Kategorie: Dies & das

Kunterbunte Sammlung von Themen, LInks und Ideen…

  • Grosse Worte zum Weihnachtsfest

    Weltgeschichte wurde und wird stets auch durch grosse Worte geschrieben. Wunderschöne, mächtige Wörter, die unser Herz und unsere Seele beflügeln. Wörter wie Liebe, Ehre, Freiheit und Gerechtigkeit eben.

    Doch so klangvoll diese daher kommen, so hehr und heilig sie strahlen, es gibt einen Haken: In all diesen Wörter schlummert – genau wie in Robert Louis Stevenson weltberühmter Geschichte The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde – ein düsterer Schatten. Denn obwohl sie viel Gutes bewirken, können sie gleichzeitig auch dazu benutzt werden, Menschen zu manipulieren.

    Aus Liebe zu ihrem Gott zünden Menschen Bomben oder verfolgen Andersgläubige. Im Namen der Ehre werden vielerorts Menschen misshandelt und verstümmelt. Freiheit für die einen bedeutet nur allzu oft Versklavung für andere. Und Gerechtigkeit? Auch für dieses Wort ist die Bilanz durchzogen, glaubt doch jeder die Gerechtigkeit auf seiner Seite, und nicht selten muss sie auch als Deckmäntelchen für ganz andere Interessen herhalten.

     

    Mitgefühl – der Kern alles Guten im Menschen?

    Es gibt ein weiteres grosses Wort. Für die spanische Erfolgsautorin Rosa Montero enthält es den Kern alles Guten im Menschen, denn es habe die Kraft, Exzesse zu verhindern oder zumindest einzudämmen: Mitgefühl.

    Mitgefühl lässt uns gleichzeitig im „Ich“ und „Du“ sein, es verbindet uns mit den Menschen um uns herum, mit uns selbst, ja letztlich mit dem ganzen Universum. Im Buddhismus ist das Mitgefühl (neben Freude, Liebe und Gleichmut) Teil der sogenannten Brahma Viharas, der vier Unermesslichen. Auch im Koran wird Mitgefühl als Tugend gepriesen. In der christlichen Tradition entspricht Mitgefühl wohl am ehesten der Tugend der Barmherzigkeit.*

    Achtsamkeit, Sich-Zeit-Nehmen, Innehalten, Unvoreingenommenheit, Einfühlungsvermögen bzw. Empathie oder Geduld – all dies sind Facetten des Mitfühlens. Wir rücken den anderen ins Blickfeld anstatt stur unsere eigenen Bedürfnisse zu sehen und genau das macht es ja so anspruchsvoll (gerade wenn die eigenen Emotionen hochkochen…).

     

    Mitgefühl ist mehr als Empathie

    meditation
    Meditieren im Dienste der Wissenschaft – Matthieu Ricard

    Die neuere Hirnforschung legt eine deutliche Unterscheidbarkeit des empathischen Vermögens vom Mitgefühl nahe. Studien zeigen, dass Empathie und Mitgefühl von unterschiedlichen biologischen Systemen und Hirnstrukturen unterstützt werden. Wo Empathie zum Burnout führen kann, kann Mitgefühl Resilienz fördern:

    Empathie

    • Steht für unser Vermögen, mit anderen in Resonanz zu gehen d.h. sich an deren Emotion und  Ausdruck anzupassen. Empathie kann tatsächlich zu einem Vorläufer von Burnout werden, da die wiederholte einfühlende Resonanz mit Leid eine starke negative Gemütserregung hervorruft, die uns überwältigen und persönlichen Stress oder gar Verzweiflung auslösen kann.

    Mitgefühl

    • Im Gegensatz dazu ist Mitgefühl eine Emotion, die mit positive Gemütserregung assoziiert ist und Hirnnetzwerke aktiviert, welche mit Belohnung und Zugehörigkeit zusammenhängen. Mitgefühl ist also mit Wohlbefinden verknüpft und fördert ein prosoziales Verhalten d.h. echte Anteilnahme oder Hilfsbereitschaft. Aus wissenschaftlicher Perspektive steckt im Mitgefühl die Möglichkeit einer wirkungsvolle Strategie, um dem Leid anderer Menschen mit warmherzigen Gefühlen zu begegnen (vgl. www.compassion-training.org).

     

    Sich selbst liebevoll begleiten

    „Keine Meinung wird je so wichtig sein, wie diejenige, die Sie von sich selbst haben.“ (Nathaniel Branden)

    Mitgefühl geht auch mit sich selbst : ) Es bezeichnet die Fähigkeit, sich selbst mit all seinen Ecken und Kanten wohlwollend und ermutigend zu begleiten. Diese „innere Güte“ nährt unsere Seele und scheint so etwas wie eine Grundvoraussetzung dafür zu sein, dass wir auch anderen Mitgefühl schenken können. Somit ist das Beste, was wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können, ein positives und wertschätzendes Selbstbild.

    Leider haben viele Menschen als Kinder nur selten ermutigende Worte gehört und in der Folge lediglich ihren oft Gift und Galle spuckenden Kritiker zu Höchstform trainiert. Sie haben nie gelernt, dieser inneren Stimme eine zweite gegenüber zu stellen: Eine wohlwollend und mitfühlende Freundin, die voll und ganz hinter uns steht, uns ermutigt, lobt und tröstet. Das wäre doch ein „Best Friend Forever (BFF)“-Konzept das wirklich Hand und Fuss hätte – schliesslich verbringen wir mit niemandem so viel Zeit wie mit uns selbst…

    esguetsnoisIn diesem Sinne wünschen wir Dir und der ganzen Welt ein Weihnachtsfest voller Wohlwollen & Mitgefühl – auf dass genau diese Qualitäten 2017 zur Blüte gelangen mögen!

     

    Bien cordialement,
    Deine Nicola, Mathilda & Monika

     


    Schenk‘ Dir was Schönes:

    Einführungs-Seminar „Gewaltfreie Kommunikation (GfK) 2017!

    bildschirmfoto-2016-12-19-um-13-21-07Mitgefühl ist eine innere Haltung. Ein wirksamer Weg, um diese Haltung zu kultivieren, bietet die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) nach Marshall Rosenberg. 2017 bieten wir über Pfingsten vom 2.-5. Juni erneut ein GfK-Seminar im Schloss an.

    Interessiert? Nähere Infos senden wir Dir gerne auf Anfrage.

     

     

     

    Links & Weiterführende Infos

    Toller Dokfilm von Arte, absolut sehenswert und sehr empfohlen:

    https://vimeo.com/178445463

    * Eine informative (wenn auch visuell wenig ansprechende) Abhandlung über Tugenden von Professor Bernd Schmidt findest Du hier.

     

  • Calame und die Kalamitäten der Bescheidenheit

    Pestalozzi? Selbstverständlich, kenne ich! Ist doch dieser Schweizer Sozialpädagoge, Philosoph und Politiker, der im 18. Jahrhundert eine neue Art der Kindererziehung erfand… Calame? Noch nie gehört, was ist denn das für ein Typ? Ein Zeitgenosse?

    Pestalozzi und Calame lebten in der Tat zur gleichen Zeit. Allerdings war Calame kein Zeitgenosse, sondern eine Zeitgenossin – und beide waren sie reformpädagogisch tätig. Während jedoch Pestalozzi als „Retter der Armen“ international berühmt wurde, sprach von Calame, der „Mutter der Waisen“, hingegen schon bald keiner mehr.

    Weiblich, erfolgreich, vergessen

    Dieses Schicksal teilt Marie-Anne Calame mit anderen bemerkenswerten Frauen. Calame selbst lebte und wirkte in Le Locle. Die Tochter des Gemeindevorstehers war Pietistin und wurde schon früh auf das Leid der Waisenkinder aufmerksam. 1815 gründete sie gemeinsam mit Freundinnen das Asile des Billodes, welches noch heute als pädagogisches Zentrum genutzt wird. Die Journalistin Daniele Muscionico hat Calame in ihrem Buch „Starke Schweizer Frauen“ aus der Mottenkiste des Vergessens geholt. Sie schreibt:

    „Doch um wie viel erfolgreicher ist Calame! ­Pestalozzi muss seine Armenschule nach mehreren Schliessungen und Neugründungen 1825 endgültig aufgeben. Marie-Anne hingegen schafft zeit ihres Lebens eine stabile Lebensgrundlage für mehr als 2’000 Kinder und rund 50 Mitarbeitende.“

    (Quelle: Cherub der Mehlsuppe: Porträt von Marie-Anne Calame; Auszug aus dem Buch „Starke Schweizer Frauen“ von Daniele Muscionico.)

    Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben

    Eine alte Weisheit unter Historikern… Es wäre schön, wenn auch Leistungen wie die von Marie-Anne Calame, die ohne grosses Tamtam erbracht werden, ganz selbstverständlich gewürdigt würden.bildschirmfoto-2016-12-09-um-12-43-24

    1955 schrieb Anne Morrow Lindbergh das Buch Muscheln in meiner Hand – der vermutlich erste moderne Ratgeber zum Glück. Die Frau des Fliegers Charles Lindbergh, dessen Alleinüberquerung des Atlantik vom 20. Mai 1927 auch dem Tanzstil „Lindy Hop“ seinen Namen gegeben haben soll, schrieb ein leidenschaftliches Plädoyer für die Menschen „aus der Klasse der Ferienlosen“. Sie schrieb über ihr Dasein als Frau – und über all jene weiblichen Wesen, die sich verströmen sollen, ohne je aufzutanken, die nichts für sich fordern dürfen, aber alles geben müssen (Quelle). Anne Morrow Lindbergh selber hatte sechs Kinder, war beruflich engagiert und als Co-Pilotin und Funker mit ihrem Mann unterwegs,

    Auch wenn dem schmalen Büchlein der damalige Zeitgeist stark anzumerken ist, so ist es doch als feministisches Manifest zu werten. Erstaunlich auch, dass viele der Botschaften darin auch nach 60 Jahren verstanden werden. Das stille, effiziente Wirken vieler Frauen – es ist ihre grosse Stärke und MarieAnneCalamedie Wurzel ihrer Selbstsabotage. Oder wie kam es, dass Marie-Anne Calames Leistungen von der Öffentlichkeit so vollständig ausgeblendet wurde? Oder dass beim fiktiven Job-Interview für die Stelle als Mutter erst mal niemand auf die Idee kam, dies könnte überhaupt ein Beruf sein?

    Mit der richtigen Sprache punkten

    Im Zeitalter der permanenten Selbstdarstellung ist überzeugende Kommunikation der Schlüssel  zum Erfolg. Geschlechterspezifische Sprachmuster hat die amerikanische Soziolinguistin Deborah Tannen unter die Lupe genommen. Sie kommt in ihrer Forschung zum Schluss, dass Männer und Frauen oft aneinander vorbeireden, weil sie Kommunikation anders nutzen bzw. weil ihre Konversationsstile und -rituale anders ausgeprägt sind. Auch die Beurteilung von Interaktionen findet nach anderen Kriterien statt: Wo Frauen den Erfolg eines Gesprächs danach messen, ob sie sich der anderen Person näher fühlen oder nicht, beurteilen Männer dasselbe Gespräch dahingehend, ob und wenn ja welcher der beiden Gesprächspartner die Oberhand hatte bzw. seinen Status erhöhen konnte.

    Abschliessend ein Vortrag von Tannen über „Status & Connection“ (zwar aus den 1990ern, aber nach wie vor aufschlussreich):

  • Die Wahrheit über die Halbwertzeit

    Zugegeben, ein etwas reisserischer Titel ; -) Schliesslich ist der ursprünglich aus der Radiochemie stammende Begriff „Halbwertzeit“ heute ja vor allem in Zusammenhang mit radioaktivem Sondermüll geläufig. In der Pharmakologie steht die Halbwertzeit allerdings nach wie vor für die Wirkungsdauer eines bestimmten Wirkstoffes d.h. sie gibt diejenige Zeitspanne an, in welcher die Konzentration eines Arzneimittels im Organismus resp. im Blut auf ihren halben Wert (50%) absinkt, s Quelle).

    In diesem Post geht es im Grunde lediglich um oft achtlos entsorgte, lästige „Kleinigkeiten“ wie Zigarettenstummel, Kaugummis oder Plastikfolie. Und darum, wie viel Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme diese Mutter Natur bereiten… Einmal mehr bewahrheitet sich dabei, dass bereits wenig grosse Wirkung haben kann. Spannendes Thema, Abfallmanagement! Aber jetzt schau‘ selbst, wie lange es dauert, bis gewisse Abfälle abgebaut sind* :

    tafel_Umweltinfo_Halbwertzeit
    * Die angegebenen Zeitspannen sind keine Halbwertzeiten sondern zeigen auf, wie lange es dauert, bis die Natur diese Abfälle (so vollständig wie eben möglich) abgebaut hat.

    Was murmelte die kleine Maus zufrieden vor sich hin, als sie in den Ozean pinkelte?
    „Immerhin söfeli…!“

  • Gut gemeint………….

    Die Garten-Truppe ist heute Morgen etwas allzu eifrig und v.a. mit allzu grobem Geschütz auf Nicolas Vorschlag eingegangen, bei der Scheune oben zur Abwechslung noch die Luke zum Heuboden zu sanieren bzw. den Massenschlag zu erweitern… Nach nur 1 Minute ist DAS passiert:

    Zum Glück war’s nicht das Schloss und niemand wurde verletzt!!!!! Der Schreck sitzt uns noch in den Knochen, gleichzeitig fragen wir uns natürlich, wie wir das Teil wieder aufbauen sollen?! Wer helfen kann, bitte rasch melden und an contact@fougerette.org schreiben oder sich für den nächsten Garten-Einsatz eintragen, idealerweise hast Du Bau-Erfahrung (ausgebildet oder heimgewerkelt). Und jetzt müssen wir schweren Herzens noch die Mairie in Etang informieren………

    PS: Wenn Du Dir das Datum dieses Posts anschaust, ist der Fall hoffentlich sonnenklar : ) Gruss vom „poisson d’avril“ und viel Spass beim Stöbern auf unserem Blog!

  • Virtuelle Seifenblasen

    bubbleVor einem Jahr traten die neuen Nutzungsbedingungen von Facebook in Kraft, gegen die Datenschützer vor allem auch deshalb Sturm liefen, weil kein Widerspruch möglich ist. Ungeschönt auf den Punkt gebracht lautet die Devise „Vogel friss oder stirb!“ d.h. die einzige Form des effektiven Protests ist es, sein Konto zu löschen. Facebook ist allerdings lediglich die Spitze des Eisbergs, wenn man sich vertieft mit dem Thema befasst…

    Privatsphäre und unabhängiges Denken im digitalen Zeitalter sind allerdings nicht erst ein Thema, seit die Social-Media-Giganten mitmischen. Bereits 1996 lancierte der Amerikaner John Perry Barlow am Weltwirtschaftsforum in Davos die Unabhängigkeitserklärung „A Declaration of The Independence of Cyberspace„, zu der in der NZZ ein sehr lesenswerter Artikel des Medienwissenschaftlers Prof. Dr. Bernhard Dotzler erschienen ist (s. „Vom Unbehagen im Netz„). Die Unabhängigkeitserklärung selber beginnt mit folgender Präambel:

    „Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.“

    Regierungen der indsutriellen Welt, ihr abgekämpften Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, dem neuen Zuhause des Bewusstseins und des Verstandes. Im Namen der Zukunft bitte ich euch Vertreter der Vergangenheit, uns alleine zu lassen. Ihr seid nicht willkommen unter uns. Dort, wo wir uns treffen, besitzt ihr keine Souveränität.

    Echt jetzt?!

    Schöne neue Welt der Such(t)maschinen

    Die Realität sieht anders aus. Auch wenn der Nationalstaat in den grenzenlosen Weiten des Cyberspace ein Auslaufmodell ist, hält dies Regierungsbehörden nicht davon ab, an vorderster Front mitzutun. Die Rolle des Gesetzgebers übernehmen dort aber immer häufiger andere, zum Beispiel eben Facebook oder Google. Denn deren Wort bzw. die im Alleingang und damit souverän erlassenen Nutzungsbedingungen werden im Internet auch ohne demokratisch legitimiertes Verfahren schnell zu Gesetz.

    Vielleicht ist Dir schon längst klar, dass Google die Suchergebnisse zu einem gewissen Suchbegriff nach Deinen persönlichen Vorlieben filtert. Vielleicht aber auch nicht. Tatsache ist: Wir verbringen immer mehr Zeit am Computer. Und je nachdem, was wir im Internet so treiben (besuchte Seiten, eingegebene Suchbegriffe, angeklickte Links und Bilder etc.), wird Google Dir andere Links anzeigen als Menschen, die den genau gleichen Suchbegriff eingegeben haben, aber eben sonst andere Seiten, Links und Bilder anklicken als Du. Google filtert die Resultate so, dass sie möglichst gut zu Deinem Online Profil passen.

    Unabhängigkeit und Datenschutz vs. Relevanz

    Die Websites http://dontbubble.us und http://donttrack.us mögen Werbung in eigener Sache der Suchmaschine https://duckduckgo.com sein, doch sie regen definitiv zum Nachdenken an. Zum Schmunzeln übrigens auch, wenn etwa das Ergebnis auf die Einstiegsfrage „Was ich seit meinem Abschluss gemacht habe?“ lautet: 100% Internet. Letztlich entscheidest Du selbst, wie wichtig Dir Objektivität und Privatsphäre im Vergleich zur höheren Relevanz der Suchergebnisse und angezeigten Werbung ist. Das scheint die jüngere Generation beispielsweise wesentlich entspannter zu sehen.

    Für Kritische oder Neugierige hier dennoch der Hinweis auf den Verein www.digitalcourage.de, die App „TrackMeNot“ und die interaktive, personalisierte, web-basierte Dokfilm-Serie https://donottrack-doc.com/ über Datenschutz (u.a. von Arte finanziert). Informativ und wirklich sehenswert, denn nach der Anmeldung erlebst Du direkt am Bildschirm, was „das Internet“ alles über Dich weiss!

    Die ideologische Brille

    Noch einen weiteren Aspekt spricht der schwedische Journalist und Buchautor Andreas Ekström an, nämlich die Werturteile, die auch hinter mathematischen (und somit logisch eigentlich unbestechlichen) Algorithmen stecken. Ein interessanter TED-Vortrag mit dem Titel „The Moral Bias Behind Search Engine Results„:

  • Zum Fest der Liebe

    Weihnachten, das Fest der Liebe, verbringen wir für gewöhnlich im Schosse der Familie und bei diesem Anlass soll alles so richtig fröhlich sein und es soll auch jeder ein rechtes Geschenk bekommen und zwar eines, das Freude macht, gopferteli nochmal.

    Wie Du mir, so ich Dir

    Allen guten Absichten zum Trotz endet die Jagd nach dem richtigen Präsent aber nur allzu oft mit einem Verlegenheitsgeschenk. Und das wiederum führt dann schnurstracks zu einem höchst unmotiverten und deswegen tendenziell destruktiven Päckli-Tüschlis. Denn der andere ist ja nun in der Pflicht, sich spätestens im nächsten Jahr mit einer entsprechend „begeisterten“ Gegenbeschenkung zu revanchieren. Während sich die Marketingfachleute die Hände reiben und Mutter Erde leer schluckt, kann der Konsumrausch familienintern durchaus zu einer ausgewachsenen Verwandschaftskrise mit stahlharten Fraktionen führen: Spätestens dann, wenn die selbstgemachten Pralinés zusammen mit einer hinterhältig hübsch verpackten Tube Hämorrhoiden-Crème überreicht werden (welche selbstverständlich sofort vor der versammelten Verwandtschaft ausgepackt werden muss!) oder Onkel Toni, der gerne auf jugendlich macht und seit Jahren Toupet trägt, einen mit maliziösem Lächeln überreichten Föhn geschenkt bekommt.

    Jaja, das mit dem Schenken ist ziemlich tricky… Schade, denn im Kern der Sache geht es doch um den Wunsch, dem Beschenkten ein glückliches Strahlen ins Gesicht zu zaubern, Freude zu bereiten und unsere Liebe zu zeigen.

    Die fünf Sprachen der Liebe

    The Five Love LanguagesMoment mal – unsere Liebe zeigen? Kann doch nicht so schwierig sein, oder?! Und wenn es der andere nicht kapiert, ist er/sie eben selber schuld. Der Paartherapeut Gary Chapman sieht das allerdings anders. Er geht davon aus, dass es fünf Sprachen der Liebe gibt – und dass jeder von uns eine bevorzugte „Muttersprache“ hat. Was das bedeutet? Wer Liebe in seiner persönlichen Muttersprache zeigt, kann nicht immer darauf zählen, dass es beim andern auch so ankommt! Deswegen lohnt es sich, seine diesbezüglichen Sprachkenntnisse zu erweitern. Folgende Varianten stehen gemäss Chapman zur Auswahl:

    1.  Lob und Anerkennung
    2. Zweisamkeit – Zeit nur für Dich
    3. Geschenke, die von Herzen kommen (Aha… schwöre sofort allen halbherzigen Beschenkungsversuchen und Pflichtgeschenken ab!)
    4. Hilfsbereitschaft
    5. Zärtlichkeit

    Vielleicht weisst Du ja ganz genau, was Dir das Gefühl von Liebe vermittelt. Vielleicht hast Du Dir aber auch noch gar nie Gedanken darüber gemacht, welches in der Liebe Deine Muttersprache ist. Darüber nachdenken oder beim anderen nachfragen, könnte der Weihnachtsbescherung allerdings eine ganz neue Dimension verleihen.

    Glück ist Beziehung

    Anstatt das x-te Badesalz zu überreichen, könnten wir uns stattdessen Zeit nehmen, uns auf einer tieferen menschlichen Ebenen miteinander verbinden und Beziehung leben (anstatt husch husch über Facebook zwei nichtssagende Zeilen zu versenden). Die internationale Glücksforschung hat nämlich schon längst bewiesen, dass soziale Bindung für unser Wohlbefinden elementar ist. Wer ein starkes Netzwerk hat, echte Beziehungen und Freundschaften pflegt, ist nicht nur glücklicher sondern auch sozialer! Und damit wären wir dann vielleicht auch dem Frieden einen Schritt näher.

    In diesem Sinne wünschen wir Dir von Herzen ein bezauberndes, liebevolles Weihnachtsfest und ein segensreiches 2016.

    Deine
    Nicola, Mathilda und Monika

    PS:

     

  • Ein Dach für Tom

    Freunde aus Münchenbuchsee haben für Tom eine Website auf die Beine gestellt und unterstützen ihn tatkräftig dabei, den Traum vom eigenen Grund und Boden zu erfüllen. Du kannst Dich an dem Spendenprojekt „Ein Dach für Tom“ ebenfalls beteiligen und ihm auf diesem Weg für seine stets grossherzig angebotenen Crash-Kurse im Baumfällen, heiteres Hasen-Fangis oder ein liebevoll zubereitetes Kafi oder ein Glacé-Coupe zu danken! Ziel der Projektgruppe ist es, Tom für Erwerb, Notarkosten und erste Reparaturen mit CHF 10‘000 zu unterstützen. Bestimmt käme in Rekordzeit eine beachtliche Summe zusammen, wenn jeder Volontär pro Erinnerung an Tom einen Franken spenden würde : ) Wir drücken die Daumen! http://eindachfuertom.ch

  • Wenn die Chemie stimmt

    Die meisten von uns schimpfen auf „Chemie“. Ein gutes Image hat der ehemalige Hoffnungsträger schon lange nicht mehr, obwohl noch Anfang der 1950er Jahre frischfröhlich eine radioaktive Zahnpasta verkauft wurde… Damals schien mithilfe chemisch hergestellter Wundermittel alles möglich, im Rückblick wirkt diese blinde Zuversicht sträflich naiv.

    Chemie ist omnipräsent

    Doch… was genau ist Chemie? Und gibt es vielleicht auch „gute“ Chemie? Wer mutig genug ist, sich kurz in die Schulzeit rückversetzen zu lassen, darf gerne weiter lesen:

    Als Wissenschaft, die sich mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen beschäftigt, bildet/erklärt Chemie das Grundgerüst unseres Planeten und allen Lebens darauf. Dein Sonnenbrand beruht insofern genauso auf Chemie wie der aufgegangene Hefeteig für den Sonntagszopf, das selbst hergestellte Bio-Waschmittel oder die bewährten Haushaltsreiniger, die unsere Grossmütter noch kannten.

    „Chemie“ wird heutzutage allerdings oft synonym für die chemische Industrie verwendet. Diese ist nach zahlreichen Skandalen und Katastrophen (Schweizerhalle und Bhopal, um nur zwei prominente Beispiele zu nennen) zu Recht in Verruf geraten. Gemäss Wikipedia zählt die chemische Industrie allerdings zu den wichtigsten Industriezweigen. Sie stellt Stoffe her, deren Eigenschaften von modernen Menschen zur Herstellung von Alltagsgegenständen (z. B. Grundchemikalien, Kunststoffe, Lacke), Lebensmitteln (z.B. Düngemittel und Pestizide) oder zur Verbesserung der Gesundheit (z.B. Pharmazeutika) benötigt werden.

    Moment mal – benötigt? Stimmt das wirklich? Geht es nicht auch anders? Gibt es da nicht kleine, aber feine Unterschiede?

     

    Die 12 Grundsätze grüner Chemie

    Close-up of small plants in test tubesDer Amerikaner John D. Warner gilt als einer der Mitbegründer der sogenannten grünen Chemie. Er und sein Kollege Paul T. Anastas entwickelten 1998 folgende zwolf Grundsätze, die seither für diesen erblühenden Wissenschaftszweig richtungsweisend sind:

    1. Vermeiden: Abfälle vermeiden ist besser als diese zu entsorgen oder reinigen, nachdem sie entstanden sind. Ein selbsterklärender Grundsatz, oder? Tatsächlich lebt aber derzeit eine ganze Industrie davon, Abfälle zu entsorgen; oft muss Giftmüll zudem langfristig überwacht werden. Klingelt da was? Ah ja, die Kasse…
    2. Atom-Ökonomie (sic!): Bei der Herstellung sollte ein Maximum aller verwendeten Rohstoffe im Endprodukt enthalten sein. Bei einem Prozess mit 50% Atom-Ökonomie wird die Hälfte aller verwendeten Rohstoffe zu Abfall.
    3. Ungefährlichere Synthese: In den Prozessen sollten nur ungiftige bzw. leicht toxische Rohstoffe verwendet werden und das Endprodukt seinerseits sollte ebenfalls ungiftig bzw. nur leicht toxisch sein. Ein wichtiger Grundsatz, der die Forscher in der Praxis jedoch oft vor riesige Herausforderung stellt
    4. Sicherere Chemikalien: Chemikalische Substanzen sollen wirken, dabei aber möglichst ungiftig sein. Wird die Toxitizät reduziert, verringert sich auch die Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt.
    5. Sicherere Lösungsmittel: Wo immer möglich sollten Zusatzstoffe wie Lösungs- oder Trennmittel vermieden werden. Sind solche Zusätze nötig, sollten ungiftige Substanzen zum Einsatz kommen.
    6. Energie-Effizienz: Bei jeder Produktentwicklung muss die Energie-Effizienz des Herstellungsprozesses unter die Lupe genommen werden. Wo immer möglich sollten Prozesse bei Raumtemperatur und normalem Luftdruck stattfinden. Dies senkt die Kosten und verringert die Auswirkungen auf die Umwelt.
    7. Nutzung erneuerbarer Ressourcen: Wo immer möglich sollten erneuerbare Ressourcen verwendet werden. Im besten Fall sind dies Abfallprodukte aus einer anderen Reaktion.
    8. Weniger Derivative: Derivative lösen als Hilfsstoffe einen zeitlich begrenzten Effekt im Prozess aus. Der Hilfsstoff kann z.B. einen bestimmten Teil der Substanz schützen, welcher später entnommen wird, oder die Eigenschaften der Substanz kurzfristig verändern, damit eine bestimmte Reaktion stattfinden kann. Der Einsatz von Derivativen sollte wo immer möglich vermieden werden, denn diese landen nie im Endprodukt (s. Grundatz 2) und erhöhen lediglich das Abfallvolumen (Grundsatz 1).
    9. Katalyse: Katalytische Reaktanten sollten stöchimetrischen Reakanten vorgezogen werden. Ein Katalyst ermöglicht es, dass eine Reaktion weniger Energie benötigt und erhöht zudem die Reaktionsgeschwindigkeit. Die Stöchiometrie hat offenbar einige Nachteile, welche und warum genau konnte ich aber nicht genau herausfinden ; )
    10. Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei Wichtig, wichtig, wichtig: Die korrekte Entsorgung muss Teil des Entwicklungsprozesses sein, denn jedes Produkt hat einen Lebenszyklus und dieser endet irgendwann. Das hergestellte Produkt sollte nach der Nutzung in ungifitige Substanzen zerfallen, damit keine Rückstände in der Umwelt verbleiben und sich dort akkumulieren, wie das etwa mit den kleinen Plastik-Kügelchen geschieht, die in den allermeisten Kosmetika enthalten sind. Dafür setzt sich beispielsweise die Nonprofit-Organisation The Story of Stuff sehr engagiert ein, zum sehenswerten Film über diese sog. „Microbeads“ geht’s hier. Dieser Ansatz liegt auch dem Prinzip Cradle-to-Cradle (C2C, deutsch „von Wiege zu Wiege“) zugrunde: C2C ist ein biomimetischer Ansatz, um Produkte und Systeme zu entwickeln. Dabei wird die menschliche Industrie mit natürlichen Prozessen gleichgesetzt d.h. alle verwendeten Materialien werden als Nährstoffe gesehen, die in einem gesunden, sicheren Metabolismus zirkulieren.
    11. Abfallprodukten in Echtzeit vorbeugen (Real-time Pollution Prevention): Die Methoden zur  Überwachung chemischer Prozesse müssen weiter entwickelt werden. So können stattfindende Prozesse überwacht, das Entstehen gefährlicher Substanzen oder von Verunreinigungen überwacht/kontrolliert und die sichere Entsorgung begleitet werden.
    12. Unfallprävention: Die Substanz und deren Form (Flüssigkeit, Gas etc.) sollte sorgfältig gewählt werden, um Unfälle (Feuer, Explosionen oder ein ungewolltes Entweichen der Substanz) zu vermeiden.

    Quelle: Green Chemistry: Theory & Practice by Paul T. Anastas and John D. Warner. Eine deutsche Erklärung zur grünen Chemie anhand von Grafiken gibt’s hier.

     

    Nachtrag zu Cradle-to-Cradle (C2C)

    Als Konsumentin fände ich es hilfreich, wenn mit grüner Chemie hergestellte Produkte entsprechend gekennzeichnet wären. Abgesehen von Cradle to Cradle (C2C) herrscht da aber leider Ebbe, wie’s scheint. Ausserdem tut sich die Industrie schwer mit C2C, viele Unternehmer scheuen die hohen Anlaufkosten. Hinzu kommt, dass letztlich der Konsument entscheidet: Der COO einer Schweizer Firma, die auch eine C2C-Produktlinie vertreibt, nahm kein Blatt vor den Mund „Das Zeug verkauft sich nicht, ist zu teuer“.

    Kein Blatt vor den Mund nimmt auch der deutsche Chemieprofessor Michael Braungart, der das Cradle-to-Cradle-Prinzip im Rahmen eines Forschungsprojekts der ehemaligen Ciba-Geigy entwickelte. Kein Wunder ist der Mann umstritten, sagt er doch Sätze wie:

    • Stillen ist prima, das entgiftet die Mutter“ oder
    • Louis-Vuitton-Taschen sind ein klarer Fall von Sondermüll

    Braungart propagiert nicht Entsagung sondern einen Öko-Hedonismus der nicht sparen, sondern klug produzieren will. Dass es erfolgreiche Beispiele gibt hält seine Kritiker nicht davon ab, ihm vorzuwerfen, C2C tauge nur für Nischen.

    Braungart hält dagegen, dass die deutsche Wirtschaft prächtig am Export von Müllverbrennungsanlagen in alle Welt verdient. Und entkräftet auch den Vorwurf, dass C2C nur bei relativ einfach gestrickten Produkten machbar sei: Der dänische Schifffahrts- Öl- und Gasmulti Maersk etwa baute 2013 das damals grösste Containerschiff der Welt, die Magleby Maersk, weitgehend nach Braungarts Lehre: 398 Meter lang, 59 Meter breit und 73 Meter hoch. Schlicht, weil es sinnvoll war.

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    Die Magleby Maersk, ein schwimmendes Rohstofflager…

    Ein Schiff besteht zu 98 Prozent aus Stahl verschiedener Qualitäten. Dieser wird mit anderen Stoffen fest verbunden, beim Abwracken werden die Stahlarten mit allen Kabeln und Plastikteilen recycelt, übrig bleibt eine Produkt von minderwertiger Qualität. Beim Schiffsneubau hat Maersk die Teile nun so installiert, dass sie 1. genau katalogisiert und 2. leicht zu trennen sind. Die Abwrackwerften zahlen nämlich 10 Prozent mehr, wenn bekannt ist, wo welche Qualität verbaut wurde. In Zeiten, in denen Stahl rar wird, wird das Schiff so während seiner Lebenszeit zu einem wertvollen, schwimmenden Rohstofflager. Quelle: Der Spiegel, Heft 33/2014, Seite 58: „Eine Welt voller Überfluss“

    Das Thema bewegt Dich?

    Empfehlenswerte weiterführende Lektüre:

    thumb_containermuseum-bild238
    Noch bis 25.10.2015: Das Jungkunst-Containermuseum in Winterthur

    P.S.: Du fragst Dich, was diesen ganzen Vortrag über Chemie losgetreten hat? Auf der Suche nach nachhaltig produzierten Textilien fürs Kinderzimmer stolperte ich über den Beobachter-Artikel Schwindel um Bambus-Textilien, klickte mich darauf zur Homepage des Schweizer Bio-Textilherstellers Litrax durch und tauchte anschliessend tief ein in die Welt der Grünen Chemie. Und schwups, schon war ein ganzer Tag um… : )

  • Goldgräberstimmung

    Die Ackerkrume ist die oberste, durch organische Abbauprodukte dunkler gefärbte Bodenschicht eines Ackers. Das Wort klingt archaisch und ist dennoch von hoher Aktualität, denn derzeit findet ein erschreckender Ausverkauf der Landwirtschaftsflächen statt.

    Insbesondere seit der Finanzkrise 2008 haben globale Investoren den Agrar-Sektor als gewinnträchtige Alternative für sich entdeckt. Es herrscht Goldgräberstimmung, in den 15 letzten Jahren wurden weltweit über 200 Millionen Hektaren Agrarland gekauft – mehr als es in ganz Europa gibt.

    Fimplakat LandraubDie globalen Investoren mit ihren Grossplantagen zerstören gemäss dem Journalisten und Filmemacher Kurt Langbein die sozialen und ökologischen Strukturen. Was stimmt, ist einzig der Profit: „Oh, es ist sehr attraktiv! Die Erträge sind hoch, nach sieben Jahren sind die Investition zurückbezahlt und die nächsten 20 Jahre gehen Sie jedes Mal mit einem Lächeln zur Bank“, so Suriya Moorthy, Berater für Agrarinvestments.

    Ein üble Überraschung ist die Tatsache, dass dazu offenbar europäische Fördergelder und Entwicklungshilfe-Gelder verwendet werden. In Kambodscha entstand so eine Zuckerfabrik, vor deren Bau rund 1000 Kleinbauern und deren Familien unrechtmässig enteignet wurden; ihnen fehlt seither jegliche Lebensgrundlage. Die Folge solch rabiater Vorgehensweisen könnten künftig ganze Völkerwanderungen sein, die das Ausmass der derzeitigen Flüchtlingskrise bei Weitem sprengen würden.

    Langbeins Film kommt zum Schluss, dass es Zeit für ein radikales Umdenken ist. Dass Millionen Kleinbauern besser und nachhaltiger wirtschaften als Agrarkonzerne. Und dass Nahrungsmittelsicherheit nur dann gewährleistet ist, wenn wir auf lokale Versorgung statt globaler Investition setzten.

    Es liegt auch an uns!

    Die globalen Investoren sind drauf und dran, das ganze Ökosystem in Grund und Boden zu reiten – im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb kann man sich ein hämisches Händereiben kaum verkneifen, wenn Glencore an der Börse 30% Einbusse hinnehmen muss – leider nur eine Momentaufnahme, denn am Ende triumphiert meist eben doch das Geld. Deshalb:

    • Schau genau hin, wo und vor allem was Du einkaufst.
    • Engagiere Dich z.B. bei der Stiftung Biovision

    ARD-Beitrag „Die Folgen des modernen Kolonialismus“ mit Filmausschnitten:

    Screenshot ARD - Die Folgen des modernen Kolonialismus

    „Landraub“, ein Film von Kurt Langbein, startet am 8. Oktober in deutschen Kinos, ob der Film auch in der Schweiz gezeigt wird, ist unklar. Die Website des Films: http://www.landraub.com/

     

    Biovision – ein bemerkenswertes Projekt

    Kleinbauern in Äthiopien konnten offenbar mit entsprechender Beratung ihren Ertrag verdreifachen. Genau dafür engagiert sich auch Biovision. Die vom Schweizer Dr. Hans Rudolf Herren ins Leben gerufene Stiftung setzt sich in Afrika seit Jahrzehnten für eine nachhaltige Landwirtschaft ein. Herren geniesst als weltweit führender Experte für biologische Schädlingsbekämpfung und Träger des Alternativen Nobelpreises einen hervorragenden Ruf; 2014 wurde er in der Kategorie „Gesellschaft“ zum Schweizer des Jahres gekürt.

    Screenshot Web Biovision

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    Exkurs: Sind Mikro-Kredite eine Lösung?

    Wie kann den Kleinbauern der Rücken gestärkt werden? Der Friedensnobelpreisträger und Gründer der Grameen Bank fort the Poor, Muhammad Yunus, beschritt in den 1980-er Jahren mit seinem Modell für Mikrokredite und Mikrofinanzierungen einen ganz neuen Weg, galt lange Jahre als „Retter der Armen“.

    Eine kritische Analyse des Wirtschaftsprofessors und Journalisten Milford Bateman im Artikel „The Rise and Fall of Muhammad Yunus and The Microcredit Model“ zeigt jedoch eine ernüchternde Bilanz: Die allermeisten Kreditnehmer schaffen es nicht, aus der Armut auszusteigen und verstricken sich im Gegenteil immer stärker in Schulden. Dies wird von einigen Mikrofinanz-Investoren ganz gezielt ausgenutzt, denn am Ende dieser Abwärts-Spirale ist das Land der betreffenden Familie fast gratis zu haben. Dieses Vorgehen ist auch als sogenanntes „debt farming“ bekannt.

    Ab 2010 stützen eine Flut von unabhängigen Untersuchungen die Erkenntnis, dass Mikrokredite anders als zuvor angenommen für die Ärmsten sogar eindeutig negative Auswirkung haben. Eine tragische Wende für ein Projekt, das ursprünglich genau wie das wunderbare Barefoot College antrat, um Frauen und ihren Familien einen Weg aus der Armut zu ermöglichen.

    Nachfrage keine Frage des Angebots

    Warum Yunus‘ Ansatz versagt? Gemäss Bateman fiel Yunus schon ganz zu Beginn dem fatalen Trugschluss zum Opfer, dass „Angebot eine entsprechende Nachfrage generiert“. Tatsächlich, so argumentiert Bateman, war es aber schon immer vergleichsweise einfach, ein simples Produkt oder eine simple Dienstleistung anzubieten. Nur halb so einfach ist es hingegen, jemanden zu finden, der das Produkt oder die Dienstleistung kaufen bzw. in Anspruch nimmt – und genau dies wird immer schwieriger.

    Entscheidend sind formelle Einkommensquellen

    Kurzum: Ein Mikrokredit alleine hilft gar nichts, wenn nicht entsprechende Kaufkraft d.h. Käufer vorhanden sind. Viele der Mikrokreditnehmer aber leben in ärmlichen Gegenden, ihre Nachbarn sind genauso mittellos wie sie selber und verfügen ebenfalls nur informelle Einkommensquellen…

    Dieses Dilemma ist gemäss Bateman eng verwandt mit einem weiteren globalen Problem: Den Hungersnöten. Der Wirtschaftsprofessor und Nobelpreisträger Amartya Sen konnte bereits 1981 aufzeigen, dass Hungerskatastrophen deshalb entstehen, weil die Kaufkraft der Ärmsten schlicht und ergreifend nicht ausreicht, um die sehr wohl verfügbaren Lebensmittel zu kaufen. Einmal mehr ist dies Ergebnis fehlender formeller Einkommensquellen (bezahlte Arbeit, Sozialversicherung oder auch soziale Wohlfahrt). So erweist sich auch die Annahme, dass Hungerskatastrophen die Folge von zu wenig Lebensmitteln sind, und dass eine bessere Verfügbarkeit von Lebensmitteln die Not lindern wird, als Trugschluss.

    Quelle: The Rise and Fall of Muhammad Yunus and The Microcredit Model, Milford Bateman, in „International Development Studies“, Ausgabe 001/2014.

  • Auf Kurs

    Quelle: www.sail.nl
    Quelle: www.sail.nl

    Dieser Tage findet in Amsterdam die Sail 2015, die grösste nautische Veranstaltung der Welt statt – eine Augenweide der besonderen Art, wie das obige Bild beweist. Wir im Schloss setzen derweil Segel der anderen Art und freuen uns schon unbändig auf ein Wochenende im Einklang mit elektronischem Meeresrauschen. Die Vorarbeiten sind auf Kurs, die Magie des Augenblicks zieht unser liebes Château immer stärker in den Bann…

    Bildschirmfoto 2015-08-20 um 12.28.58
    Quelle: www.sail.nl

    Damit Du Dich als echter See- & Salon-Löwe kommunikativ mühelos über Wasser halten kannst, bringen wir Dir vorbereitend das internationale Flaggenalphabet der Schifffahrt näher. Bitte raschestens auswendig lernen und seegangsgerecht einsetzen!

     

     

     

     

     

    Dialog in den Wogen des Weekends

    Er: Quebec flag.svg QUEBEC?

    Sie: November flag.svg  NOVEMBER.

    Er: Echo flag.svg ECHO.

    Sie: Uniform flag.svg UNIFORM.

    Er: Zulu flag.svg  ZULU.

    SieXray flag.svg XRAY!

    Er: India flag.svg INDIA.

    Sie: Wiederhole: Xray flag.svg XRAY. Sonst  Oscar flag.svg OSCAR.

    Er:  Sierra flag.svg SIERRA.

     

    Du darfst Dir natürlich gerne selber zusammenreimen, worüber sich die beiden ausgetauscht haben, s. https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggenalphabet. Alternativ kannst Du gerne auch die „Übersetzung“ von Käpt’n Nobart zu Rate ziehen:

     

    Was wirklich gesagt wurde?

    Er: (mit einem verführerischen Lächeln) An Bord ist alles „gesund“, und ich bitte um freie Verkehrserlaubnis.

    Sie: (mustert ihn abschätzend) „Nein“ oder „abgelehnt“.

    Er: (blickt ihr treuherzig in die Augen) Ich ändere meinen Kurs nach Steuerbord.

    Sie: (mit einem leicht genervten Lächeln) Sie begeben sich in Gefahr.

    Er: (denkt nach – hm… benötige einen Schlepper…! Macht einen Schritt auf sie zu) Hey, bist Du nicht die Schwester von Adi… ?

    Sie: (zieh Leine, Mann, ich möchte einfach nur aufs Klo.) Unterbrechen Sie Ihr gegenwärtiges Vorhaben und beachten Sie meine Signale!

    Er: (Dich krieg‘ ich schon noch rum…) Ich ändere meinen Kurs nach Steuerbord – komm‘ ich hol‘ Dir was an der Bar!

    Sie: (meine Blase platzt fast, jetzt reicht’s!) Wiederhole: Unterbrechen Sie Ihr gegenwärtiges Vorhaben und beachten Sie meine Signale. Sonst Mann über Bord und fertig lustig!

    Er: (die Frau hat echt Tomaten auf den Augen, aber hey, man soll Perlen nicht vor die Säue werfen) Okay, okay – Ich arbeite rückwärts.

     

    Dass eine geglückte Kommunikation weissgott keine Selbstverständlichkeit ist, beweist auch das wunderbar absurde Lied „Missverständnis“ von Mani Matter, das wir Dir hiermit abschliessend in den Ohrkahn(al) drücken ; )

    http://www.youtube.com/watch?v=_kwIleJDYPU