Kategorie: Hinter den Kulissen

  • Deko Total / Meet Nina Haas

    Comini im Jelly-Valley (Licht-Installation CR)

    Falls Du schon mal auf Fougerette das Tanzbein geschwungen hast, erinnerst Du Dich bestimmt an die unglaubliche Deko, die jeweils das ganze Schlossgelände in eine Wunderwelt verwandelt… 

    Eine der kreativen Macherinnen hinter diesen Wunderwelten ist Nina Haas, die jeweils beim bei den Kapi-Tän-Zen ihre Fantasie sprühen lässt. Die gelernte Kleidermacherin gewann 2006 als Newcomerin den „Swiss Talent Award“ am Walk of Fashion in Winterthur, was ihr Leben erst mal gehörig durcheinander wirbelte. Mittlerweile entwirft Nina auch Kostüme, macht Deko für Zürcher Clubs und hat gemeinsam mit DJ und Lebenspartner Martin Comini ein eigenes Design-Label lanciert (www.u-and-i.ch). Die Zürcherin mit Bündner Wurzeln ist kein Mensch der grossen Worte. Feingliedrig und gertenschlank, spürt man bei ihr gleichzeitig diese innere Spannkraft, dieser Wille, sich nicht verbiegen zu lassen.

    Nina, als Designerin tanzt du auf vielen verschiedenen Hochzeiten. Wo hast Du Deine ersten gestalterischen Gehversuche gemacht?

    Mir war früh klar, dass ich im kreativen Bereich tätig sein möchte. Meine Eltern ermutigten mich, etwas zu finden, das mir Freude bereitet. Die visuelle Kommunikation der Kleider faszinierte mich schon früh. Als ich 14 war, spielte ich gerne damit, mich unterschiedlich zu kleiden und war fasziniert davon, was für einen Einfluss Kleider haben: Deren Kraft ist enorm, sie beeinflussen nicht nur, wie uns die Welt wahrnimmt, sondern auch unser Selbstgefühl.

    Du bist dann allerdings mit 16 erst mal nach London ausgewandert…

    In diesem Sommer arbeitete ich am oberen Letten und sparte etwas Geld. Ich wollte mehr von der Welt sehen und entschied mich, nach London zu gehen, um dort die Sprache zu lernen – unter anderem in der Hoffnung, später in einer Modeschule Fuss zu fassen. Mir gefiel der „London style“. Weg vom eher konservativen Graubünden war London für mich die absolute Befreiung. Dort entdeckte ich auch die Underground Partyszene, lebte in besetzten Häuser und lernte interessante Menschen aus der ganzen Welt kennen. Damals fiel mir auf, wie sehr wir von der eigenen Kultur geprägt werden und wie stark diese unser Denken das Fühlen beeinflusst. Das weckte meine Lust zu Reisen. So reiste ich anschliessend für 3 Monate durch Indien. Ich bin sehr froh um diese Zeit, denn in diesem Alter, bist du noch auf der Selbstsuche. Da tut das Reisen gut.

    Hast Du die Ausbildung später nachgeholt?

    Ja. Doch ich ging lieber vom Handwerk aus. Mit 19 Jahren habe ich eine 2-jährige Ausbildung als Kleidermacherin gemacht. Dort konnten wir als Lernende schon während der Ausbildung einen eigenen Style entwickeln. Drapieren an der Büste mochte ich besonders gerne. Im 2. Jahr setzte ich eine selbstentworfene Kollektion um. Zu diesem Zweck brachte ich mir diverse Techniken bei, um Textilien zu gestalten, etwa Seidenmalerei, Bleaching und Batik. Eigene Drucke zu entwerfen hat mir Spass gemacht. Die Muster wurden speziell ans Schnittmuster angepasst. Damals zeichnete ich alles von Hand.

    Sozusagen aus dem Nichts heraus hast Du dann 2006 mit der Kollektion „Cocoon“ am Walk of Fashion den „Swiss Talent Award“ gewonnen…

    Ja, das konnte ich zuerst fast nicht fassen! Damals war ich gar nicht mal so zufrieden mit dem Resultat, ich hatte eine andere Favoritin.

     

    Ein solcher Preis ist ja oft auch ein Sprungbrett für eine Karriere…

    Damals meldete sich tatsächlich ein Investor. Doch letztlich hatte ich das Gefühlt, es sei zu früh für eine grosse Kiste. Ich hatte noch viel zu lernen und bin heute froh, dies in kleinen Schritten gemacht zu haben und ohne mich zu verschulden. Die Anfrage hat mich jedoch sehr motiviert, gleich weiter zu machen. Somit gründete ich das Label KUKI und zog nach Bali, wo ich dann 5 Jahre lebte und eigene Designs umsetzte. Ich verkaufte Kleider in der Schweiz, London und Bali. Die letzte Kollektion von KUKI verkaufte ich 2011.

    Und was machst Du denn jetzt?

    Kleider, Accessoires, Kostüme, Objekte… Für mich fliesst das alles ineinander und so können etwa Lichtobjekte durchaus auch Impulse für Kostüme geben. Inzwischen kreiere ich hauptsächlich Einzelstücke.

    Für wen oder mit wem arbeitest Du zusammen?

    Seit über fünf Jahren arbeite ich mit der Performance-Künstlerin Zora Vipera. Ich habe diverse Kostüme für sie kreiert. Wir teilen ähnliche Inspirationen und ergänzen uns gut. Als Zora mich anfragte, hatte ich gerade die Kleider für den Film Portable Life von Fleur Boonmann gemacht, in dem auch Rutger Hauer mitspielte. Da entdeckte ich meine Passion für zeitaufwendige Einzelstücke.

    Mit Comini ist das Licht in mein Leben gekommen. Gemeinsam haben wir das Label U+I gegründet, für das wir Design-Objekte entwickeln. Angefangen hat das Ganze mit Spielereien im Atelier. Dann öfters gemeinsam Partys dekoriert. Auch der Quallenwald, welcher wir für den Captain’s Rave realisierten, ist ein gemeinsames Projekt. Nachdem wir eine Wand und die Eingangstüre im Club Zukunft gestaltet hatten, kam der Auftrag die WCs zu designen. Das hat uns sofort interessiert, weil die Toiletten im Nachtleben eine wichtige Rolle spielen, aber oft vernachlässigt werden. Bei diesem Auftrag entstand unter anderem auch der Spiegel, der uns dazu bewegte, ein eigenes Label zu gründen.

    Wie wichtig ist es bei einer Zusammenarbeit, dass die Chemie stimmt?

    Das ist für mich das Allerwichtigste. Springt der Funke nicht, trägt die Arbeit keine guten Früchte. Danach orientiere ich mich.

    Eine besondere Art der Zusammenarbeit entsteht jeweils beim Captain’s Rave…

    Stimmt, der Captain’s Rave ist ein sehr spezieller Anlass mit einer fantastischen Kulisse. Es ist eine unglaubliche Team-Leistung, denn die verschiedenen Locations werden von rund 30 Personen bespielt, die oft schon wochen- wenn nicht monatelang im Voraus an der Deko arbeiten. Es entstehen dabei wunderbare Sachen, richtige Zauberwelten. Es gibt tolle Performances und gute Musik auf mehreren Floors. Dieser Event ist ein echtes Liebhaberprojekt. Viele Gäste machen auch ihre Kostüme selber. All das macht den Event so farbig und besonders. 2017 steigt das 10-jährige Jubiläum und alle Tentakel wackeln schon vor lauter Vorfreude auf das Riesenspektakel : )

    Du sagst von Dir, dass Du lieber im Hintergrund bleibst. Wie wichtig ist Dir Anerkennung?

    Wenn man Sachen macht, die keinen Träger finden, bleiben sie leblose Objekte und verlieren ihre Erfüllung. Für mich ist es die grösste Bestätigung, wenn jemand meine Kleider mit Freude trägt und sich darin ganz zuhause fühlt, sich selbst sein kann.

    Was bedeutet Geld für Dich?

    Früher war Geld für mich der Feind. Verantwortlich dafür, dass meine Familie zerbrach. Schuld daran, dass die Welt zugrunde geht. Inzwischen habe ich mit dem Geld meinen Frieden gemacht und sehe es als das, was es ist: Ein Mittel zum Zweck. Wenn Du keine finanzielle Existenz hast, dann blockiert Dich das. An dem Punkt stand ich auch schon. Nun habe ich einen Job, der mich finanziell trägt. Das gibt mir Raum fürs Kreative, denn mir ist es wichtig, dass die Inspiration mein Antrieb ist und nicht das Geld.

    Bist Du eine Einzelkämpferin?

    Ich bin sicher gerne für mich. Diese Zeit ist sehr wertvoll und notwendig für meine Arbeit. Ich liebe es jedoch, mit anderen Menschen zu arbeiten. Wenn man sich gegenseitig inspiriert, beflügelt das enorm.

    Dein Stil?

    Im stetigen Wandel. Kleider und Kostüme nutze ich nicht mich zu Verkleiden, sondern um einen Aspekt der Persönlichkeit zu untermalen. Oft habe ich keine Lust, mich zu schminken. Doch manchmal ist genau dies notwendig, gewisse Züge hervorzuheben. Ästhetisch und kulturell fasziniert mich Japan. Von den Epochen her beeinflussen mich die 20er und 70er Jahre.

    Würdest Du Deine Kreationen als Kunst bezeichnen?

    Manches ja.

    Und was motiviert Dich zu Deinen Kreationen?

    Woher dieser Drang kommt, Dinge zu kreieren, weiss ich nicht. Seit der ersten Kollektion interessiert es mich, Kleider mit Tanz in Bewegung zu bringen, was deren Ausdruck verstärkt. Bei den Arbeiten geht es mir auch um die Vermittlung eines Lebensgefühls. Transformation bewegt mich. Ich möchte gerne Dinge erschaffen, die animieren und manchmal auch etwas hypnotisieren.

    Wie verläuft denn der Designprozess konkret?

    Bei einem Auftrag für eine Raumgestaltung beeinflusst mich natürlich der Kunde, der Zweck des Raumes, aber auch der Raum selber. Bei Kostümen für Tanz und Performance ist dies ähnlich. Da formen sich die Ideen über Empathie. Neue Ideen kommen oft übers Spielen mit einem Material oder einer Form. So lernt man die Materie und deren Eigenschaften kennen. Ich finde es spannend, eine Arbeit nicht mit einer konkreten Vorstellung anzufangen. Wenn nicht nur der Kopf arbeitet, gibt es Platz für die Intuition, und die ist wunderbar.

    Du nimmst Dir also viel Zeit. Wie beurteilst Du, ob und wann eine Arbeit fertig ist?

    Um Arbeiten zu einem Ende zu bringen, hilft es, eine Deadline zu haben. Sonst kann es schon passieren, dass sich die Idee ewig weiter entwickelt. Bei mir im Atelier liegen viele angefangene Projekte. In manchen Zeiten empfand ich das als Belastung. Doch inzwischen bin ich mir bewusst, dass es ein Prozess ist, Dinge zu entwickeln.

    Gibt es Materialien, mit denen Du besonders gerne arbeitest?

    Ich liebe spiegelnde Sachen und optische Effekte. Auch sammle ich alte Materialien, die man in Kostüme integrieren kann. Früher konnte man den Dingen Zeit widmen. Das ist auch in meinem Sinn. Bei den Kleidern sind mir das Tragegefühl und die Qualität sehr wichtig. Dort bevorzuge ich natürliche Materialien. Trotzdem bleibe ich gerne offen, letztlich bestimmen die Eigenschaften des Materials meine Wahl.

    Häkel-Maske für Spider-Cat Kostüm, Kragen gefaltet aus Karton mit 3-Plastizität

    Welches künstlerische Neuland würdest Du gerne betreten?

    Filmschnitt. Ich möchte mit dem Objekt “The Money Blinder“, das im Jahr 2012 entstand, ein Stop-Motion Video machen. 3D zeichnen ist auch ein Thema, um Arbeiten umsetzen zu können, da bin ich bereits dran. Ich möchte mich stetig weiterbilden, und lerne, was nötig ist, um bei meinen Projekten weiter zu kommen. Derzeit erlerne ich gerade das Handwerk der Modistin (Hutmacherin).

    Wenn Du die Kostüme für einen weiteren Film machen könntest, welcher wäre es?

    Fleur Boonman schreibt gerade ein neues Film-Script, das würde mich extrem reizen… Meine grosse Passion ist allerdings die Live-Performance, weg vom Bildschirm, direkt in den Moment. Eine Inspiration wäre es zudem, bei einem hochprofessionellen Performance-Projekt mitzumachen, etwa von Mummenschanz.

    Zu guter Letzt noch diese Frage: Glück ist für mich…? 

    Die Freiheit.
    Das gefunden zu haben und machen zu dürfen, was ich am meisten liebe.
    Sauberes Wasser und frische Luft.

    = = =

    Nina Haas‘ Lichtkreationen findest Du hier http://www.u-and-i.ch.

    Exklusiv für Kostümanfragen (zum Beispiel von Mummenschanz :-)) hier der direkte Kontakt zu Nina:  nina@u-and-i.ch.

    Dieses Jahr finden der eingangs erwähnte Captain’s Rave zum zehnten Mal statt, das Jubiläum wird selbstverständlich in Hochform und in stilgerechter Umgebung begangen. Der Anlass ist eine „Soirée Privée“, Anmeldung & weitere Infos via tentakel@captainsrave.ch.

  • Closer to Château des Ombres

    Fougerette starring als Château des Ombres! Keine Frage: Die norwegische Band Lemâitre ist eine Verfechterin exzentrischer Kulissen. Ihr neuer Song „Closer“ hat mehr als nur eine Prise französischen Chic, denn erstens wurde das Video im wunderschönen Burgund gedreht und zweitens haben musikalisch offenbar auch französische Künstlerinnen und Künstler mitgemischt, nämlich das DJ-Quartett C2C, das Elektro-Swing-Ensemble Caravan Palace sowie das Duo Justice. Zum Video geht’s hier, es wird Dir bestimmt einiges bekannt vorkommen darin ; -)

  • Meet les Salomon

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    Christian und Suzanne Salomon

    Interview: Anne-Sophie Keller.

    Im Landhaus des seit 1978 verheirateten Ehepaars duftet es bei meinem Besuch fein nach Gewürzbrot. Neben diversen Honigsorten und Kerzen aus Bienenwachs, ist dies eines der Produkte, welches die Salomons täglich an Kundschaft aus der Gegend sowie Touristen verkaufen. Der Imker lebt mit seiner Frau Suzanne seit gut zwei Jahren am Fusse des Schlossgeländes.

    Drei Dekaden süsse Leidenschaft

    «Das Wohl meiner Bienen ist mir wichtiger als meines!», sagt Christian Salomon mit Nachdruck. Seit 30 Jahren gehören die Bienen zu seinem Alltag; wenn er erklärt, warum er in den Morvan gezogen ist, gerät der ehemalige Champagner-Produzent und Imker ins Schwärmen: «In der Marne wurden viele Weinreben behandelt und das wirkt sich auch auf die Honigproduktion aus. Hier ist die Gegend nach wie vor sehr urtümlich, die vielen naturbelassenen Weiden und Hügel sind ideal».

    So ein Pieks hält jung!

    «Mein Beruf bietet grenzenlose Freiheit und einen abwechslungsreichen Alltag. Man wird damit vielleicht nicht reich, aber man kann davon leben. Es gibt gute und schlechte Jahre, das muss man im Hinterkopf haben und finanziell einkalkulieren. Dafür kann ich sehr  naturverbunden leben und das ist selten», führt er aus. Und so nimmt er auch gerne die bis zu drei Bienenstiche pro Tag in Kauf. «Ein Bienenstich ist gesund und kann sogar gegen Rheuma oder Muskelschmerzen helfen. Schauen Sie uns an! Wir sind noch immer jung!», grinst Christian fröhlich.

    Ziemlich bizarr…

    Fragt man das Paar, was sie von ihren verrückten Schweizer Schloss-Nachbarn halten, antworten sie entwaffnend ehrlich: «Also am Anfang fanden wir das schon etwas exzentrisch! Da tauchten im Dunkeln plötzlich überraschend ein Schlossherr in Begleitung eines bärtigen Wildhüters und einer jungen Frau auf und erzählte, er hätte Fougerette gekauft. Ziemlich bizarr…». Doch als dann Schlossherrin Monika eingetroffen sei, sei alles anders geworden. «Wir scherzten und sagten, dass wir nun eine neue ‚châtelaine‘ hätten. Sie antwortete wie aus der Pistole geschossen: ‚Nein, keine Schlossherrin, eine Monika!‘. Diese Bescheidenheit hat uns bezaubert.» Die Schlossherrschaft ihrerseits ist voll des Lobes über die sympathischen Nachbarn, den leckeren Honig und die immer wieder sehr wertvolle nachbarschaftliche Hilfe, welche von Ratschlägen und Kontakten bis hin zur Ausleihe von Maschinen reicht.

    Besuch willkommen

    Wer die Salomons besucht, wird mit offenen Armen empfangen und gerne herumgeführt. Ein paar Impressionen findest Du nachstehend. «Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir Besuchern unser Handwerk zeigen und näher bringen können», unterstreicht Christian. Ein Besuch lohnt sich alleweil, denn es gibt viel Spannendes zu sehen und degustieren darf man selbstredend auch, die Palette reicht von Frühlingshonig über Brombeerhonig, Akazienhonig, Wiesenblumenhonig bis hin zu Kastanienhonig, nicht zu vergessen Propolis-Tinktur, Honigbonbons, Gewürzbrot, Bienenwachsfiguren und (mmmmh!!!) Honigwein : )

    Für Interessierte zum Weiterlesen: Vertiefte Infos über Honig, Bienenwachs & Propolis (Quelle: MDR-Sendereihe Hauptsache gesund)

    Adresse

    Ferme Apicole de Fougerette
    Christian & Suzanne Salomon
    Lieu Dit Fougerette
    F-71190 Etang-sur-Arroux

    www.fermapifou.com

    PS: Auf Anfrage bietet die Ferme Apicole de Fougerette Praktika für Nachwuchs-Imker an, Dauer je nach Verfügbarkeit von einer Woche bis zu einem Jahr. Kontakt s. www.fermapifou.com.

     

  • Un peu de statistique

    Es hat sich ja in der westlichen Hemisphäre so eingebürgert, jeweils per Jahresende Rückschau zu halten (obwohl man das ja auch einfach an einem stinknormalen 13. April tun könnte, oder so). Als sogenannte Neo-Schlossbesitzer halten wir uns aber selbstverständlich pflichtschuldigst an Traditionen! Ganz im Sinne des bekannten Bonmots Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast, welches Winston Churchill offenbar ebenso fälschlicherweise in die Schuhe geschoben wird (sic!), präsentieren wir Dir hier die 100% vollständige und total transparente Statistik des Jahres 2013.

    Nos bénévoles

    statistik_wandtafelSage und schreibe 82 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit insgesamt 23 Kindern waren in der ersten Saison bei uns im Schloss und haben als Gönnermitglieder des Vereins „Fou de Fougerette“ kräftig mit angepackt. Von den Erwachsenen waren 39 Männer, 43 Frauen und eine Handvoll WiederholungstäterInnen, die uns gleich zwei oder sogar drei Mal  besuchten. Durchschnittlich blieben unsere bénévoles knapp 12 Tage (Crew-Mitglieder und Langzeit-Volontäre nicht mit eingerechnet), wobei die Bandbreite gross war und von 3 Tagen bis hin zu 6 Wochen reichte; 1-2 Wochen war die häufigste Einsatzdauer. Rechnet man dies in Stunden um, so sind es schwindelerregende 2’952 Stunden (82 Personen x geschätzte 9 Arbeitstage/Person x 4 Stunden/Tag) freiwilliges Engagement, die da zusammen gekommen sind! Und weil sich die Kinder bei hochsommerlichen Temperaturen beim Jäten jeweils mit Feuereifer ein Glacé verdienten, sind es gewiss sogar noch einige mehr… Da erhält die Redewendung „Mit vereinten Kräften“ gleich eine ganz neue Dimension, oder? Die Schloss-Crew 2013 bestand neben der Projektleitung MoNicola mit Klein-Mathilda übrigens aus Fiona, Hannes, Tinka, Luc, Klein-Leo und Christine sowie Tom.

    Fougerette wurde von all diesen kleinen und grossen Menschen aufs Wunderbarste mit Leben, Lachen und guter Laune gefüllt! So ganz „nebenbei“ ging es zudem an vielen Ecken rasant vorwärts und nun schmieden wir eifrig Pläne für die kommende Saison, derweil wir uns bemühen, auch noch all die Aufgaben zu erledigen, die im Wirbel des Schloss-Alltags zu kurz gekommen sind:  Buchhaltung, Verbesserungsideen, Arbeitsplanung, Vereins-Website inkl. aktuelle Mitgliederliste etc. etc.

    Website-Statistik

    WordPress erstellt erfreulicherweise jeweils automatisch eine zusammenfassende Statistik, hier die wesentlichen Infos auf einen Blick:

    • Unser Blog wurde  2013 etwa 110’000 Mal besucht. Zum Vergleich: der Louvre in Paris wird jedes Jahr von ca. 8’500’000 Menschen besucht, wir hinken wie’s scheint noch etwas hintendrein ; -) Der bisherige Tages-Rekord liegt bei 9’099 Besuchern.
    • Unsere Besucher kamen aus insgesamt 71 Ländern. Die meisten Besucher stammten aus der Schweiz, aus Frankreich und aus Deutschland, aber auch Russland, Indien oder Japan tauchen in der Statistik auf!
    • Die meistgelesenen Beiträge waren 2013 in absteigender Reihenfolge: 1) Das Schloss, 2) Die Lage, 3) Das Projekt, 4)  Über uns und 5) Wen/was wir suchen.
  • Es wogt hin und her

    seemannsgarn

    … in unserem Château sans bâteau! Das gesamte Anwesen wird von der wild verspielten und total sympathischen CR7-Crew Hand mit handfestem Seemannsgarn in eine Tauchstation zur Anderwelt verzaubert. Ein Blick aus dem Krähennest bestätigt: hier werden schon bald die tanzenden Bürger(innen) Einzug halten und vielleicht das Fassfieber kriegen! Wer Achteraus segelt, ist selbst schuld und falls Du ausnahmsweise mal Bahnhof verstanden hast, ist das nicht weiter verwunderlich, es handelt sich um aus den Weiten des Internets gefischten und nicht in allen Fällen verbürgten Seemans-Slang. Zum Trost hier noch ein (jedenfalls in der Theorie bzw. rein semantisch betrachtet) vergleichsweise  anspruchsloses Zitat der amerikanischen Computerpionierin Grace Hopper: „Ein Schiff im Hafen ist sicher, aber das ist nicht das, wofür Schiffe gebaut werden.“ Dieser Satz riecht nach Abenteuerlust und Risikofreude, den sollte man sich so richtig  auf der Zunge zergehen lassen… Wir hauen uns derweil ganz prosaisch aufs Ohr und verpassen morgen dem Party-Schiff Deiner Träume den letzten Schliff. Bonne nuit!

  • Potz Holzöpfel und Zipfelchappe

    Kasperlis bevorzugter Kraftausdruck bringt die Blog-Gefühlslage treffend auf den Punkt: Wenn man der WordPress-Statistik Glauben schenken darf, wird unsere Seite schon bald 100’000 Views aus aller Welt zu verzeichnen haben! Ist zwar kein Lottogewinn, beim Anblick dieser Zahl fühlt es sich aber fast so an : )

    PS: Kasperli hat offenbar auch anderswo die Hände mit im Spiel… Lustig, wenn auch in der Tat nicht immer ganz formvollendet: http://bazonline.ch/digital/wild-wide-web/Potz-Holzoepfel-und-Zipfelchappe/story/18428568

  • Codename WC

    Toi Toi-WCs sind zwar eine adrette Zwischenlösung, aber so richtig gerne benutzt die (spätestens am 2. Party-Tag) niemand, oder? Mit Blick auf den anstehenden Captain’s Rave und die Tatsache, dass zwischenzeitlich ein Klo im Haus den Geist aufgegeben hat, wollten wir uns was Besseres bzw. Permanenteres einfallen lassen. In fröhlicher Runde mit unserem unersetzlichen Star-Architekten David und unserem lokalen Sanitär-Profi enstand am Mittagstisch ein möglicher Lösungsansatz, der schwupps skizziert und nun schon in die Tat umgesetzt wird. Ein paar Bilder der Action findest Du nachstehend, in spätestens vier Tagen muss das Ding stehen und einsatzfähig sein, drück‘ uns die Daumen!

     

     

  • Wir wollten Meer

    Hach, traumhaft! Die paar Tage Strandleben in Montpellier haben uns allen gut getan, auch wenn die Temperatur des Mittelmeeres eher ans nördliche Eismeer denken liessen (was Fiona allerdings nicht im mindestens beeindruckte, in den Adern unserer Küchenfee fliesst garantiert Wikingerblut ; -). Auch entdeckten wir in der zauberhaften Altstadt mit „Qu’importe le flacon“ eine kleine, feine Parfumerie, die uns olfaktorisch gesprochen neue Höhen erklimmen liess. Nicht weiter verwunderlich also, dass wir nach unserer Rückkehr von Meer, pardon, mehr träumten…. Nun ist es ja aber mit Wünschen so eine Sache, wie Grimms Märchen „Die törichten Wünsche“ aufs Beste illustriert. Nicht Jupiter sondern Petrus war unserem Wunsch gewogen und bescherte Fougerette ein heftiges Gewitter, in dessen Folge der Schlosskeller einer Meeresflut plötzlich täuschend ähnlich sah, nur der Strand war nirgends in Sicht… Wir verweisen kommentarlos auf eine Variante des Märchens, die mit den Worten schliesst: „Töricht gewünscht, töricht erfüllt — oder solltet Ihr  vielleicht klüger sein?“.

    Überschwemmung...
    Mit Fegbesen, Schöpfbechern und Eimern im Einsatz, jeder packt mit an. Der scharfe Beobachter merkt: die Schloss-Crew ist bereits ein eingespieltes Team
  • Was vorher geschah

    Liegt ja nun bereits in der Vergangenheit, das heisst wir dürfen wohl die Katze aus dem Sack lassen und ein paar Bilder mit Euch teilen, oder?! Aben wir für Öisch eingefongen:  le calme avant la tempête… (oder so ; -)

  • Endspurt

    Die kreative Energie im Schloss nimmt einem fast den Atem… Unglaublich, was da von Öppediä innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt wird! Überall finden sich plötzlich magische, schräge und leuchtend schöne Eckchen. Die Vorfreude steigt trotz der üblichen Last-Minute-Hektik sprunghaft an : -)