Blog

  • Meet Antoanetta Marinov / Air de Temps

    AntoanettaMarinovAntoanetta Marinov ist eine der beiden Gewinnerinnen der Künstlerzimmer-Ausschreibung 2015. Sie hat im April und Juni an ihrem Konzept gearbeitet und ein im wahrsten Sinn des Wortes „bewegtes Zimmer“ hinterlassen (siehe Fotos des fertigen Zimmers). Die gebürtige Italienerin studierte zuerst in Rom, Reading und Freiburg Literaturwissenschaft, bevor sie die Kunstakademie Karlsruhe besuchte. Die Mutter eines fünfjährigen Sohnes lebt derzeit in Berlin und arbeitet künstlerisch ortsbezogen, mit dem Schwerpunkt öffentlicher Raum. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen (u.a. Galerie Stella A. in Berlin, Kunsthaus Baselland in Basel, Hippolyte Gallery in Helsinki). Zudem organisiert und kuratiert sie Ausstellungsprojekte: Als nächstes „Basically“ im Kunstraum L6, Freiburg.

    Antoanetta, wie kam es überhaupt zu Deiner Projekteingabe für das Zimmer „Air de Temps“?

    Die Ausschreibung des Wettbewerbs kam mir zugeflogen … Ein überzeugender und einladender Text. Begeistert von der Beschreibung Fougerettes wollte ich mit meiner Arbeit zum Ganzen beitragen und Teil dieses beeindruckenden Projekts sein. Das Zimmer „Air de Temps“ als Sinnbild des Zeitgeistes hat mich angesprochen und die Idee für den Raum kam ziemlich schnell, ja fast schon beim Lesen der Ausschreibung. Also habe ich mich mit meinem Konzept „Hier & Jetzt“ beworben, bin für die Präsentation extra von Berlin nach Zürich gefahren – und jubelte nach dem Entscheid der Vereinsmitglieder.

    Du bezeichnest Dich selbst als „Konzept-Künstlerin“…

    Ja, damit beziehe ich mich auf einen bestimmten Moment der Kunstgeschichte. Auf die ersten Konzept-KünstlerInnen. Unter denen befinden sich Haltungen und Positionen, zu denen ich Affinitäten feststelle. Gewiss, ich lebe woanders und meine Kunst stammt aus der heutigen Zeit und Gesellschaft, nur möchte ich aufzeigen, welche Fäden in meiner Hand zusammen laufen. Vermutlich ist dies eine Prägung aus meiner Biographie, denn in meiner Heimatstadt Latina war es ziemlich wesentlich, sich stets eindeutig zu positionieren: Rechts oder links? Links oder rechts? Vom kunsthistorischen Moment abgesehen, mag ich es, vom Konzept auszugehen bzw. vom Denken bzw. vom denkenden ICH. Ständig lebendig, in der Interaktion, ständig am assimilieren, reflektieren, sich produzieren. Kunst ist für mich évidemment auch etwas Räumliches, hat mit Zeit und Bewegung zu tun, daher die für mich relevante Frage „Wo befindet sie sich?“. Im Kunstobjekt, in seiner Aufladung durch den Kontext, in meinen Kopf, in der Behauptung, in der Betrachtung? Ich bin auf der Suche…

    Welche Vorbilder oder auch Einflüsse prägen Dich?

    Oh, da gibt es einige… (lacht)! Allen voran der subtile Humor bei Ernst Caramelle, die Creation permanente bei Robert Filliou, die monumentale Flüchtigkeit der Stimme bei Jenny Holzer und die Revolution bei Richard Serra. Meine Medizin für immer und immer wieder: das Schreiben (das ganze Schreiben) von Jimmie Durham.

    Du hast im Schloss den Workshop „situative und raumbezogene Kunst“ angeboten. Worum ging es dabei?

    Es ging darum, die Teilnehmenden für das zu begeistern, was mich begeistert. Wachsam sich an die Wirklichkeit herantasten, offen und mutig die eigene Antwort formulieren. Die Beschreibung fällt mir schwer, einfach ausprobieren beim nächsten Workshop!

    Abschliessend gefragt, welche Arbeiten bieten einen repräsentativen Einblick in Dein Schaffen?

    Im Moment arbeite ich an „Give & Take“ als Ort und Form für eine wesentliche Handlung. Das fing 2005 mit dem Vorschlag an die Stadt Freiburg an, ein plastisches Objekt als Monument für den Tausch im Stadtraum zu installieren („Der Geschenker“, Siegervorschlag des „Kunst am Bau“-Wettbewerbs, Rieselfeld Projekte, Freiburg). Die Idee kam im Zuge der Reflexion über einen Aspekt der Kunstproduktion. Ich sehe mich als Künstlerin in einem Zwischen-Ort, am Schaukeln zwischen der Assimilation der Wirklichkeit und der Wiedergabe der Wirklichkeit. Aus der ursprünglichen Idee hat sich ein Tausch-Schrank entwickelt, den ich mir am liebsten überall installiert vorstelle – meine aktuelle fixe Idee!

    Weitere Werke umfassen zum Beispiel:

    * „Magic Wands for sale“. 2008, zufällig (?) im gleichen Jahr der globalen Finanzkrise, habe ich Zauberstäbe auf einem öffentlichen Platz verkauft. Seitdem sammle, nummeriere und verteile ich Äste, die ich als zauberhaft deklariere. U.a. werden dabei Wert und Wertladung eines (Kunst)objektes thematisiert.

    * „Mamma, che ore sono?“ sind zwei Arbeiten in einer. Einerseits der Titel: die Befragung oder Vergewisserung der eigenen Positionierung in der Linearität der Zeit. Und andererseits die Intervention an sich, die ich für meinen Ansatz als typisch erkenne: Ich weiss nicht genau, was das ist, es will da sein und bedient sich hauptsächlich der Materialien des umgebenden Raums.

    * In „To Dice- Resonanzen des Suchens“ entstehen theoretisch endlose Kompositionen durch das Würfeln von verschiedenen Fundobjekten. Das Video dauert um die 5 Minuten, es wird im Loop gezeigt; abgesehen von leichten Variationen des Würfeltempos bleibt sich die Suche treu.

    * „Joining“ ist eine Arbeit, die ich im öffentlichen Raum realisiere. Dabei laufe ich mit Passanten mit, bis sie es merken.

    http://www.antomarinov.de

    Abbildungen:

    – „Give & Take“, Holz, Lack. Bocholt, 2015

    – „Zauberstab, # 223“. Berlin 2015

    – „Mamma che ore sono“, Wand, Zement, Kunststoff, Metall. Karlsuruhe, 2006

    – „To dice – Resonanzen des Suchens“, Video, Karlsruhe, 2005 (link: https://vimeo.com/69795642)

    – „Joining“, laufende Fotoserie, abgebildet: Paris, 2011

  • Ferien(s)pass 2015

    Vom 18. bis 25. Juli kannst Du Deinen Körper und Geist auf mannigfaltige Weise entrümpeln! Wir stellen die allererste Ferien(s)pass-Woche unter das Motto „Weight Loss for the Mind“ – ganz nach dem gleichnamigen Büchlein des britischen Komikers und New-Age-Gurus Stuart Wilde, das sich übrigens auch in unserer Bibliothek befindet…

    In Zusammenarbeit mit der Künstlerin und Buchautorin Corina Capri, dem Umweltberater und Troubador Michi Kistler, dem Ökonom und Shiatsu-Therapeuten Massimo Martino, dem vierfachen PowerPoint-Karaoke Champion Patrick Meade sowie Mattia Büttikofer von Folientango, der Psychologin und Grinberg-Therapeutin Michelle Sabatini sowie der Spielrausch-Crew rund um Ivan bietet Dir Fou de Fougerette erstmals eine Ferien(s)pass-Woche für Entspannung, Selbstfindung und Kreativität!

    Das Menü für die sommerliche Tiefenentspannung mitten im lieblichen Morvan , welches Dir auch einen Abstecher ans transationale Strassenkunstfestival „Châlon dans la Rue“ ermöglicht, setzt sich aus folgenden Angeboten zusammen:

    overview_Ferienspass2015

     

    Workshop „Silence & Creativity“ mit Michelle Sabatini

    Sa 18. bis So 19. Juli ganztags, je nach Nachfrage auch am Wochenende vom 25./26. Kurssprache: Englisch (wobei Michelle auch Italienisch, Französisch und ein bisschen Deutsch spricht).

    The workshop „Silence & Creativity“ allows you to confront your dreams with reality and define the steps which are necessary to make your passion part of your life and move in the direction you have chosen! It aims at helping you clarify your wishes, train your ability to pay attention and to connect with what is most important to you, thus helping you to realise a personal objective or project. Far from being something that only concerns artistic expression, creativity is an essential element in shaping (or re-shaping) our lifes in harmony with our passion. Whether you know dream or whether you only know that something has to change, the biggest challenge usually remains the transition from knowing something intellectually to taking action, body and soul. Drawing on her experience as a psychologist, Grinberg® practitioner and her studies at the Tibet-Institut, Michelle uses silence as a method for creating inner space for feeling, thinking, planning… Expect breathing exercises, movement, writing and meditation – as well as a supportive group of likeminded people who will support your project without judgement.

    Für Erwachsene ab 18 Jahren.

     

    Lu Jong (tibetisches Yoga) mit Massimo Martino

    Mo 20. bis Fr 25. Juli. Täglich jeweils von 06.30 – 08.00 Uhr und 17.30 – 19.00 Uhr. Kurssprache: Hochdeutsch (wobei Massimo auch Italienisch, Französisch und Englisch spricht).

    Lu Jong ist eine einfach zu lernende Abfolge von Bewegungen, kombiniert mit rhythmischer Atmung, die tiefgehende Auswirkungen auf die Gesundheit von Körper, Geist und Seele hat. Durch die regelmässige Praxis dieser Übungen kannst Du Deine Abwehrkräfte steigern, Dein inneres Gleichgewicht stärken, neue Energie tanken und geistige Klarheit entwickeln. Die heilenden Bewegungen des Lu Jong stammen aus dem tibetischen Buddhismus und wurden vor rund 8000 Jahren von Mönchen entwickelt, die sich als Eremiten allein in die Berge zurückgezogen hatten.

    Bitte eigene Yoga-Matte, eine Decke, bequeme Kleidung sowie nach Bedarf auch ein Kissen mitbringen. Die Übungen finden je nach Witterung im Park oder im Ballsaal statt.

    Für alle, die sich während 90 Minuten auf Lu Jong konzentrieren und ruhig sein können : ) Bitte beachte, dass der gesamte Kurs gebucht werden muss; die Teilnahme an einzelnen Tagen ist nicht möglich.

     

    Workshop „Konsumfluch(t)“ mit Michi Kistler

    Mo 20.7., Mi 22.7. und Fr 24.7. jeweils von 09.00-12.00 Uhr

    Wie kann ich den Konsumzwängen entsagen, den allmächtigen Konzernen ausweichen, zum Schutz von Natur und Ressourcen beitragen und trotzdem komfortabel und erfüllt leben? Der Umweltberater, Kommunikationsfachmann und Troubadour Michi Kistler aka Ambossma regt Dich an drei Vormittagen zum kritischen Nachdenken an. Eine Schatzjagd, auf der Du für Dich ganz persönlich entdecken kannst, wie Du dem Fluch des Konsums entkommst.

    Bitte einen wachen Geist, Notizblock und Stift mitbringen.

    Für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren, die ein bierernstes Thema locker und unverkrampft angehen möchten.

     

    Workshop „Château Alchémie“ mit Corina Capri

    Mo 20. – Fr 25. Juli. Täglich jeweils 14.00-17.00 Uhr

    Corina Capri sagt: Kreativität ist Energie und diese seltene Blume blüht nicht nur im Verborgenen, sie schwimmt auch in der Alltagssuppe! Also lass’ Deine Wahrnehmung einmal kräftig durchschütteln, reise mit offenem Bewusstsein durch die Länder deiner inneren kreativen Energien und verankere Deine Schloss-Erfahrungen mittels künstlerischer Prozesse in Deinem Leben. An fünf Halbtagen begleitet Dich die Künstlerin und Autorin des „Creative Notebook for Alchemists“ dabei, Dein eigenes Notebook zu kreieren, welches Dich stets von Neuem daran erinnern wird, dass Du bereits ein inspiriertes und schöpferisches Wesen BIST!

    Stichworte: Einmal ein Baum sein, Dein innerer Künstler, Farbenfluss, Kraftplatz, Fülle, Landart-Twittern, Fotografieren, Imaginieren, Schreiben, Experimentieren, Transformieren, Fotospazieren, Neubeginn.

    Für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren. Es werden keine künstlerischen Vorkenntnisse vorausgesetzt. Damit ein Notebook entstehen kann, muss der gesamte Workshop besucht werden; einzelne Nachmittage können auf Anfrage besucht werden.

     

    Angebot Grinberg & Shiatsu

    Michelle (Grinberg Method) und Massimo (Shiatsu) bieten von Montag 20.7. bis Freitag 25.7. täglich drei individuelle Behandlungen von je 1 Stunde an, welche im Voraus buchbar sind. Buchungen erfolgen auf der Basis von „first come, first served“!

     

    Fou de Fougerette and Folientango.ch proudly present: La „Soirée Karaoké de PointFolie“

    Freitag, 24. Juli, 21.00 Uhr.

    Wir feiern ein weiteres legendäres Fancy Dinner und setzen diesmal noch eins obendrauf: Bei PowerPoint-Karaoke dreht sich alles darum, bis dato nie gesehenen Slides fachlich kompetent zu präsentieren und sogar Fragen aus dem Publikum souverän zu beantworten. Ein riskantes Spiel mit hohem persönlichen Einsatz und noch höherem Unterhaltungswert, das den Wahnsinn auf den Punkt bringt. Bei dieser Reise ins Absurde übernimmt der vierfache Schweizermeister und Folientango-Mitbetreiber Patrick Meade gemeinsam mit Mattia Büttikofer den Steuerknüppel und bringt uns die Kunst des gnadenlosen Bluffs näher… Du brauchst nichts mitbringen ausser ein loses Mundwerk und die Lust am Fabulieren. Am besten hörst Du zur Vorbereitung 1x täglich Mani Matters Klassiker „Hemmige„!

    Für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren.

     

    Spielrausch goes Fougerette

    Samstag 26. und Sonntag 27. Juli, von früh bis spät : )

    „Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen.“ (Oliver Wendell Holmes, 1809 – 1894, US-amerikanischer Arzt und Essayist)

    Im Hive sind sie längst schon legendär, die berauschenden Spielabende, welche im Winterhalbjahr regelmässig in geselliger Runde stattfinden. Eh bien, diesmal bespielen wir den Schlossrasen! Das abschliessende Wochenende bietet Dir u.a. ein Kubb- oder Möllky-Turnier, Brettspiele rund ums Thema „Schloss bzw. Adel verpflichtet“, Frage-/Antwort-Spiele mit Mittelalter-Szenarien und auch beliebte Spielrausch-Klassiker wie Stuhltanz, Jenga-Turmbau oder die Nüssli-Challenge.

    Für jedes Lebensalter passend : )

     

    Nähere Infos & Kontakt

    Wer kann teilnehmen?

    Das Angebot richtig sich exklusiv an unsere Vereinsmitglieder und ist für diese als Ferienaufenthalt buchbar. Nähere Infos zu den Kurs- und Übernachtungskosten auf Anfrage (Du hast die Wahl zwischen Camping mit Selbstversorgung und Unterkunft im Haus mit Halbpension).

    Selbstverständlich können auch die im Rahmen eines Volontariats vor Schloss weilenden Vereinsmitglieder nach Rücksprache gerne teilnehmen. Bei Interesse bitte Monika per Mail kontaktieren.

    Kosten

    Wir schicken Dir alle Infos gerne auf Anfrage und keine Sorge: Alle Angebote sind erschwinglich : ) Ein riesengrosses Dankeschön an alle ReferentInnen für Ihre Begeisterung und die grosszügigen Konditionen, welche den ersten Ferien(s)pass im Schloss möglich machen!

    Bitte beachte:

    • Bei einigen Angeboten ist die Platzzahl beschränkt d.h. es gilt „first come, first served“.
    • Da einige der Angebote nur bei genügend Anmeldungen durchgeführt werden, sind wir dankbar, wenn Du Dich bei Interesse möglichst rasch meldest.
    • Anmeldungen sind verbindlich : )
    • Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2015.

    Anmeldung / Fragen

    Du erreichst Monika wie folgt:

    contact@fougerette.org
    oder
    +41 (0)76 383 12 05
    +33 (0)781 190 192

  • Abgehoben

    Mögen günstige Winde allen LuftentSCHLOSSenen ein himmliches Wochenende bescheren! Da in der Vorschau leider keine Bilder angezeigt werden, please click here to see the (f)airy castle: https://fougerette.wordpress.com/2015/06/12/unser-luftschloss/.

    Luftschloss_ahoi
    Quelle: The WörldWäid-Interweb bzw. http://www.social-media-knigge.de/wp-content/uploads/2013/09/Luftschloss.jpg
  • Meet les Salomon

    Salomon_3
    Christian und Suzanne Salomon

    Interview: Anne-Sophie Keller.

    Im Landhaus des seit 1978 verheirateten Ehepaars duftet es bei meinem Besuch fein nach Gewürzbrot. Neben diversen Honigsorten und Kerzen aus Bienenwachs, ist dies eines der Produkte, welches die Salomons täglich an Kundschaft aus der Gegend sowie Touristen verkaufen. Der Imker lebt mit seiner Frau Suzanne seit gut zwei Jahren am Fusse des Schlossgeländes.

    Drei Dekaden süsse Leidenschaft

    «Das Wohl meiner Bienen ist mir wichtiger als meines!», sagt Christian Salomon mit Nachdruck. Seit 30 Jahren gehören die Bienen zu seinem Alltag; wenn er erklärt, warum er in den Morvan gezogen ist, gerät der ehemalige Champagner-Produzent und Imker ins Schwärmen: «In der Marne wurden viele Weinreben behandelt und das wirkt sich auch auf die Honigproduktion aus. Hier ist die Gegend nach wie vor sehr urtümlich, die vielen naturbelassenen Weiden und Hügel sind ideal».

    So ein Pieks hält jung!

    «Mein Beruf bietet grenzenlose Freiheit und einen abwechslungsreichen Alltag. Man wird damit vielleicht nicht reich, aber man kann davon leben. Es gibt gute und schlechte Jahre, das muss man im Hinterkopf haben und finanziell einkalkulieren. Dafür kann ich sehr  naturverbunden leben und das ist selten», führt er aus. Und so nimmt er auch gerne die bis zu drei Bienenstiche pro Tag in Kauf. «Ein Bienenstich ist gesund und kann sogar gegen Rheuma oder Muskelschmerzen helfen. Schauen Sie uns an! Wir sind noch immer jung!», grinst Christian fröhlich.

    Ziemlich bizarr…

    Fragt man das Paar, was sie von ihren verrückten Schweizer Schloss-Nachbarn halten, antworten sie entwaffnend ehrlich: «Also am Anfang fanden wir das schon etwas exzentrisch! Da tauchten im Dunkeln plötzlich überraschend ein Schlossherr in Begleitung eines bärtigen Wildhüters und einer jungen Frau auf und erzählte, er hätte Fougerette gekauft. Ziemlich bizarr…». Doch als dann Schlossherrin Monika eingetroffen sei, sei alles anders geworden. «Wir scherzten und sagten, dass wir nun eine neue ‚châtelaine‘ hätten. Sie antwortete wie aus der Pistole geschossen: ‚Nein, keine Schlossherrin, eine Monika!‘. Diese Bescheidenheit hat uns bezaubert.» Die Schlossherrschaft ihrerseits ist voll des Lobes über die sympathischen Nachbarn, den leckeren Honig und die immer wieder sehr wertvolle nachbarschaftliche Hilfe, welche von Ratschlägen und Kontakten bis hin zur Ausleihe von Maschinen reicht.

    Besuch willkommen

    Wer die Salomons besucht, wird mit offenen Armen empfangen und gerne herumgeführt. Ein paar Impressionen findest Du nachstehend. «Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir Besuchern unser Handwerk zeigen und näher bringen können», unterstreicht Christian. Ein Besuch lohnt sich alleweil, denn es gibt viel Spannendes zu sehen und degustieren darf man selbstredend auch, die Palette reicht von Frühlingshonig über Brombeerhonig, Akazienhonig, Wiesenblumenhonig bis hin zu Kastanienhonig, nicht zu vergessen Propolis-Tinktur, Honigbonbons, Gewürzbrot, Bienenwachsfiguren und (mmmmh!!!) Honigwein : )

    Für Interessierte zum Weiterlesen: Vertiefte Infos über Honig, Bienenwachs & Propolis (Quelle: MDR-Sendereihe Hauptsache gesund)

    Adresse

    Ferme Apicole de Fougerette
    Christian & Suzanne Salomon
    Lieu Dit Fougerette
    F-71190 Etang-sur-Arroux

    www.fermapifou.com

    PS: Auf Anfrage bietet die Ferme Apicole de Fougerette Praktika für Nachwuchs-Imker an, Dauer je nach Verfügbarkeit von einer Woche bis zu einem Jahr. Kontakt s. www.fermapifou.com.

     

  • Zeugs & so

    Wer die Zürcher Bahnhofstrasse entlang flaniert, sieht Läden über Läden – und überall in den Schaufenstern türmen sich die neusten Produkte, verlocken zum Kauf. Doch woher zum Gugger kommt das ganze Zeugs überhaupt?

    The Story of Stuff.

    Genau dieser Frage ging die Amerikanerin Annie Leonard nach. Leonard wollte mehr über die Herstellung von Produkten erfahren und begab sich auf eine zehnjährige Entdeckungsreise (wir begegneten der Reizüberflutung vor dem Verkaufsregal bisher pragmatisch mit der Idee einer 1:12 Initiative für Waschmittel…) Anschliessend startete sie das Filmprojekt The Story of Stuff. Ihr Video wurde zu einem Riesenerfolg, mittlerweile ist daraus ist eine weltweite Bürgerbewegung entstanden und das Story of Stuff-Project fordert uns auf, neue Wege einzuschlagen.

    Für dumm verkauft?

    Wenn ein Latte Macchiato in Zürich stolze CHF 7.50 kostet und ein T-Shirt bereits ab CHF 9.90 zu haben ist, was sagt uns das? Vielleicht, dass das T-Shirt auch nicht viel länger als 15 Minuten was taugt? Wie kommt es, dass Konsumgüter wie Möbel, die früher fürs ganze Leben gekauft wurden, heute ebenso starken saisonalen Trends unterworfen sind wie die Mode? Müssen Teebeutel einzeln abgepackt sein? Ist eine Kartoffel, die von A nach B transportiert wurde, wirklich mehr wert? Und ist es tatsächlich „günstiger“, wenn das für CHF 79.90 erstandene Zelt nach dem Open Air liegen gelassen wird anstatt es nach Hause zu schleppen – und wenn ja, für wen eigentlich?

    Es ist höchst fragwürdig, ob diese Rechnung aufgeht. Tatsächlich scheint das System total aus den Fugen geraten, die Glaubwürdigkeit dahin. Rational ist die Preisgestaltung oft nicht  nachvollziehbar und manchmal befällt einen gar die dumpfe Befürchtung, dass auch die erfreulich zahlreichen „Bio/Fairtrade/Öko“-Labels  unter dem Strich nichts anderes als nett verhüllte Varianten des Spiels „Wie hoch kann ich meine Marge treiben?“ sind…

    Unsere Welt ist rund

    Bereits in den 1970er Jahren ging der Biochemiker, Umweltexperte und Vater des „vernetzten Denkens“, Dr. Frederic Vester, der Frage nach, was passiert, wenn lineare Ansätze auf geschlossene Systeme prallen, die eigentlich nach Kreisläufen verlangen. Leider ist das vorherrschende Wirtschaftsmodell noch immer linear und allein darauf ausgerichtet, immer schneller immer mehr zu verkaufen. Annie Leonard erklärt die Zusammenhänge so:

     

    Um zu erfahren, welche Glaubenssätze Dein persönliches Handeln bestimmen, beantworte nachstehend unser wissenschaftlich in keinster Weise fundiertes Persönlichkeitsquiz:

    Wer entscheidet in Sachen Zeugs, was läuft?

        1. Glasklarer Fall: I’ve got the power! (Gruss an den gleichnamigen Refrain von Snap)
        2. Die Grosskonzerne haben zu viel Macht, da kann man nichts machen, ich bin halt nur ein… (Gruss an die tollen WWF-Plakate von Spinas Civil Voices)
        3. We are the world! Gemeinsam können wir unglaublich viel bewegen. (Gruss an die gleichnamige Charity Single von Michael Jackson und Lionel Richie)
    • Antwort 1. Du bist kompromisslos, subversiv und bereit zu radikalen Veränderungen. Wenn Du über Dein aktuelles politisches Steckenpferd referierst, glimmt ein irrer Funke in Deinen Augen. Höchstwahrscheinlich wird Dein Handy seit Jahren abgehört und Du bewegst Dich mit Deinen Nacht- & Nebel-Aktionen staatsbürgerlich auf dünnem Eis. Dennoch: Du bist ein Macher-Typ, wenn auch mit leicht diktatorischen Zügen.
    • Antwort 2. Du leidest seit Deiner Kindheit am David gegen Goliath-Syndrom und trägst das gefürchtete Waschlappen-Gen in Dir. Zwar findest Du überall ein Haar in der Suppe und zerreisst Dir innerlich gerne das Maul über die Misstände in der Welt, doch Dein Mut verlässt Dich spätestens dann, wenn Dich jemand nach Deiner Meinung fragt.
    • Antwort 3. Du sehnst Dich nach globaler Harmonie, glaubst an das Gute im Menschen und bemühst Dich, mit Deinen wohldurchdachten Handlungen möglichst wenig Schaden anzurichten. Ganz abgesehen davon, dass Dir soziale Ungerechtigkeit ein Dorn im Auge ist, bist Du der geborene Networker und weisst, wie Du Dinge ins Rollen bringst. Aber Obacht: Wenn Du Deine Anliegen nicht in konkrete Handlungen transformierst, besteht die Gefahr dass Du zum Typus des „ewigen Kongress-Gängers“ mutierst…

    Hä, Capannori?

    Ausgerechnet eine italienisches Kaff tritt den Beweis an, dass die Bürgerinnen und Bürger die Zügel in die Hand nehmen und nachhaltige Veränderungen bewirken können: Capannori in der Toscana ist heute ein Zero Waste Champion und betreibt seit 2010 das europaweit erste Forschungslabor für Zero Waste.

    Wäre doch toll, wenn man auch in Zürich (oder in Etang sur Arroux!) im Laden eigene Behälter nachfüllen könnte, anstatt ökologisch unsinnigen Verpackungswahnsinn mitzufinanzieren!

    Wer ist dabei? Oder gibt’s schon sowas?

    P.S.:
    Über Konsumfluch(t) nachdenken und mit Gleichgesinnten diskutieren kannst Du übrigens während der Ferienspass-Woche auf Foguerette vom 18.-26. Juli!

     

    Weiterführende Links

    • http://storyofstuff.org/
    • http://www.zerowasteeurope.eu/
    • http://www.c2ccertified.org/products/registry: Liste zertifizierte Cradle2Cradle Podukte, die in geschlossenen Kreisläufen hergestellt werden.
    • http://en.wikipedia.org/wiki/Short_food_supply_chains
    • http://reset.org/knowledge/plastic-ocean-plastikinseln-im-meer
    • http://www.fairphone.com/

    … und natürlich noch unzählige mehr. Input willkommen!

  • Gruss von Tante Rosa

    Ein Thema, mit dem man sich nach wie vor eigentlich nur in die Nesseln setzen kann: Die Menstruation. Dieser so alltägliche körperliche Vorgang findet meist im Verborgenen statt und bleibt tabu-behaftet, obwohl gerade jetzt in diesem Moment weltweit geschätzte 330 Millionen Frauen menstruieren.

     

    Pink Tax – wenn Monatshygiene eine Frage der Finanzen ist

    Kannst Du Dir Dein Frauenleben ohne Menstruationstasse, Tampons, Binden oder frisches Wasser zum Waschen vorstellen? Für unzählige Frauen rund um die Welt ist genau dies bittere Realität. Erstens weil Wasser sowieso knapp ist. Und zweitens, weil die Hygieneartikel für sie schlicht zu teuer sind. In diesem Zusammenhang wird deshalb von der sogenannte „Pink Tax“ gesprochen, einer Steuer, die nur Frauen entrichten müssen.

     

    Menstrual Man – wenn Monatshygiene zur Männersache wird

    „Padman“ Arunachalam Muruganantham an der von ihm erfundenen Maschine

    Der Inder Arunachalam Muruganantham ging bereits mit 14 von der Schule ab und wurde Feldarbeiter. Trotzdem hat er ein ebenso beeindruckendes Projekt wie das Barefoot College ins Leben gerufen und eine simple Maschine entwickelt, mit der sich kostengünstig Damenbinden herstellen lassen. Entsetzt stellte er nämlich fest, dass sich seine Ehefrau, seine Mutter – wie viele andere Inderinnen auch – keine Hygieneartikel leisten konnten und beschloss, etwas dagegen zu tun. Im BBC-Artikel The Indian sanitary pad revolution erzählt Muruganantham davon, wie ihm dies unter grossen persönlichen Opfern gelang.

    Anstatt im Anschluss an seine Erfindung der Proftigier und dem Grössenwahn anheim zu fallen – immerhin wurde er 2014 von „Time“ zu den 100 einflussreichsten Menschen gewählt – bleibt Muruganantham genau wie der „schwarze Leonardo“ George W. Carver ein bescheidener Mensch, der sich mit dem Wissen begnügt, dass seine Erfindung für die betroffenen Frauen ein unglaubliches Plus an Lebensqualität bedeutet.

    Hier der Link zum Trailer des Dokumentarfilms Menstrual Man – eindeutig sehenswert!

     

    Frau werden – liebevolle Vorbereitung auf die erste Menstruation

    Abschliessend noch ein persönlicher Tipp an alle Eltern, Grosis, Gottis, Tanten & Co.: Unsere beiden Patentöcher haben kürzlich den wunderbaren Workshop „Die Zyklus-Show“ des MFM-Projekts besucht, in dem der weibliche Zyklus auf anschauliche und liebevolle Weise vermittelt wird. Sehr empfehlenswert für Mädchen im Alter von 10-12 Jahren!

    Für Jungs der gleichen Altersstufe gibt es den Workshop „Agenten auf dem Weg„.

    Die deutsche Ärztin und Gründerin Dr. med. Elisabeth Raith-Paula wurde für ihr Projekt zum Ashoka-Follow nominiert; die Organisation Ashoka unterstützt weltweit Menschen, die richtungsweisende, soziale Projekte initiiert haben.

    ________________

    Weiterführende Links

  • Meet Jason

    jason
    Das richtige Kaliber Föhn für Handwerker mit Dreadlocks…

    Ich bin: Wer ich bin.
    Mich reizen: Reisen, neue Erfahrungen, lernen.

    Jason ist unser diesjähriges Hausfaktotum, denn er weilt nicht nur am längsten im Schloss, er ist auch äusserst vielseitig und packt überall tatkräftig mit an. In Australien geboren und aufgewachsen, führten ihn seine internationalen Wurzeln (englischer Vater, deutsche Mutter) bereits 1999 nach Europa. Dass er in der Schweiz Deutsch lernen wollte, führte versehentlich dazu, dass er nun auch Schweizerdeutsch nahezu perfekt beherrscht… Nach 13 Jahren im Dienste sauertöpfischer Banker beschloss der studierte Software-Ingenieur, der Finanzindustrie den Rücken zu kehren und erneut die Welt zu bereisen, was ihn nun letztlich nach Fougerette geführt hat… Zuvor war Jason u.a. in Indien, wo er sich seine trendy Haarpracht zulegte und in einem Tierheim sein Herz für putzige Äffchen entdeckte. Jason findet es toll, was er auf Fougerette alles von erfahrenen Baufprofis lernen kann, und nutzt die Zeit auch dazu, sein Schweizerdeutsch, Deutsch und Französisch (in etwa dieser Reihenfolge) aufzupolieren. Mit äusserst erfreulichem Resultat, denn während seines Aufenthalts in unserer helvetischen Enklave hat er den Schweizer Pass erhalten. Congrats & welome, Jason! Du bist der lebende Beweis dafür, dass Sprachkurse eben doch was bringen : )

    Jason packt von März bis Ende August auf Fougerette mit an.

  • TOM HAT TOM ATEN

    … und ausserdem hat er heute Geburtstag – joyeux anniversaire, Tom! Das Richtfest für den vielvesprechenden „tomato tube“ fand gestern Pfingstmontag im Beisein der Helfershelfer sowie der dienstältesten Hasendame statt, s. nachstehendes Foto. Our very special thanks to Peter, Markus und Roughy!

    Tom_aten1Tom_aten2

  • Meet Pascale

    Ich bin: Entdeckerin mit Leidenschaft und einem einzigartigen Lachen.
    Mich reizt: Endlich einmal ohne schlechtes Gewissen schmutzig werden zu können!

    Nach einer Nachtschicht per Zufall auf einen Bericht über Fougerette gestossen, wusste ich: Das wird mein nächstes Abenteuer. Das Dorfleben im schönen Seeland verliess ich kurzum in Richtung Frankreich und verliebte mich zugleich in die altertümlichen Gemäuer. Seit meinem ersten Aufenthalt letztes Jahr hat mich Fougerette mit seinen individuell charmanten 55 Zimmern gewiss fest im Griff. Wenn ich nicht am Bäume fällen bin, wusle ich durchs Schloss und versuche als Chaotin Ordnung in die Baustelle zu bringen und die Ankunft für neue „Verrückte“ so angenehm wie möglich zu gestalten. Ich geniesse das Kennenlernen von neuen Gesichtern, die langen Sommernächte mit den vielen Sternschnuppen, die Abkühlungen im Pool, das Schrubben der Treppe auf den Knien, das Feuer im Kamin der Bibliothek in kalten Nächten, die Einkaufstouren mit Monika, ihre UNSCHLAGBAR köstlichen Hackfleischbällchen, das MMA-Kämpfe anschauen mit Nicola, das Spielen mit der Prinzessin, die unzähligen Brocki-Entdeckungstouren, ein Teil der wunderbaren Schlosscrew zu sein – what else?!

    Pascale leitet im Sommer das Ressort Housekeeping.

  • Beeindruckend barfuss

    Wer sich die absolute Hoffnungslosigkeit, die in vielen ländlichen Gegenden auf dieser Erde herrscht, vor Augen führt, kann an einem trüben Tag durchaus zum Schluss kommen, dass auf diesem Planeten Hopfen und Malz verloren sind… Umso beeindruckender ist es, wenn dann irgendjemand von einem Projekt wie dem Barefoot College erzählt, das ohne (Pl-)Attitüden einen Weg aus der Armut aufzeigt. In solchen Momenten kann man nur ehrfürchtig staunen, wie viel eine einzige Idee bewegen kann!

    Grossmütter als Solar-Ingenieurinnen

    Wie bitte?! Ja, Du hast richtig gelesen. Das 1972 von Bunker Roy gegründete Barefoot College in Indien ist die „Universität der Armen“. Es hat hunderte von Frauen aus armen ländlichen Gegenden, die kaum oder gar nicht lesen und schreiben können beigebracht, wie sie Solarzellen und -batterien installieren, wie sie diese warten und reparieren und damit das Leben in ihren abgelegenen Dörfern auf immer verändern können. Diese Frauen haben sogar weitere Frauen aus umliegenden Dörfern ausgebildet! Der Grundgedanke hinter diesem unglaublichen Projekt: Empowering Women as agents of sustainable change d.h. Frauen dazu befähigen, nachhaltige Veränderungen zu bewirken.

    Interesse am Gemeinwohl als Erfolgsgarant

    Das Barefoot College bildet Frauen und Männer aus. Die Kurse für Solar-Ingenieure wurden in den 1990ern gestartet und die Studierenden kamen aus ganz Indien; Sprachbarrieren waren kein Problem, denn die Ausbildung orientierte sich an Form und Farbe der Komponenten und der Unterricht wurde mimisch-nachahmend konzipiert. Etwas überrascht stellte man dabei fest, dass die besten Kandidatinnen für eine Ausbildung Frauen im mittleren Alter sind, von denen die meisten bereits Grossmütter waren. Warum? „Weil ungebildete Grossmütter bescheiden sind und weil es einfach ist, sie zu unterrichten. Grossmütter haben ein ausgeprägtes Interesse an ihrem Dorf und verspüren nicht den Wunsch, an einen anderen Ort zu ziehen. Gib‘ einem Jugendlichen eine Ausbildung und er macht sich auf den Weg in die Stadt, um einen besseren Job zu finden.“, formuliert Gründer Bunker Roy seine Erkenntnis.

    Technologie gehört in die Hände der Gemeinschaft, die sie nutzt

    Am Barefoot College ist man davon überzeugt, dass die Dorfgemeinschaft dahingegend sensibilisiert werden muss, dass sie Technologie aktiv managt, kontrolliert und in Besitz nimmt („take ownership“). Auch ärmste Dorfgemeinschaften können ihre eigene Solar-Ausrüstung betreiben, wenn sie wissen, wie sie das Material im Dorf selbst bereitstellen und warten/reparieren können.

    Die Zahlen sprechen für sich

    Bis Ende 2007 installierten indische Barfuss-IngenieurInnen – ganz ohne Hilfe städtischer Fachkräfte – 8,700 Solar-Einheiten, welche täglich 500 kilowatts (kW) generieren, und stellten 4,100 Solarlampen her. 574 Weiler und Dörfer (um die 100,000 Menschen) sowie 870 Schulen verfügen nun über Solarstrom. Im abgelegenen Himalaya installierten 270 Absolventen der Barefoot College, darunter 57 ungebildete Landfrauen, 16 Solarkraftwerke mit einer Leistung von je 2.5 kW. Die Frauen stellten 40 Parabol-Solarkocher und 71 solarbetriebene Boiler her, und riefen gemeinsam mit anderen 23 Elektro-Werkstätten ins Leben.

    Aber genug der Schwärmerei, wir lassen hiermit diese schlicht geniale Idee gleich vom Gründer selbst erklären (und falls Du Lust hast, darüber nachzudenken, wie Dein Beitrag aussehen könnte, dann empfehlen wir Dir den Workshop „Konsumfluch(t)“ während unserer Ferienspass-Woche!):

     

    Einen ausführlichen Artikel zum Projekt findest Du zudem hier (auf Englisch): http://www.wipo.int/wipo_magazine/en/2009/03/article_0002.html