarten stehen sollen, sind wir derzeit am Ausknobeln. Die Heilpraktikerin und Dozentin für Heilpraktik, Phyto- und Aromatherapie, Aruna M. Siewert (Autorin des Buchs Pflanzliche Antibiotika, Geheimwaffen aus der Natur) listet in ihrer kleinen Heilplflanzen-Apotheke folgende Namen auf:

    • Birkenblätter

      Ein kräftiger Ingwer-Tee stärkt das Immunsystem
    • Goldrute
    • Kamille
    • Kapuzinerkresse
    • Odermennig
    • Pfefferminze
    • Salbei
    • Schafgarbe
    • Sonnenhut
    • Thymian
    • Melisse
    • frischen Knoblauch
    • frische Zwiebeln
    • sowie Aloe Vera und Propolis

    Dr. med. Eberhard J. Wormer, Arzt und Autor des Ratgebers Grüne Antibiotika, Heilkräftige Medizin aus dem Pflanzenreich, sieht in der antibiotischen Wirkung vieler Heilpflanzen und Pilze die letzte Chance gegen MRSA und andere resistente Krankheitskeime. Aus seiner Sicht sind die wirksamsten grünen Antibiotika:

    • Cryptolepis
    • Sida
    • Beifuss
    • Echinacea
    • Ingwer
    • Honig
    • Vitamin D

    Wormer vertritt die Meinung, dass sich Patienten heute grundsätzlich von der Einstellung verabschieden müssten, dass sie ihre gesundheitlichen Probleme durch Schlucken einer Pille innerhalb weniger Tage in den Griff bekämen:

    „Wer sich grünen Antibiotika zuwendet, vertraut der Kraft der Natur und seinen Selbstheilungskräften. Er wird ein bisschen Geduld benötigen. Das wichtigste Ziel der grünen Antibiotika-Therapie ist der Aufbau und Erhalt eines robusten und leistungsfähigen Immunsystems – und das geht nicht von heute auf morgen. Ist aber dieses Ziel erreicht, haben selbst resistente Keime keine Chance.“

    zeigt sich Dr. Wormer überzeugt.

    Klingt gut? Finden wir auch! Gerne halten wir Dich auf dem Laufenden, wie es mit unserem Heilpflanzen-Garten weiter geht, und wünschen Dir einen gesunden Winter!

    Quellen & Weiterführende Links:

  • La Fête des Possibles (18.-30.9.2017)

    Was für ein toller Name! Was für eine wunderbare Idee! Hast Du Lust, mitzufeiern? Bei dieser Serie von Anlässen in ganz Frankreich, welche von Transition Citoyenne in Kooperation mit lokalen Initiativen organisiert wird, geht es darum, das Mögliche in die Tat umzusetzen und damit die Zukunft schon heute zu uns nach Hause zu holen.

    Am 23. September findet zudem erstmals der European Day of Sustainable Communities statt. Vielleicht sind wir ja das nächste Mal schon mit dabei, sofern unser Permakultur-Projekt wie erhofft durchstartet! Bereits dieses Jahr sind in Autun und Luzy mehrere Events zur Fête des Possibles geplant und es engagieren sich in ganz Frankreich und Belgien über 450’000 Bürgerinnen und Bürger. Wow!

    Weitere Infos für Interessierte: http://fete-des-possibles.org.

  • Deko Total / Meet Nina Haas

    Comini im Jelly-Valley (Licht-Installation CR)

    Falls Du schon mal auf Fougerette das Tanzbein geschwungen hast, erinnerst Du Dich bestimmt an die unglaubliche Deko, die jeweils das ganze Schlossgelände in eine Wunderwelt verwandelt… 

    Eine der kreativen Macherinnen hinter diesen Wunderwelten ist Nina Haas, die jeweils beim bei den Kapi-Tän-Zen ihre Fantasie sprühen lässt. Die gelernte Kleidermacherin gewann 2006 als Newcomerin den „Swiss Talent Award“ am Walk of Fashion in Winterthur, was ihr Leben erst mal gehörig durcheinander wirbelte. Mittlerweile entwirft Nina auch Kostüme, macht Deko für Zürcher Clubs und hat gemeinsam mit DJ und Lebenspartner Martin Comini ein eigenes Design-Label lanciert (www.u-and-i.ch). Die Zürcherin mit Bündner Wurzeln ist kein Mensch der grossen Worte. Feingliedrig und gertenschlank, spürt man bei ihr gleichzeitig diese innere Spannkraft, dieser Wille, sich nicht verbiegen zu lassen.

    Nina, als Designerin tanzt du auf vielen verschiedenen Hochzeiten. Wo hast Du Deine ersten gestalterischen Gehversuche gemacht?

    Mir war früh klar, dass ich im kreativen Bereich tätig sein möchte. Meine Eltern ermutigten mich, etwas zu finden, das mir Freude bereitet. Die visuelle Kommunikation der Kleider faszinierte mich schon früh. Als ich 14 war, spielte ich gerne damit, mich unterschiedlich zu kleiden und war fasziniert davon, was für einen Einfluss Kleider haben: Deren Kraft ist enorm, sie beeinflussen nicht nur, wie uns die Welt wahrnimmt, sondern auch unser Selbstgefühl.

    Du bist dann allerdings mit 16 erst mal nach London ausgewandert…

    In diesem Sommer arbeitete ich am oberen Letten und sparte etwas Geld. Ich wollte mehr von der Welt sehen und entschied mich, nach London zu gehen, um dort die Sprache zu lernen – unter anderem in der Hoffnung, später in einer Modeschule Fuss zu fassen. Mir gefiel der „London style“. Weg vom eher konservativen Graubünden war London für mich die absolute Befreiung. Dort entdeckte ich auch die Underground Partyszene, lebte in besetzten Häuser und lernte interessante Menschen aus der ganzen Welt kennen. Damals fiel mir auf, wie sehr wir von der eigenen Kultur geprägt werden und wie stark diese unser Denken das Fühlen beeinflusst. Das weckte meine Lust zu Reisen. So reiste ich anschliessend für 3 Monate durch Indien. Ich bin sehr froh um diese Zeit, denn in diesem Alter, bist du noch auf der Selbstsuche. Da tut das Reisen gut.

    Hast Du die Ausbildung später nachgeholt?

    Ja. Doch ich ging lieber vom Handwerk aus. Mit 19 Jahren habe ich eine 2-jährige Ausbildung als Kleidermacherin gemacht. Dort konnten wir als Lernende schon während der Ausbildung einen eigenen Style entwickeln. Drapieren an der Büste mochte ich besonders gerne. Im 2. Jahr setzte ich eine selbstentworfene Kollektion um. Zu diesem Zweck brachte ich mir diverse Techniken bei, um Textilien zu gestalten, etwa Seidenmalerei, Bleaching und Batik. Eigene Drucke zu entwerfen hat mir Spass gemacht. Die Muster wurden speziell ans Schnittmuster angepasst. Damals zeichnete ich alles von Hand.

    Sozusagen aus dem Nichts heraus hast Du dann 2006 mit der Kollektion „Cocoon“ am Walk of Fashion den „Swiss Talent Award“ gewonnen…

    Ja, das konnte ich zuerst fast nicht fassen! Damals war ich gar nicht mal so zufrieden mit dem Resultat, ich hatte eine andere Favoritin.

     

    Ein solcher Preis ist ja oft auch ein Sprungbrett für eine Karriere…

    Damals meldete sich tatsächlich ein Investor. Doch letztlich hatte ich das Gefühlt, es sei zu früh für eine grosse Kiste. Ich hatte noch viel zu lernen und bin heute froh, dies in kleinen Schritten gemacht zu haben und ohne mich zu verschulden. Die Anfrage hat mich jedoch sehr motiviert, gleich weiter zu machen. Somit gründete ich das Label KUKI und zog nach Bali, wo ich dann 5 Jahre lebte und eigene Designs umsetzte. Ich verkaufte Kleider in der Schweiz, London und Bali. Die letzte Kollektion von KUKI verkaufte ich 2011.

    Und was machst Du denn jetzt?

    Kleider, Accessoires, Kostüme, Objekte… Für mich fliesst das alles ineinander und so können etwa Lichtobjekte durchaus auch Impulse für Kostüme geben. Inzwischen kreiere ich hauptsächlich Einzelstücke.

    Für wen oder mit wem arbeitest Du zusammen?

    Seit über fünf Jahren arbeite ich mit der Performance-Künstlerin Zora Vipera. Ich habe diverse Kostüme für sie kreiert. Wir teilen ähnliche Inspirationen und ergänzen uns gut. Als Zora mich anfragte, hatte ich gerade die Kleider für den Film Portable Life von Fleur Boonmann gemacht, in dem auch Rutger Hauer mitspielte. Da entdeckte ich meine Passion für zeitaufwendige Einzelstücke.

    Mit Comini ist das Licht in mein Leben gekommen. Gemeinsam haben wir das Label U+I gegründet, für das wir Design-Objekte entwickeln. Angefangen hat das Ganze mit Spielereien im Atelier. Dann öfters gemeinsam Partys dekoriert. Auch der Quallenwald, welcher wir für den Captain’s Rave realisierten, ist ein gemeinsames Projekt. Nachdem wir eine Wand und die Eingangstüre im Club Zukunft gestaltet hatten, kam der Auftrag die WCs zu designen. Das hat uns sofort interessiert, weil die Toiletten im Nachtleben eine wichtige Rolle spielen, aber oft vernachlässigt werden. Bei diesem Auftrag entstand unter anderem auch der Spiegel, der uns dazu bewegte, ein eigenes Label zu gründen.

    Wie wichtig ist es bei einer Zusammenarbeit, dass die Chemie stimmt?

    Das ist für mich das Allerwichtigste. Springt der Funke nicht, trägt die Arbeit keine guten Früchte. Danach orientiere ich mich.

    Eine besondere Art der Zusammenarbeit entsteht jeweils beim Captain’s Rave…

    Stimmt, der Captain’s Rave ist ein sehr spezieller Anlass mit einer fantastischen Kulisse. Es ist eine unglaubliche Team-Leistung, denn die verschiedenen Locations werden von rund 30 Personen bespielt, die oft schon wochen- wenn nicht monatelang im Voraus an der Deko arbeiten. Es entstehen dabei wunderbare Sachen, richtige Zauberwelten. Es gibt tolle Performances und gute Musik auf mehreren Floors. Dieser Event ist ein echtes Liebhaberprojekt. Viele Gäste machen auch ihre Kostüme selber. All das macht den Event so farbig und besonders. 2017 steigt das 10-jährige Jubiläum und alle Tentakel wackeln schon vor lauter Vorfreude auf das Riesenspektakel : )

    Du sagst von Dir, dass Du lieber im Hintergrund bleibst. Wie wichtig ist Dir Anerkennung?

    Wenn man Sachen macht, die keinen Träger finden, bleiben sie leblose Objekte und verlieren ihre Erfüllung. Für mich ist es die grösste Bestätigung, wenn jemand meine Kleider mit Freude trägt und sich darin ganz zuhause fühlt, sich selbst sein kann.

    Was bedeutet Geld für Dich?

    Früher war Geld für mich der Feind. Verantwortlich dafür, dass meine Familie zerbrach. Schuld daran, dass die Welt zugrunde geht. Inzwischen habe ich mit dem Geld meinen Frieden gemacht und sehe es als das, was es ist: Ein Mittel zum Zweck. Wenn Du keine finanzielle Existenz hast, dann blockiert Dich das. An dem Punkt stand ich auch schon. Nun habe ich einen Job, der mich finanziell trägt. Das gibt mir Raum fürs Kreative, denn mir ist es wichtig, dass die Inspiration mein Antrieb ist und nicht das Geld.

    Bist Du eine Einzelkämpferin?

    Ich bin sicher gerne für mich. Diese Zeit ist sehr wertvoll und notwendig für meine Arbeit. Ich liebe es jedoch, mit anderen Menschen zu arbeiten. Wenn man sich gegenseitig inspiriert, beflügelt das enorm.

    Dein Stil?

    Im stetigen Wandel. Kleider und Kostüme nutze ich nicht mich zu Verkleiden, sondern um einen Aspekt der Persönlichkeit zu untermalen. Oft habe ich keine Lust, mich zu schminken. Doch manchmal ist genau dies notwendig, gewisse Züge hervorzuheben. Ästhetisch und kulturell fasziniert mich Japan. Von den Epochen her beeinflussen mich die 20er und 70er Jahre.

    Würdest Du Deine Kreationen als Kunst bezeichnen?

    Manches ja.

    Und was motiviert Dich zu Deinen Kreationen?

    Woher dieser Drang kommt, Dinge zu kreieren, weiss ich nicht. Seit der ersten Kollektion interessiert es mich, Kleider mit Tanz in Bewegung zu bringen, was deren Ausdruck verstärkt. Bei den Arbeiten geht es mir auch um die Vermittlung eines Lebensgefühls. Transformation bewegt mich. Ich möchte gerne Dinge erschaffen, die animieren und manchmal auch etwas hypnotisieren.

    Wie verläuft denn der Designprozess konkret?

    Bei einem Auftrag für eine Raumgestaltung beeinflusst mich natürlich der Kunde, der Zweck des Raumes, aber auch der Raum selber. Bei Kostümen für Tanz und Performance ist dies ähnlich. Da formen sich die Ideen über Empathie. Neue Ideen kommen oft übers Spielen mit einem Material oder einer Form. So lernt man die Materie und deren Eigenschaften kennen. Ich finde es spannend, eine Arbeit nicht mit einer konkreten Vorstellung anzufangen. Wenn nicht nur der Kopf arbeitet, gibt es Platz für die Intuition, und die ist wunderbar.

    Du nimmst Dir also viel Zeit. Wie beurteilst Du, ob und wann eine Arbeit fertig ist?

    Um Arbeiten zu einem Ende zu bringen, hilft es, eine Deadline zu haben. Sonst kann es schon passieren, dass sich die Idee ewig weiter entwickelt. Bei mir im Atelier liegen viele angefangene Projekte. In manchen Zeiten empfand ich das als Belastung. Doch inzwischen bin ich mir bewusst, dass es ein Prozess ist, Dinge zu entwickeln.

    Gibt es Materialien, mit denen Du besonders gerne arbeitest?

    Ich liebe spiegelnde Sachen und optische Effekte. Auch sammle ich alte Materialien, die man in Kostüme integrieren kann. Früher konnte man den Dingen Zeit widmen. Das ist auch in meinem Sinn. Bei den Kleidern sind mir das Tragegefühl und die Qualität sehr wichtig. Dort bevorzuge ich natürliche Materialien. Trotzdem bleibe ich gerne offen, letztlich bestimmen die Eigenschaften des Materials meine Wahl.

    Häkel-Maske für Spider-Cat Kostüm, Kragen gefaltet aus Karton mit 3-Plastizität

    Welches künstlerische Neuland würdest Du gerne betreten?

    Filmschnitt. Ich möchte mit dem Objekt “The Money Blinder“, das im Jahr 2012 entstand, ein Stop-Motion Video machen. 3D zeichnen ist auch ein Thema, um Arbeiten umsetzen zu können, da bin ich bereits dran. Ich möchte mich stetig weiterbilden, und lerne, was nötig ist, um bei meinen Projekten weiter zu kommen. Derzeit erlerne ich gerade das Handwerk der Modistin (Hutmacherin).

    Wenn Du die Kostüme für einen weiteren Film machen könntest, welcher wäre es?

    Fleur Boonman schreibt gerade ein neues Film-Script, das würde mich extrem reizen… Meine grosse Passion ist allerdings die Live-Performance, weg vom Bildschirm, direkt in den Moment. Eine Inspiration wäre es zudem, bei einem hochprofessionellen Performance-Projekt mitzumachen, etwa von Mummenschanz.

    Zu guter Letzt noch diese Frage: Glück ist für mich…? 

    Die Freiheit.
    Das gefunden zu haben und machen zu dürfen, was ich am meisten liebe.
    Sauberes Wasser und frische Luft.

    = = =

    Nina Haas‘ Lichtkreationen findest Du hier http://www.u-and-i.ch.

    Exklusiv für Kostümanfragen (zum Beispiel von Mummenschanz :-)) hier der direkte Kontakt zu Nina:  nina@u-and-i.ch.

    Dieses Jahr finden der eingangs erwähnte Captain’s Rave zum zehnten Mal statt, das Jubiläum wird selbstverständlich in Hochform und in stilgerechter Umgebung begangen. Der Anlass ist eine „Soirée Privée“, Anmeldung & weitere Infos via tentakel@captainsrave.ch.

  • Let’s Transition Castle : )

    Sobald wir von unserem geplanten Permakultur-Projekt erzählen, werden wir meist gefragt: Was ist denn das überhaupt, Permakultur? Und beim Erklären fällt dann bald mal das Stichwort „Transition“ und schon ist man mitten im Thema!

    Permakultur – eine Annäherung

    Der Begriff „permanente Agrikultur“ (dauerhafte Landwirtschaft) wurde 1978 von den Australiern David Holmgren and Bill Mollison geprägt. Damals ging es den beiden hauptsächlich um Strategien, wie nachhaltige Lebensmittelproduktionsmethoden entwickelt werden können.

    Seither ist Permakultur zu einer weltumspannenden Bewegung geworden, die alle Facetten des menschlichen Zusammenlebens umfasst und sich im Kern mit der Frage beschäftigt, wie die Menschen harmonisch mit der Erde und deren beschränkten Ressourcen leben können. Permakultur verlangt Köpfchen, denn das Erfolgsrezept liegt im intelligenten Design. Deshalb unterscheidet sich Permakultur  auch deutlich von der biologischen Landwirtschaft, wie die Grafik rechts illustriert.

    +++ Brandneu gibt es ein kostenloses Manual über Permakultur-Design (Stand: 26.9.2017), welches hier zum Download bereit steht +++

    Mal wird Permakultur als Kreislaufwirtschaft, mal als internationale Bewegung für Raumplanung und Design, mal als „bewusst gestaltete Landschaften, die die Muster und Beziehungen in der Natur imitieren und dabei eine Fülle von Nahrungsmitteln, Fasern und Energie für lokale Bedürfnisse bereitstellen“ (David Holmgren) oder als ethisches System bezeichnet, das Positivismus und Zusammenarbeit betonet und zu sozialer Stabilität führt. Das Tolle daran: Die Grundsätze der Permakultur können überall auf fruchtbaren Boden fallen, ob auf dem eigenen Balkon, im Garten, einem Bauernhof, mitten in der Stadt und sogar in der Wildnis.

    Fast am besten gefallen uns diese beiden Antworten, weil sie eine Saite in unserer Seele zum Klingen bringen:

    „Permakultur bedeutet Paradiese schaffen.“

    – Beat Rölli

    „In Permakultur pflanzen wir Fruchtbarkeit und ernten Fülle.“

    – Steve Read

    Sic transit gloria mundi?!

    In Anbetracht der riesigen Herausforderungen vor denen die Menschheit steht, sind viele wenig optimistisch gestimmt. Der eingangs zitierte Brocken Latein (zu Deutsch: „So vergeht der Ruhm der Welt“) betrifft die Vergänglichkeit von Macht und Einfluss. Ein solch‘ trüber Ausspruch lädt sogar bei sonnigstem Sommerwetter wie heute dazu ein, mit wehleidiger Stimme über die eigene Ohnmacht und die Schlechtigkeit der Welt herzuziehen…

    Transition, die grosse Schwester der Permakultur

    Aber halt! Wo etwas vergeht, entsteht immer auch Neues. Und dazwischen steht der Übergang, der das Neue ermöglicht, in diesem Fall die „Transition Towns„. Diese grossartige Bewegung vereint lokale Gemeinschaften, die gemeinsam die Welt neu erfinden und aufbauen wollen. Lebendiger, fairer, erfüllender und bunter – lebenswerte Zukunftsmodelle, eben.

    Vielleicht ist Dir der (Mit-)Gründer, der englische Permakultur-Designer Rob Hopkins, aus dem Film „Tomorrow“ bekannt?

    „Transition Castle“ : Fougerette als Werkzeug des Wandels

    Bereits seit 2006 setzen sich im Rahmen von „Transition Town“ zahlreiche Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt für eine lokale, nachhaltige Entwicklung ein. Das Ziel:

    Der geplante Übergang in eine postfossile, gemeinschaftlich organisierte Gesellschaft und relokalisierte Wirtschaft.

    Dieses Ziel überzeugt uns. Dabei wollen wir mittun. Deshalb lautet unser Wahlspruch ab sofort „Transition Castle“! Hinter „Transition Castle“ steckt der Wunsch, Teil des Transition Networks zu werden, uns dessen Prinzipien zu eigen zu machen und damit vielleicht auch auf Fougerette im lokalen Rahmen etwas Grosses bewegen zu können:

    • Wir akzeptieren, dass Ressourcen beschränkt sind, und suchen Wege, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken.
    • Wir fördern Inklusion und soziale Gerechtigkeit.
    • Wir übernehmen das Prinzip der Subsidiarität d.h. wir stärken die Selbstorganisation und eine Beschlussfassung auf der geeigneten Ebene.
    • Wir achten auf Ausgleich und engagieren uns mit Hand, Herz und Kopf, um vertrauensvolle Partnerschaften zu knüpfen.
    • Wir verstehen uns als Teil eines experimentellen Lernnetzwerks. Transparenz und eine positive Haltung gegenüber Feedback sind uns wichtig.
    • Wir teilen unsere Ideen und unsere Macht, damit alle teilhaben können.
    • Wir kooperieren und suchen Synergien.
    • Wir fördern positive Visualisierung und Kreativität. Dabei geht es uns nicht um Widerstand, sondern um das Finden neuer Möglichkeiten.
      (engl. Quelle mit weiterführenden Erläuterungen)

    Hier findest Du eine ARTE-Doku von 2010 über Totnes, die allererste „Transition Town“ ever:

    http://www.youtube.com/watch?v=wE5ua0BF4BE

    Change in the mindset, change in the heart

    Die Nonprofit-Organisation „Let’s Do It!“ aus Estland will das weltweite Müllproblem über lokale Bürgerinitativen in den Griff bekommen und plant für 2018 einen World Cleanup Day. Auch das ist „transition in action“!

    Was einer der philippinischen Volontäre als seine Motivation und das Ziel seines Einsatzes gegen die Vermüllung der Strände mit Plastik nennt, scheint uns auch für Fougerette Transition Castle 100% stimmig: Es ist die innere Haltung, die zählt, denn diese gibt die Impulse für unser Verhalten. Genau um diese innere Haltung geht es auch in unseren ZRM®-Kurs, bei dem sich alles um lustvolles und kreatives Selbstmanagement dreht!

     

    Ähnliche Ideen verfolgt die Initiative The Great Britsh Spring Clean, welche 2017 erstmals durchgeführt wurde (leider nicht in der Politik ; -) oder die „Adopt a Street“-Idee, bei der Anwohner die Verantwortung für einen Strassenabschnitt übernehmen und diesen sauber halten. Ja, in Amerika kann man sogar ein Senkloch (d.h einen Gully) adoptieren, aber das nur als Nebenbemerkung, bevor sich die Abgründe auftun…

    Es gibt sooo viele tolle Projekte, macht das nicht Mut? Jede und jeder kann etwas bewirken : )

    #foudefougerette
    #transitioncastle

     

    Weiterführende Links

    • http://www.permakultur.ch
    • http://www.permaculture.ch
    • http://www.transition-winterthur.ch
    • https://www.transition-initiativen.de (Deutsch) bzw. https://transitionnetwork.org (English)
    • https://www.neustartschweiz.ch
    • http://www.incredibleediblenetwork.org.uk (es gibt sogar einen Ableger im Burgund davon, die Weltkarte mit allen Incredible Edible Projekten gibt’s hier)
  • Erhellend!

    Im besten Fall bringt (Nach-)Denken Licht ins Dunkel. Und zwar nicht nur im übertragenen Sinne, sondern wie bei den nachstehenden solarbetriebenen Lampen in echt. Nur schade, dass es unsere mächtig praktischen Sunnan-Lämpli nicht mehr gibt! Die Suche nach geeignetem Ersatz hat übrigens den Anstoss zu diesem Post gegeben : )

     

    Auch Wissen ist erhellend. Vor allem dann, wenn es dazu führt, dass wir unser Handeln besser steuern und unser Leben damit bereichern können:

    (Cola-Silhouette der Flasche bitte abstrahieren, mit dem Link zum Video geht es uns – genau beim ZRM®)-Grundkurs auf Fougerette vom 22.-24. Juli 2017 – um die Stärkung der Selbstwirksamkeit!)

     

    Watt soll denn das?!

    Wir meinen: Wer eine klare Vorstellung davon hat, was er bzw. sie aus der Steckdose zapft, versteht auch besser, warum bewusster Stromverbrauch einen Unterschied macht. Ingenieur Florian Schlumpf, Erfinder der Zeitmaschine sowie Vater unserer früheren Küchen- & Housekeepingfee Fiona, veranschaulicht den Stromverbrauch wie folgt:

    • Eine (kleinere) elektrische Herdplatte hat etwa die Leistung von 1 Kilowatt (kW).
    • Eine Leistung von 1 Kilowatt (kW) bedeutet, dass 100kg pro Sekunde 1 Meter angehoben werden.

    Soweit, so gut. Doch was würde das bedeuten, wenn wir den Strom für diese Herdplatte selber erzeugen müssten? Das hiesse dann konkret:

    Um den Strom für eine kleinere Kochplatte während 1 Minute selber zu erzeugen, müsste der Mensch in diesem Zeitraum total 6’000 Kilo 1 Meter in die Höhe stemmen!!!

    Energie-Check: Was der Mensch leistet

    Ein erwachsener Mensch hat eine Dauerleistung von ca. 150 bis max.200 Watt. Der Mensch ist somit in der Lage, über längere Zeit einen Zementsack von 15-20kg im Sekundentakt auf einen Tisch von 1m Höhe zu legen. Klingt alles noch ganz locker, jedenfalls könnte das Fitness-Studio dabei ersatzlos gestrichen werden.

    Dafür kommt’s jetzt dicke: Beim heutigen Strom-Grosshandelspreis von ca. 6 Rp./ Kilowattstunde (kWh) würde dieser Mensch dafür, dass er 1 Tag lang Zementsäcke auf 1 Meter anhebt, einen Tagesverdienst von etwa 9 Rappen erwirtschaften. Das würde nicht mal reichen, um die Nahrung zu kaufen, die dabei verbrennt wird!

    Florians lapidarer Kommentar zu dieser erhellenden Rechnung:

    „Das belegt eindrücklich, wie unglaublich unrealistisch tief unsere Energiepreise sind“.

    Falls Du beim Lesen bis hierhin durchgehalten hast und Dir nun dämmert, dass da was grundlegend schief läuft, kannst du ab sofort mit einem bewussteren Stromkonsum was tun.

    PS: Michi Kistler macht das schon, er hat zuhause bei sich in Stäfa das Stromsparvreneli lanciert.

     

    Links

    • http://littlesun.com
    • http://gravitylight.org/
    • http://www.naturallight.org/

     

     

  • Permanent verrückt

    Wie im letztjährigen Erntedank-Post angekündigt, beschäftigen wir uns derzeit intensiv mit den Vorbereitungen für unser Permakultur-Projekt, welches wir ab 2018 umsetzen wollen. Wie stets rühren wir dabei (ganz bescheiden ; -) mit der grossen Kelle an: Nichts weniger als ein visionäres Projekt schwebt uns vor, das sowohl Laien als auch Profis verzückt und begeistert.

    „Die Kraft der Vision ist, Dinge nicht so zu sehen, wie sie sind, sondern so, wie sie einmal sein werden.“

    Ob unser Traum verrückt ist? Höchstwahrscheinlich. Ob wir das dafür nötige Geld finden? Steht in den Sternen. Fest steht bisher nur so viel: Wir wollen mit einem blühenden Permakultur-Projekt etwas schaffen, das uns überdauert und wirklich greifbar zum Glück der Welt beiträgt.

    Wir treten also den Beweis an, dass es anders – und besser! – geht. Deshalb gibt es für uns bildlich gesprochen nur die Flucht nach vorn. Schön wär’s natürlich, wenn Du uns dabei vielleicht irgendwann unterstützt, doch vor dem grossen Wurf muss erst mal ordentlich geplant werden…

     

    Die Planungs-Equipe

    • Mit Toni Küchler vom Balmeggberg und Pascal Sherpa Hänggi von Lashaia haben wir zwei Diplom Permakultur-Designer mit im Boot, die viel Wissen, Erfahrung und inneres Feuer mitbringen.
    • Ergänzt wird unser vor Ideen sprudelndes Team von Daniela Inderbitzin, die Fougerette als Volontärin der ersten Stunde in- und auswendig kennt und als Homöopathin wertvolles Heilpflanzenwissen beisteuert.
    • Nicola ist als Staudengärtner und Neffe von Thomi Müller, welcher den wunderschönen botanischen Garten in Harare geplant und während Jahrzehnten umsichtig geleitet hat, ebenfalls bestens qualifziert, während Monika sich wie üblich um den organisatorischen Buchstabensalat kümmert.

    Nach zwei gut gelaunten und inspirierenden Treffen im Luzerner Neubad steht als nächstes die gemeinsame Besichtigungsbegehung &  Vor-Ort-Planung auf Fougerette an, die wir mit einem Besuch auf der Ferme du Bec Hellouin verknüpfen werden.

    Kurzum: Wir stecken voller Tatendurst, Update folgt!

     

    Weiterführende Links & Filme

    • Eine deutsche Zusammenfassung der Permakulturkonzepte und -prinzipien von “Permaculture Principles & Pathways Beyond Sustainability” von David Holmgren findest Du hier (aus dieser Broschüre stammt auch obiges Zitat).
    • http://www.permakultur.ch
    • http://www.planofuturo.ch
    • http://derbauerundseinprinz.de
    • http://miracle.farm
    • http://www.tomorrow-derfilm.de
  • 1 PS, 10 Wochen, 1000 Kilometer

    Im Frühling 2015 hielt Steffi als Bauleiterin und Hausmutter in Personalunion auf Fougerette die Zügel in den Händen. Damals reiste sie per Traktor mit ihrem Bauwagen aus der Schweiz an. Die Nase im Wind, die Strasse vor sich – die Lust am Abenteuer liegt Steffi offenbar im Blut, denn die gelernte Schneiderin war früher bereits während mehrerer Saisons als Mitstreiterin mit dem Circolino Pipistrello unterwegs, später auch mit dem Circo Soluna in Ungarn. Nach dem Abschluss ihres Studiums in Vermittlung von Kunst und Design an der ZHDK hat sie die Zügel erneut in die Hände genommen: Allein mit einem Packpferd wanderte sie zehn Wochen lang durch Süddeutschland und die Schweiz. Ein Bericht über ein (Lebens-)Kunstprojekt.

    Ross & „Lenkerin“

    INTERVIEW

    Steffi, zehn Wochen alleine mit einem Packpferd zu Fuss unterwegs, das klingt schon ziemlich verrückt… Genau so eine Prise Wahnwitz steckt ja auch in unserem Schlossprojekt, deshalb lieben wir so inspirierende Taten : ) Was hat dich zu diesem Projekt motiviert?

    Es war ein lang gehegter Traum. Ich wollte wissen, wie es ist, mit einem Pferd unterwegs zu sein, einem Pferd nah sein zu müssen. Auch bin ich gerne draussen. So mitten in der Stadt wohnend ist es schwierig, sich Raum und Grund fürs Draussensein zu schaffen. Mit diesem Wanderprojekt hatte ich beides. Unterwegs sein bedeutet für mich etwas zu wagen und zu erleben, es ist der Schritt dazu, den Zufall und das Glück herausfordern.

    Grossartiges Panorama

    Du sprichst von Glück und Zufall. Wie würdest Du Deine Reise rückblickend beschreiben?

    Manchmal unglaublich schön, manchmal furchtbar und schlussendlich einfach grossartig.

    Welche Hürden musstest Du überwinden, um deinen Traum wahr zu machen?

    Die erste Herausforderung war, überhaupt ein Pferd zu finden, das ich auf die Reise mitnehmen durfte. Dann folgte die ganze Materialbeschaffung, angefangen beim Packsattel, dann Packtaschen und Plane nähen und überhaupt herausfinden, was es für eine solche Reise braucht. Eine grosse Hilfe war mir dabei meine Projektmentorin Mirjam Spring, die mich mit der richtigen Literatur, mit Material und vielen hilfreichen Tipps eindeckte.

    Kanntest Du Dich schon mit Pferden aus – und wo hast Du überhaupt eins gefunden?

    Meine Pferdeerfahrung beschränkte sich auf den klassischen Reitunterricht als Teenie und gelegentliches Reiten oder Spazieren mit Pferden bei Freunden. Ich muss gestehen, ich habe mir oft ein geübteres Auge für die Befindlichkeit und die Körpersprache des Pferdes gewünscht. (grinst)

    Als ich merkte, dass Mund-zu-Mund-Propaganda nichts half, machte ich ein Inserat auf tierinserate.ch und prompt meldete sich zu meinem grossen Glück Agathe Reithaar vom Dachsberg im Schwarzwald. Ihre ganze Familie betreibt dort einen Hof, sie geben Reitunterricht, bieten Ausritte an, reiten Pferde ein und züchten Connemara-Ponies.

    Rosie

    Agatha hat mir als Pferd sofort Rosie vorgeschlagen. Die Idee war, dass dieses Pferd durch das intensive Laufen Muskeln aufbaut, mit dem Gewicht auf dem Rücken umzugehen lernt und sich daran gewöhnt, alleine mit einem Menschen unterwegs zu sein. Auch der zuverlässige, freundlich Charakter der Connemaras sprach dafür, dass Rosie eine gute Begleiterin sein würde.

    Hat sich diese Einschätzung von Rosies Charakter bestätigt?

    Absolut! Sie war eine treue Begleiterin, kam überall mit und wenn es darauf ankam, behielt sie stets die Nerven. Gestaunt habe ich beim versehentlichen Gang über eine Hängebrücke in Thusis, die ich – ganz in Gedanken versunken – gar nicht richtig wahrgenommen hatte. Bis es dann zu spät war, denn wenden konnte ich das Pferd auf der schmalen Brücke nicht mehr… Ohne mich zu überrennen oder in Panik zu geraten hat Rosie es über die immer stärker schwingende Brücke geschafft. Ich war danach total erledigt, Rosie natürlich die Ruhe selbst.

    Gut, in den Punkten Hufe auskratzen und Sich-Striegeln-Lassen sind wir uns nie ganz einig geworden und das hat mich tatsächlich wiederholt auf die Palme getrieben. Eben in genau dieser Sache hätte ich mir mehr Pferdeerfahrung in Pferdeerziehung gewünscht.

    Es geht los! Abreise vom Dachsberg…

    Das klingt abenteuerlich! Wie lange warst Du letztlich unterwegs?

    Los ging’s Ende Juli 2016 im Schwarzwald und genau 10 Wochen später bin ich wieder auf dem Dachsberg angekommen. Für die letzten Vorbereitungen und die ersten Wanderungen verbrachte ich vorgängig noch 10 Tage bei Rosie auf dem Hof.

    Wie war Dein Tagesablauf auf der Reise?

    Da war täglich der Versuch, richtig früh aufzustehen, so um 6 Uhr… Es wurde dann aber meistens doch 8 Uhr. Vom Aufstehen bis zum Loslaufen brauchte ich rund 3 Stunden. Nur selten schaffte ich es schneller geschafft und es ist mir bis jetzt noch ein Rätsel, warum das nie möglich war. Aber es gab halt immer noch etwas zu richten, flicken oder schwatzen. Nach dem Aufbruch war ich jeweils 2 bis 3 Stunden unterwegs, dann Mittagspause mit Abladen und anschliessend nochmals ein Stück laufen und Nachtplatz suchen. An einem neuen Ort angekommen, kam dann Pferd absatteln, pflegen, füttern, Zaun einrichten, anschliessend etwas für mich kochen und zu guter letzt in den Schlafsack schlüpfen und in sekundenschnelle in den Tiefschlaf kippen. Tagebuch schreiben oder andere ernsthafte Gedanken mussten bis zum Morgengrauen warten.

    Wie haben die Menschen auf Dich und Dein Ross reagiert? Gibt es Begegnungen, die Dir besonders im Gedächtnis geblieben sind?

    Die Reaktionen der Leute haben mich regelrecht ermuntert und vorangetrieben. Die weisse Rosie muss ein so schönes Bild abgegeben haben. Die Leute waren oft sehr angetan und es kam meistens zu einem Schwatz oder ich durfte dadurch auf den Höfen übernachten. Rosie öffnete mir die Tür zu vielen schönen Begegnungen und Gesprächen. Oft haben sie gestaunt, dass ich alleine unterwegs bin. Es ist schwierig zu sagen, welche Begegnung mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, weil kaum denke ich an die eine, kommt mir die andere in den Sinn und ich denke dann, die war aber auch schön.

    Aber um zwei zu erwähnen: Das eine war die Vorbereitungszeit auf dem Dachsberg bei der Familie Reithaar-Appenzeller, das war richtig toll. Und das andere, da war ich in der Linth-Ebene unterwegs. Wir waren beide schon beim Loslaufen müde. Ich zog Rosie schon fast hinter mir her und dachte: „Heute besser nicht so weit“. Es kam natürlich ganz anders! Als ich die Ebene bereits passiert hatte und oben irgendwo über Altendorf am Berg war, suchte ich während zwei Stunden vergeblich nach einer Bleibe. Rosie hätte längst eine Pause verdient und ich fühlte mich unerträglich ratlos. Irgendwann meinte der eine Wirt, ich soll es oben im Stollen versuchen, dort gehe es bestimmt. Das bedeutete nochmals 1 km den Berg hochlaufen, ohne zu wissen, ob es wirklich klappen würde… Zuerst zögerte ich, aber kaum machte ich mich mit vielen unnötigen antreibenden Zurufen an Rosie auf den Weg, da hielt ein Auto mit dem rettenden Engel darin. Ich fragte, ob er vom Stollen sei und es möglich wäre, bei ihm zu übernachten. Er überlegte und meinte, ja das gehe irgendwie und brauste schon mal voraus. Also stakste ich lärmend hinterher. Oben angekommen, wurde ich herzhaft empfangen und es wartete auf mich alles, was das Wanderherz begehrte: Stall und Weide fürs Pferd und für mich ein warmes Zimmer, zudem durfte ich einen Pausentag einlegen, Wäsche waschen und – oh Wohltat! – duschen.

    Stichwort Hygiene, wie bist Du damit umgegangen? Zwischendurch hast Du ja auch ganz allein unter freiem Himmel übernachtet…

    Schlafen unter freiem Himmel

    Ja, unter freiem Himmel war es besonders schön. Die Nähe zum Pferd… mitten in der Nacht konnte ich „Rosie“ murmeln und sie antwortete grummelnd. Es war auch der Moment, um in Ruhe zu kochen und den Geschehnissen der letzten Tagen nachzuhängen. Erstaunlicherweise habe ich mich draussen immer aufgehoben gefühlt, sogar im Graubünden zur Jagdzeit. Wäre Rosie braun gewesen, hätte ich es wohl vermieden. Aber ich dachte: „So blöd wird nicht mal der besoffenste Jäger sein, auf ein schneeweisses Tier zu schiessen“.

    Was die Hygiene betrifft: Zwischendurch eine schöne Dusche zu bekommen, die Gelegenheit gab es immer wieder und es ist auch nicht so tragisch, ein paar Tage vor sich hin zu stinken. (lacht) Solange man sich im Wald aufhält oder an einem vorbeikommt, lässt sich meistens auch ein stilles Örtchen finden. Ich habe allerdings darauf geachtet keine Spuren zu hinterlassen und das hiess jeweils: Loch graben, Geschäft rein, danach zudecken, das gebrauchte WC-Papier mitnehmen und verbrennen oder in den nächsten Abfall schmeissen.

    Schöne Architektur – bloss: Wo kann ich aufs Klo?!

    Allerdings hat mich das Thema WC doch ein paar Mal in unangenehme Situationen gebracht. Was macht man am heiterhellen Tag mitten in der Agglomeration, wenn weit und breit kein Wald in Sicht ist und man urplötzlich und ganz dringend man aufs Klo muss? Sich einfach am Strassenrand zu erleichtern ist hierzulande ja doch nicht gerade üblich. Also führte mich die Not aufs nächste Haus zu, etwas widerwillig wurde mir der Gang aufs WC gewährt. Für die nötige Sympathie sorgte Rosie, die in meiner Abwesenheit fleissig mit Zucker gefüttert wurde. Als ich zurück kam schaute ich die Frau erstaunt an und fragte ungläubig: „Was, Sie füttern dem Pferd Zucker?“ Sie strahlt mich an und meinte: „ Ach, das macht nichts, das haben wir früher immer so gemacht.“

    Es kam natürlich auch mal vor, dass ich, Rosie am Führstrick haltend, ein „Seeli“ am Wegrand hinterliess, weil es keine andere, vernünftige Möglichkeit gab. Einmal auf einer Waldwiese habe ich dabei den Führstrick losgelassen und sogar über den Packsattel gelegt. Ich ging davon aus, dass sich Rosie wie sonst auch aufs Gras stürzen und fressen würde. Weit gefehlt! Genau dieses eine Mal verstand sie das als Einladung, sich zügig davon zu machen und im Gebüsch zu verschwinden. Ich riss meine Hosen wieder hoch und stolperte ihr panisch schreiend hinterher. Auf dem Weg lagen alle paar Meter zerstreute Gepäckstücke – Feldflasche, der Gaskocher und anderes Zeugs – und zuletzt an der Kreuzung lag eine der beiden Seitentaschen abgerissen. Weiter vorne erblickte ich dann Gott sei Dank Rosie – der Sattel war bereits auf die Seite gerutscht, die andere Seitentasche hing zwischen ihren Beinen. Ich rannte zu ihr, konnte sie einholen und das ganze Desaster provisorisch wieder herrichten. Erst eine Stunde später besinnte ich mich meiner Notdurft und erledigte diese, Rosie haltend am Wegrand.

    Wald-Idylle

    Du hast pro Tag zwischen 8 bis 25 Kilometer zurückgelegt. Wie fühlt sich die Welt aus dieser Langsamkeit heraus an?

    Ich weiss nicht, ob die Langsamkeit entscheidend ist. Eher ist es die Reduktion auf eine einzige Idee, der man nachgeht. Es ist die Schwebe zwischen Plan und Zufall. Damit meine ich, es zu nehmen, wie’s kommt, angewiesen zu sein auf die Grosszügigkeit und Offenheit der Leute und doch den Schwung und die Richtung beibehalten. Man übergibt sich der Gesellschaft und der Natur. Es ist ein intensives Erleben, die Hochs und die Tiefs liegen manchmal unerträglich nah beieinander. Ich entwickelte eine unendliche Dankbarkeit für jede Freundlichkeit und alles was einfach funktionierte.

    Welche Schwierigkeiten gab es denn unterwegs? Und hast Du diese erwartet oder waren es letztlich ganz andere Probleme, die Dich beschäftigten?

    Schwierig fand ich es, überhaupt mit den Vorbereitungen zu starten. Vorab fragte ich mich, was denn eigentlich der nächste Schritt sein müsste. Als es soweit war und ich feststellen musste, dass nichts mehr fehlte und ich Abmarsch bereit war, war ich regelrecht überrascht.

    Gesellschaft für Rosie

    Befürchtet habe ich vor allem, dass Rosie es nicht packen könnte, allein mit mir unterwegs zu sein. Pferde sind ja Herdentiere und nicht gern allein. Ich machte mir Sorgen, dass sie nachts keine Ruhe finden und aus dem Zaun ausbrechen könnte. Ich stellte mich auf Koliken, Fehltritte, verlorene Hufeisen usw. ein. Nichts von dem geschah, im Gegenteil! Auf Rosie war totaler Verlass. Schwieriger waren eher die äusseren Einflüsse, der Zoll, das Militär, die tausend Sachen, die ich verlor, steile bergige Aufstiege und bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten, dass die Entscheidungsberechtigten über Land und Hof noch nicht zu Hause waren.

    Hast Du unterwegs auch mal ans Aufgeben gedacht?

    Oh ja, immer wieder! Und doch wäre es nicht in Frage gekommen. Die anfängliche kaum lösbare Packerei und die vielen Dinge die laufend auszubessern waren, dazu ein zappelndes Pferd, das sich nicht putzen lassen wollt, das war zum Verzweifeln. Später waren es Rückenschmerzen, die mich stets begleiteten. Aber solange es der Rosie gut ging und das Glück an meiner Seite war, wollte ich diesen lang gewünschten und geplanten Ausnahmezustand nicht aufheben. Im Grunde ist aufhören schwieriger als weitermachen.

    Du hast auf Deiner Reise sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne neue Horizonte entdeckt. Welche Tipps würdest Du Möchtegern-Nachahmer/-innen geben?

    Die Reise hat mir viel Zuversicht gegeben und den Mut, einige Dinge zu verändern. Mein geographischer Horizont hat sich vor allem zum Schwarzwald hin erweitert. Schön sind da die ruhigen Wege ohne die unangenehmen Überraschungen wie ich sie von der Schweiz her kenne. Durch die fehlenden Bergspitzen als Orientierungspunkte und die längeren Strecken im Wald verliert man allerdings schnell die Orientierung, kann sich leicht verschätzen und dann landet man plötzlich viel nördlicher als geplant.

    Volki hat mit angepackt

    Tipps für Nachahmer? Entscheidend ist eine gute Vorbereitung. Das Material muss stimmen. Der Hufbeschlag muss gut sein, Zollangelegenheiten würde ich vermeiden und je mehr Kenntnisse übers Pferd, desto besser. Ideal ist auch eine Mischung zwischen einem Plan haben und flexiblem Handeln in der Situation. Sehr gut ist auch, sich Fehler nicht übel zu nehmen, sondern einfach das Beste daraus machen. Der Fotoapparat, welcher auf der Strecke liegengeblieben ist, bescherte Rosie, Volki und mir beispielsweise eine schöne und entspannte Wildübernachtung.

    Werfen wir zum Schluss einen Blick in die Kristallkugel: Welches Projekt oder welche Reise steht denn als nächstes an? 

    Es wäre schön, nochmals eine Tour mit Pferden zu machen. Nächstes Mal nicht alleine, es muss auch nicht ganz so lang sein, wahrscheinlich eher ein Ferienprojekt. Vielleicht im Schwarzwald, vielleicht im französischen Jura oder gleich vom Schwarzwald in den Jura, oder… Ach, eine genaue Vorstellung existiert nicht. Aber, hi hi, irgendwo war ja mal noch die Idee bis ins Château de Fougerette zu pilgern…