Kategorie: Umwelt

  • Von Hand- und Schuhwerk

    Eva Kirchhofers Schuhmacherei ist stadtbekannt, sie selber so etwas wie eine Zürcher Institution. Als Freigeist und passionierte Köchin schätzt sie Fougerette für gelegentliche Seitensprünge in ein geruhsames Landleben – und wir ihr grosses Herz und exzellenten Kochkünste. Aufzeichnung eines munteren Geplauders.


    Eva, in Frankreich gibt es seit dem 1. Januar 2021 den sogenannten indice de réparabilité (Reparaturindex). Dieser soll Konsument*innen helfen, nachhaltigere d.h. besser reparierbare Produkte zu wählen. Wäre so ein Index auch was für Schuhe?

    Ich würde das begrüssen. Da liegt nämlich einiges im Argen.

    Aber Schuhe kann man doch reparieren, oder?

    Das kommt ganz darauf an. Lederschuhe auf jeden Fall, die kann man sehr lange wieder flicken und in Form bringen. Doch ganz viele Schuhe sind heutzutage aus Plastik und dann oft auch noch aus einem unheiligen Mix aus reinster Petrochemie. Solche gemischten Materialien lassen sich wegen der darin enthaltenten Weichmacher nicht kleben, die kann man nur entsorgen. Dabei steckt in solchen Schuhen viel graue Energie.

    Nachhaltiger wäre also Leder?

    Aus Sicht der Nachhaltigkeit ist Leder eindeutig die bessere Wahl – wenn man es bewusst auswählt. Wenn ich das sage, führt das allerdings immer wieder zu Diskussionen. Mich erinnert das jeweils an den veganen «Convenience Food», der mit viel Energie fleischlos hergestellt wird. Geht das wirklich auf? Für mich sehr fragwürdig. Pro & contra Fleisch, dieselbe Debatte wiederholt sich bei der Diskussion pro & contra Leder.

    Und was für Leder wird denn in der Schuhindustrie verarbeitet?

    Da gibt’s fraglos riesige Unterschiede bei der Lederqualität und damit auch bezüglich des Tierwohls. Für mich selber ist klar: Ich verarbeite nur hochwertiges Leder von männlichen Bio-Kälbern, die möglichst pflanzlich gegerbt und gefärbt sind.

    Die «Muneli» eignen sich also besser?

    Ja. Das hat mit der Faserung zu tun. Das Leder zukünftiger Mutterkühe muss dehnbar sein, deshalb ist es für die Verarbeitung zu weich.

    Interessant. Gibt es noch andere Qualitätskriterien?

    Dass das Tier langsam gewachsen ist. Dadurch fallen Tiere aus Masthaltung weg, denn bei der Mast wird das Fasergefüge viel zu lose, ähnlich wie bei Cellulite oder Schwangerschaftsstreifen. Massentierhaltung fällt ebenfalls weg, weil die Tiere sich dabei schnell verletzten und jede Verletzung einen Schaden am Leder bedeutet (z.B. von Kämpfen, Parasiten, Verletzungen durch Stacheldraht etc.). Auch das Klima spielt eine Rolle. Deshalb kommen alle meine Leder aus dem mitteleuropäischen Raum.

    Gute Tierhaltung = gutes Leder, kann man das so zusammenfassen?

    Absolut. Die Tiere werden extrem gut gehalten, weil nur so auch die Lederqualität gut ist. Das wissen aber die wenigsten Konsument*innen.

    Da habe ich ehrlich gesagt auch noch nie darüber nachgedacht. Jetzt frage ich mich natürlich: Woran kann ich beim Schuhkauf hochwertiges Leder erkennen?

    Das ist leider nicht immer so eindeutig und kommt auch auf die Farbe des Leders an. Bei schönen, naturgefärbten Leder gilt all das, was ich vorgängig erklärt habe, denn dort ist jeder Schaden sofort offensichtlich. Bei dunklen bzw. schwarzen und weissen Ledern, die glänzen, lassen sich Mängel hingegen gut mit Farbe kaschieren.

    Heute tragen viele Menschen fast nur noch Turnschuhe. Wie sieht es damit aus?

    Da muss man aufs Material schauen. Sind sie aus Stoff oder Leder? Bei Turnschuhen aus Leder oder DocMartens beispielsweise ist soviel Farbe drauf, dass auch sehr minderwertiges Leder aus schlechter Tierhaltung benutzt werden kann. Lederschäden werden dort ganz einfach mit einer Schicht aus Polyvinylchlorid (PVC)-Farbe überdeckt. Alle Turnschuhe oder auch sehr glänzende Schuhe haben meist eine solche PVC- oder Polyurethan (PU)-Schicht – und beides wird aus Erdöl hergestellt. Wem Nachhaltigkeit am Herzen liegt, der sollte grundsätzlich die Finger von solchen Schuhen lassen.

    Was hältst Du denn von veganen Ledern z.B. aus Kaktus?

    Die meisten veganen Schuhe sind aus PU – und das ist nichts anderes als Bauschaum. Das kann ich niemandem empfehlen. Als vegane Alternativen sind sowohl Ananas- als auch Kaktusleder sehr interessant. Auch gewachste Baumwolle und Kork eignen sich, letzterer ist allerdings sehr brüchig. Insgesamt lässt sich sagen, dass sich bezüglich veganer Materialien im Moment sehr viel tut. Sogar Papier kommt zum Einsatz, das funktioniert aber vorläufig nur bei Taschen.

    Nachhaltigkeit im Kopf, aber Bauschaum an den Füssen? Klingt nach Augenwischerei.

    Ist es auch. Den wenigsten Konsument*innen ist das bewusst.

    Und wie sieht es bei den Schuhsohlen aus?

    Als Schuhmacherin habe ich mit vielen verschiedenen Materialien für Sohlen zu tun. Leider wird da auch oft Plastik verwendet, allen voran wieder PVC und PU. Da ist extrem viel Kunst-Gugus aus der Petrochemie d.h. aus fossilen Kohlenstoffverbindungen dabei. Für vulkanisierte Gummisohlen wie z.B. die Vibramsohle von einem Wanderschuh wird teilweise auch noch Bitumen aus dem Strassenbau beigemischt, damit der Abrieb besser bzw. die Sohle länger haltbar ist.

    Woraus wären denn nachhaltige Schuhsohlen?

    Aus Leder, Gummi (vulkanisierter Kautschuk) oder Rohgummi (unvulkanisierter Kautschuk). Gummi wird durch die Vulkanisierung lichtecht, wärmebeständig und auch lösungsmittelresistent; bezüglich Verarbeitung und Langlebigkeit ist das ein grosses Plus. Wie überall ist es ein Abwägen zwischen verschiedenen Anforderungen, denn «die» ideale Lösung gibt es nicht. Gummisohlen sind trotz einiger Abstriche das Nachhaltigste, wobei alle drei Materialien natürlichen Ursprungs, schadstofffrei und wiederverwendbar sind d.h. es sind geschlossene Materialkreisläufe möglich.

    Gutes Stichwort! Um geschlossene Materialkreisläufe geht’s auch bei der Balade Circulaire, unserem neu eröffneten Lehrpfad im Park von Fougerette. Schon lustig, da wollten wir über Schuhe reden und sind stattdessen bei Nachhaltigkeit und Materialkunde gelandet…

    Das geht für mich Hand in Hand. Das Verrückte ist: Es gibt richtig schöne Schuhe mit wunderbaren Oberledern, wunderbar aufgebauten Ledersohlen – die Laufsohle ist dann aber eben doch aus PVC anstatt aus Gummi. PVC ist Plastik und das rutscht halt. Viele Marken sparen schlussendlich bei den Absätzen oder vorne bei der Sohle. Wir sprechen da von Kosteneinsparungen im 10-Rappen-Bereich. Bei einem Verkaufspreis von CHF 450 ist das eigentlich völlig absurd.

    Stimmt. Doch jetzt ein thematischer Schlenker: Es gibt Menschen, die lesen im Kaffeesatz oder der Handfläche. Liest du sozusagen «aus der Schuhsohle»?

    Hat ein offenes Ohr für alle: Eva Kirchhofer

    Ein Schuh verrät tatsächlich so einiges über seinen Träger, seine Trägerin. Als gelernte Orthopädin interessieren mich da vor allem mögliche Fehlstellungen oder Probleme. An den Schuhen kann man ablesen, wo bzw. wie jemand im Leben steht.

    Das führt mich zu deinem inoffiziellen Zweit-Job: Der Seelsorge

    (lacht) Du meinst, weil ich im Kreis 4 arbeite?

    Die Lage hat vielleicht schon etwas damit zu tun. Ich spreche davon, dass sich bei dir Banker und Obdachlose die Tür in die Hand drücken.

    Ja, und das passt so. Das Leben hat viele Facetten und jeder braucht mal ein offenes Ohr. Wobei es schon Tage gibt, wo die Balance in Schräglage gerät. Ich bin ja zum Arbeiten im Laden, meinen Lebensunterhalt bestreite ich mit der Schuhmacherei.

    Früher hast du auch Lehrlinge angenommen. Vorwiegend Frauen, aber auch Flüchtlinge hast du angelernt.

    Ich bilde gerne aus und teile mein Wissen. Gleichzeitig ist so ein Lehrling eine grosse persönliche und finanzielle Investition, denn gerade im ersten Lehrjahr steckt man wesentlich mehr in die Ausbildung, als dabei an Unterstützung oder Entlastung herauskommt.

    Im Moment arbeitest du alleine.

    Ja, im Moment kann ich mir keinen Lehrling leisten.

    Hat das mit Corona zu tun? Man spricht doch immer davon, dass Handwerk goldenen Boden habe…

    Von einem goldenen Boden war während dem Lockdown nichts zu spüren*. Aber ich bin in meinem Leben bisher immer irgendwie durchgekommen und bin es gewohnt, mit wenig Geld zu leben. Das gibt mir die Freiheit, mich auf das zu konzentrieren, was mir wichtig ist.

    Und das wäre?

    Unter dem Strich? Meine Unabhängigkeit.

    Danke für das anregende Gespräch, Eva!


    Es wird wieder kälter und nasser – gutes Schuhwerk ist angesagt:

    Eva Kirchhofer
    Schuhmacherei
    Militärstrasse 115
    8004 Zürich

    Öffnungszeiten: Do+Fr: 10:30–18:30. Sa: 11–16
    oder Voranmeldung: +41 79 886 12 47
    https://schuhmacherin.ch/

    * Anm. d. Red.: Viele Selbständige, die ein sogenannt «systemrelevantes» Gewerbe ausüben, mussten ihre Läden im Lockdown offen halten – obwohl die Kundschaft grösstenteils ausblieb. Wer seine Umsatzeinbussen aufgrund einer Geschäftstätigkeit von weniger als drei Jahren rückwirkend nicht belegen konnte und/oder sich selbst zu wenig Lohn ausbezahlte, ging sowohl bei der Härtefall-Regelung als auch den Ergänzungsleistungen leer aus (z.T. sogar mit der Begründung «Aber sie konnten doch arbeiten, ihr Laden war ja offen!»)

  • Jetzt geht’s rund

    Tadaaa: Das #TransitionCastle erhält Zuwachs!

    Wir waren fleissig und haben diesen Sommer unsere BALADE CIRCULAIRE umgesetzt. Was das ist? Ein schöner Spaziergang rund um den unteren See, bei dem die Besucher*innen mehr über die Kreislaufwirtschaft und deren Vorzüge erfahren können.

    Die insgesamt 7 Posten bzw. Info-Panels sind auf Französisch und Englisch verfasst und laden dazu ein, sich Gedanken über unser Wirtschaftsmodell und unser eigenes Konsumverhalten zu machen – und was wir daran verbessern könnten…

    Je nach Vertiefung in die Panels dauert der Spaziergang zwischen 30-60 Minuten. Die Balade Circulaire richtet sich an grosse und kleine Menschen ab 6 Jahren. Der Zugang erfolgt über Which?Garden. Gutes Schuhwerk wird empfohlen, da es sich um einen Naturpfad handelt.

    Die Eröffnung der Balade Circulaire findet am Mittwoch 8. September statt, hier geht’s zur Projektseite mit weiteren Infos.

    #BaladeCirculaire
    https://www.facebook.com/BaladeCirculaire
    https://transitioncastle.org/balade-circulaire/

    Unsere Balade Circulaire ist eines von 216 Projekten, welches im Rahmen des Festival des Solutions Écolgiques präsentiert wird. Wir bedanken uns bei der Région Bourgogne Franche-Comté für die freundliche Unterstützung!

    Auflösung gibt’s vor Ort : ) Wir freuen uns auf viele interessierte Besucher*innen!

  • Von Katzen, die mal müssen

    Unsere vierpfotigen Freunde haben – klimatechnisch gesprochen – einen ziemlich breiten Pfotenabdruck! Beim Besuch bei der Firma Catolet haben wir herausgefunden, dass auch die Wahl von Katzenstreu dazu beiträgt. Das mittelständische Familienunternehmen ist im Schwarzwald zuhause und produziert dort seine umweltfreundliche Streu mit viel Herzblut und Begeisterung.

    Falls Du Katzenfan bist und Dir Nachhaltigkeit am Herzen liegt, wird Dich der nachstehende Artikel Von Katzen, die mal müssen sicher interessieren – wir haben gleich auch noch die wichtigsten Empfehlungen zu Katzen & Biodversität mit reingepackt. Wusstest Du zum Beispiel, dass es schon sehr hilft, wenn Dein Stubentiger während der Brutzeit der Vögel von Mitte April bis Mitte Juli vormittags im Haus bleibt?


    Um den ganzen Artikel zu lesen,einfach aufs Bild klicken (PDF-Format)!

    Du willst den ganzen Artikel lesen? Einfach aufs Bild klicken 🙂

  • Actioooon! CleanHandSecondDay

    Rob Hopkins, Gründer des Transition-Networks, hat es mit seinem Buchtitel exakt auf den Punkt gebracht: The Power of Just Doing Stuff. Raus aus dem Kopf und rein ins Handeln lautet die Devise! Dazu bietet der September beste Voraussetzungen: Am 19.9. ist #worldcleanupday2020. und am 26.9.2020 findet in der Schweiz der erste nationale #SecondhandDay statt.

    Ein reines Gewissen, saubere Hände und Klimaschutz – was will man mehr?!

    WORLD CLEAN-UP DAY 2021

    • 19. September 2020 > 18. September 2021
    • Weltweit
    • Eine Idee aus Estland, die letztes Jahr über 21 Millionen Menschen in 180 Ländern mobilisieren konnte!
    • Du kannst am World Clean up Day gebrauchte Masken aus dem Gebüsch klauben, PET-Flaschen aus Gewässern fischen oder Handy & Computer entrümpeln. Ja, auch digitaler Müll macht Probleme! Das Internet und die ganzen daran hängenden Systeme/Infrastrukturen verursachen mit geschätzten 3.7% der globalen Emissionen nämlich gleich viel schädliche Treibhausgase wie die Flugindustrie… Auf Fougerette ermutigen wir ja sowieso alle, das Handy mal liegen zu lassen (vor allem beim Essen : ))). Somit steht fest: „Digital Detox“ ist klimarelevant! Es ist sinnvoll, sich dies immer mal wieder in Erinnerung zu rufen…

    SECOND HAND DAY

    • 26. September 2020 > Termin 2021 in Abklärung
    • Überall in der Schweiz
    • Der Second Hand Day ist ein bunter Weckruf an uns alle, das tägliche Konsumverhalten nachhaltig zu ändern. Es laufen diverse Aktionen.

    Ich werde an diesem Tag alte Mails löschen sowie ungenutzte Apps „entsorgen“.  Und auf Fougerette planen wir mit Freunden aus der Region einen Mini-Second-Hand-Day (findet während dem Erntedank statt).

    Loslegen dank unserer

    BUCH-VERLOSUNG!

    Rob Hopkins on the Power of Just Doing Stuff | Sustainable ...Du willst auch mitmachen bzw. ins Handeln kommen, weisst aber noch nicht genau, wie? Gerne verlosen wir 1 Exemplar von The Power of Just Doing Stuff, wo Du viele Anregungen finden wirst (Achtung: englische Originalausgabe).

    Was Du dafür tun musst?

    Schreib‘ eine Mail an contact@fougerette.org und begründe, warum genau DU dieses Buch brauchst. Wir sind gespannt auf Deine Argumente : ))) Bitte Postanschrift nicht vergessen, damit wir Dir Dein Exemplar zusenden können, falls Du der/die glückliche Gewinner*in bist.

    PS: Jegliche Haftung und Korrespondenz zu dieser Verlosung ist ausgeschlossen, da es sich um eine total subjektive Entscheidung unsererseits handeln wird ; )

  • Sounding Soil: (Er-)hört endlich den Boden!

    Ein lebendiger, gesunder Boden ist die Grundlage für unsere Nahrung. Da wäre es eigentlich schlau, auf seine Bedürfnisse zu hören und ihm Sorge zu tragen, oder? Für viele Menschen bleibt das Erdreiche jedoch eine unbekannte Grösse und wird meist eher mit „Dreck“ assoziiert, denn als facettenreicher Lebensraum gesehen.

    Dank dem wunderbaren Projekt Sounding Soil kannst Du den Boden jetzt über Deine Ohren kennen lernen! Du wirst dabei sofort begreifen, dass ein gesunder Boden genauso lebt und atmet wie wir : )

     

     

    SOUNDING SOIL

    EINE EINZIGARTIGE KLANGREISE INS INNERE DES ERDREICHS

    Interview mit den Projektleiterinnen Sabine Lerch und Marilena Schumann

    Wer ist denn überhaupt auf die Idee gekommen, den Boden „abzuhören“? Eine Gärtnerin? Ein Mediziner? Oder gar der Geheimdienst?

    Ach, soo geheimnisvoll war’s nun doch nicht! Biovision stiess durch einen Zeitungsartikel auf Marcus Maeder, ein Künstler und Forscher, der mit Baummikrofonen den Hitzestress von Bäumen hörbar machte. Dabei kam uns die Idee, in den Boden abzuhören, um damit auch die Bodentiere hörbar zu machen. Also nahmen wir Kontakt mit Marcus Maeder auf, der ein paar Tage davor lustigerweise die genau gleiche Idee gehabt hatte. Die ersten Hörversuche verliefen sehr vielversprechend und wir entschieden uns, ein gemeinsames Projekt zu starten. Daraus entstand Sounding Soil.

    Gibt dem Boden eine Stimme: Sounding Soil.

    Das Projekt ist weltweit bisher einzigartig, oder?

    Ja, wir sind weltweit die ersten, die auf diese Weise die Geräusche der Bodentiere an die Oberfläche holen. Einzigartig ist vor allem die Kombination aus der wissenschaftlichen Erforschung der Bodentöne, der Sensibilisierung für einen gesunden Boden und der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Aufnahmen. Durch Sounding Soil sind wir nun mit Personen in Kontakt gekommen, die ähnliche Ideen verfolgen, was natürlich spannend ist.

    Der Ansatz, Tonaufnahmen zu verwenden, um Beziehungen und Prozesse in der Umwelt zu untersuchen, ist übrigens relativ neu. Man nennt diesen Forschungszweig «Ökoakustik». Denn praktisch jeder Organismus produziert Schallwellen, zum Beispiel durch seine Bewegungen oder durch Kommunikation. Wir können also hören, was ein Organismus tut und dies für die Forschung nutzen.

    Wird Sounding Soil von der Forschung ernst genommen oder gilt es eher als „Spinnerei“?

    In der Wissenschaft müssen sich neue Forschungsansätze natürlich zuerst beweisen, bevor sie wirklich anerkannt werden. Die Ökoakustik ist eine recht junger Forschungszweig. Die ersten Wissenschaftler bzw. Ökoakustiker haben in den 1960er Vogelstimmen aufgenommen und ausgewertet. In den letzten Jahren hat sich dieser Forschungsfeld erweitert und etabliert. Das Erforschen der Bodentöne ist so jung, dass es noch etwas Zeit und weitere Forschungsarbeiten braucht. Daher ist es spannend, dass das Interesse von Wissenschaftler*innen aus verschiedensten Forschungsgebieten an Sounding Soil gross ist.

    Und wie ist das Echo in der Öffentlichkeit?

    Das Interesse an Sounding Soil ist sehr gross! Nach der Lancierung des Projekts im Herbst 2018 erschienen rund 25 Medienberichte. In den Folgemonaten wurde ebenfalls viel über unser Projekt berichtet, auch in Deutschland. Die Wissenschaftssendung «Einstein» vom Schweizer Fernsehen strahlte sogar eine Sendung zu Sounding Soil und Ökoakustik aus. Das grosse Medienecho führte dazu, dass im Frühling 2019 unsere ausleihbaren Aufnahmegeräte bereits für das ganze Jahr ausgebucht waren. Und auch dieses Jahr ist das Interesse an Citizen Science sehr gross: Die Aufnahmegeräte sind wiederum bis Oktober ausgebucht.

    Auch die von Marcus Maeder entwickelte Soundinstallation stösst auf grosses Interesse. Die Installation ist begehbar und vermittelt das Gefühl, sich im Boden zwischen Wurzeln und Tieren zu befinden. Man kann das ungemein vielfältige Leben im Boden belauschen und kann Unterschiede zwischen verschiedenen Böden erkennen: Ein gesunder Boden mit einer hohen Biodiversität tönt vielfältiger. Wir sind mit der Soundinstallation und weiteren Angeboten bei Anlässen und Ausstellungen dabei. Das Interesse kommt sowohl von Nachhaltigkeitsveranstaltungen als auch von Landwirtschaftsanlässen und Musikveranstaltungen.

    Je komplexer ein Boden tönt, desto grösser ist die Vielfalt an Lebewesen, die in ihm leben.

    Wo seid Ihr überall aktiv?

    Soundkarte der Schweizer Böden

    Sounding Soil ist zur Zeit noch ein nationales Projekt. Wir beschränken uns auf die Schweizer Böden und somit auch bei Citizen Science auf die Schweiz. Wir bekommen aber immer wieder Anfragen aus dem Ausland. Besonders gross ist das Interesse zu der Technik des Mikrofons und des Aufnahmegeräts. Dies sind Eigenentwicklungen der ZHdK und somit weltweit einzigartig. Leider haben wir aber bisher nicht die Kapazität, unsere Aufnahmegeräte auch ins Ausland zu verleihen bzw. die Geräte werden nur innerhalb der Schweiz verschickt (Anm. von Fougerette: Wir dürfen ein Gerät für Which?Garden ausleihen und nehmen es  selber mit nach Frankreich und wieder zurück in die Schweiz. So klappt es auch mit Aufnahmen im Ausland : )

    Ziel ist es, in 1-2 Jahren ein marktfähiges Aufnahmegerät zu haben. Auch Naturpärke und ähnliche Institutionen interessieren sich übrigens für das Projekt. So sind die Bodentöne z.B. Teil einer neuen Ausstellung im Wildnispark Sihlwald. Mit GLOBE Schweiz stehen wir in Kontakt, um für das Programm LERNfeld gemeinsame Lernaktivitäten rund um die Geräusche aus dem Boden zu erarbeiten. Und auch viele Lehrer*innen interessieren sich für Sounding Soil, weil sie mit ihren Klassen gerne in den Boden hören möchten.

    Sounding Soil untersucht auch den Einfluss von Lärmverschmutzung auf Bodenökosysteme.

    Welche Erkenntnisse versprecht Ihr Euch von den „Hörproben“?

    Es gibt verschiedene Ansätze. Dabei kommt es auch auf die verschiedenen Kooperationspartner an. Das macht das Projekt so vielseitig.

    Die Stiftung Biovision nutzt die Bodengeräusche vor allem, um die Öffentlichkeit für einen guten Boden zu sensibilisieren. Denn dieser ist nicht einfach nur tote braune Erde, sondern ein lebender Organismus, ohne den die Menschheit nicht existieren können. Wie schon in Eurem Beitrag Auf dem Boden der Tatsachen erwähnt, befinden sich in einer Handvoll Erde bereits mehr Organismen, als es Menschen auf der Erde gibt. Dies ist eine unvorstellbar grosse Zahl. Aber jeder dieser Organismen hat eine bestimmte Aufgabe und trägt dazu bei, dass der Boden das ist was, er ist: Grundlage des Lebens!

    Genau aus diesem Grund muss der Boden mit all seinen Bodenorganismen geschützt werden. Biovision möchte dem Boden eine Stimme geben und das Bewusstsein der Bevölkerung für dieses wichtige Ökosystem stärken. Mit diesem Ansatz erhoffen wir uns in erster Linie nicht Erkenntnisse nur für uns, sondern für alle, die sich mit dem Boden auseinander setzen möchten. Wir möchten Faszination wecken für diesen so unbeachteten Lebensraum.

    Gibt es bereits erste Auswertungen und wenn ja, was zeigen diese?

    Bei Sounding Soil interessiert uns, wie viele unterschiedliche Geräusche in einer Tonaufnahme zu hören sind. Denn die ersten Forschungsresultate zeigen, je komplexer ein Boden tönt, desto grösser ist die Vielfalt an Lebewesen, die in ihm leben, die Biodiversität also hoch ist.

    Ebenso zeigen die Resultate, dass unterschiedlich genutzte Böden unterschiedliche tönen. Und dass auch die Jahreszeit, die Temperatur und die Bodenfeuchtigkeit eine Rolle spielen. Die Anzahl der bisherigen Proben ist aber noch zu gering, um allgemeingültige Resultate zu erhalten. Darum werden im 2020 und 2021 weitere Böden akustisch untersucht und mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden verglichen.

    Bis Ende 2021 sollen die gewonnen Resultate zeigen, ob sich akustische Bodenaufnahmen eignen, um zukünftig die Aktivität der Lebewesen und die Biodiversität im Boden einfach und schnell messen zu können. Ist dies der Fall, könnten solche Aufnahmen zukünftig als Monitoring-Werkzeug eingesetzt werden.

    Dann interessiert sich bestimmt auch die Forschung für Eure Ergebnisse, oder?

    Ja, Sounding Soil ist auch für die Forschung interessant. In der Ökoakustik werden Tonaufnahmen verwendet, um Beziehungen und Prozesse in der Umwelt zu untersuchen. Innerhalb von Sounding Soil untersuchen eine Doktorarbeit sowie Bachelor- und Masterarbeiten verschiedene Aspekte. Bisher gibt es ein veröffentlichtes Paper mit dem Titel So klingt Biodiversität.

    In der wissenschaftlichen Abhandlung von Marcus Maeder und weiteren Verfassern wird der Zusammenhang zwischen Tönen und der Biodiversität unter der Erde sowie der Einfluss von Lärmverschmutzung auf Bodenökosysteme diskutiert. Zur Zeit arbeiten wir an einem zweiten Paper zu den Resultaten der Langzeitexperimente. Zudem ist eine Masterarbeit im Abschluss, die die Wirkung unserer Sensibilisierungsaktivitäten beleuchtet. Die Ergebnisse liegen aber leider noch nicht vor.

    Als Projektleiterinnen habt Ihr sicher auch viel Neues über den Boden gelernt. Was hat Euch dabei am meisten überrascht?

    Überraschend für uns war, wie sehr man den Boden hört d.h. wie plötzlich man das Leben unter der Erde auf eine ganz neue Art und Weise erleben und wahrnehmen kann. Besonders die ganzen verschiedenen Töne sind erstaunlich und faszinierend. Das ist für uns beide übrigens ein ganz wichtiger Aspekt. Kleine Insekten und Bodentiere werden von vielen als eklig empfunden. Den wenigsten Menschen ist dabei bewusst, wie wichtig diese Tiere sind. Und dementsprechend, wie wichtig auch ihr Lebensraum, der Boden ist.

    Wir hoffen deshalb, dass Sounding Soil auch mehr Sympathie für Krabbeltiere schafft!

     

    Ganz herzlichen Dank für das spannende Interview, Sabine und Marilena! Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg und vor allem, dass Sounding Soil dazu führt, dass unsere Böden mehr geschätzt und geschützt werden.

     

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    END OF INTERVIEW

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    Sounding Soil – die Projektleitung

    Hallo, ich bin Sabine Lerch! Ich habe Biologie studiert und koordiniere seit Juli 2019 das Programm Schweiz und bin als Projektleiterin für Sounding Soil zuständig. Hier kann ich meine Erfahrungen in der Umweltbildung mit meinem Interesse an den Auswirkungen unseres Verhaltens auf die Umwelt verbinden. Die Natur hat mich schon früh fasziniert. Als Kind waren es spannende Ausflüge zu Bächen und Weihern, Rettungsaktionen für Frösche und morgendliche Vogelexkursionen. Heute faszinineren mich vor allem die Zusammenhänge und Wechselwirkungen in den verschiedenen Ökosystemen.

     

    Hallo, ich bin Marilena Schumann! Gerne erzähle ich etwas über meinen Hintergrund. Studiert habe ich Geologie. Trotz meines bereits vorhandenen Wissens über unsere Natur, Umwelt und die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit in allen Bereichen unseres Lebens hat mir mein Studium die komplexen, sehr aufwändigen und vor allem langwierigen Prozesse unserer Natur verdeutlicht. Dies hat dazu geführt, dass ich mich entschieden habe, in die Umweltbildung zu gehen. Ich möchte mein Wissen weiter geben und sensibilisieren für ein besseres Zusammenleben von Mensch und Natur.

     

     

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    Sounding Soil – welche Partner sind beteiligt?

    Das Projekt Sounding Soil ist eine Kooperation verschiedener Institutionen der Schweiz:

     

    Biovision – eine Zukunft für alle, natürlich

    Biovision ist eine Stiftung für ökologische Entwicklung, die sich sich primär in Afrika engagiert, denn in der Subsahara leben ein Viertel der weltweit hungernden Menschen. Biovision fördert seit 1998 die Entwicklung, Verbreitung und Anwendung von nachhaltigen ökologischen landwirtschaftlichen Methoden, mit denen Menschen in Entwicklungsregionen sich selber helfen können. Dabei spielt der ganzheitliche Ansatz eine zentrale Rolle: Gesunde Menschen, Tiere, Pflanzen und eine intakte Umwelt sind Ziel in allen Projekten. 2013 wurde die Stiftung Biovision, zusammen mit ihrem Gründer Hans Rudolf Herren, einem führenden Experten für nachhaltige Landwirtschaft, mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

    Wer die Arbeit von Biovision unterstützen möchte, bitte HIER KLICKEN : ))))

     

    Gesunde Böden – das solltest Du wissen

    Gesunden Böden kommt eine Schlüsselfunktion zu, weil sie unverzichtbare Leistungen erbringen: Bodenökosysteme filtrieren, speichern und regulieren Wasser, bieten Lebensraum für unzählige Bodenorganismen, stellen Nährstoffe für Pflanzen zur Verfügung und sind zudem in der Lage, toxische Stoffe abzubauen und CO2 zu speichern. Nachhaltig bewirtschaftete Böden haben eine höhere Widerstandskraft, können sich besser an neue klimatische Bedingungen anpassen und helfen, Treibhausgase zu reduzieren.

    Demgegenüber hat der Verlust von gesunden Böden in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen. Besonders die intensive Bewirtschaftung macht unseren Böden zu schaffen. Monokulturen, mineralische Dünger, synthetische Pestizide und der häufige Einsatz schwerer Maschinen können das Bodengefüge zerstören, laugen die Böden aus und vergiften das natürliche Ökosystem.

    Auch die Auswirkungen des Klimawandels spüren wir bereits heute. Unwetter und Überschwemmungen nehmen von Jahr zu Jahr zu. Fruchtbare Böden erodieren zunehmend. Auch unser Konsumverhalten verlangt dem Boden einiges ab. Der steigende Fleischkonsum und Food Waste verschlingen wertvolle Landflächen, die oft viel effizienter und nachhaltiger genutzt werden könnten.

    Mehr über den Boden als Lebensraum kannst Du auch im Beitrag Auf dem Boden der Tatsachen nachlesen.

  • Bist Du dabei? Hofbesichtigung „Pflanzenkohle“ am 28.3.2020

    > ANNULÉ < Klimafarming in der Schweiz? Jawohl, gibt’s! Familie Keiser aus Neuheim/ZG wirtschaftet bereits seit 2012 mit Pflanzenkohle und ist der erste und bisher wohl einzige klima-neutrale Bauernhof der Schweiz. Mit ihrem Projekt „Pflanzenkohle – 4 Fliegen auf einen Streich“ haben die Keisers für ihre Pionierarbeit letzten November verdientermassen den Schweizer AgroPreis 2019 gewonnen. Zum Glück hatten wir den richtigen Riecher und schon im Herbst für eine Besichtigung angefragt. So können wir schon bald mehr darüber erfahren, wie Landwirtschaft zum Klimaschutz beitragen kann. Wir sind gespannt!

     

    Die Eckdaten

    Datum: Samstag, 28. März 2020

    Zeit: 11h00 – 16h00

    Treffpunkt:

    Generationen-Gemeinschaft
    Franz und Albin Keiser
    Wies 1
    6345 Neuheim

    Anreise:

    Da Neuheim mit dem ÖV etwas umständlich zu erreichen ist, bilden wir am besten Fahrtgemeinschaften. Bitte bei der Anmeldung mitteilen, ob Du freie Plätze anbieten kannst oder eine Mitfahrgelegenheit suchst!

    • Auto Von Richtung Zürich aus via Horgen/Hirzel oder Wädenswil. Von Richtung Bern via Luzern Emmenbrücke – Baar.
    • ÖV: Am besten bis Baar/ZG, von dort aus können wir Shuttle/Abholung organisieren (12 Min. Fahrtzeit bis Neuheim)

     

    Programm:

    • Begrüssung
    • Teil 1
      • Einleitung / Geschichte des Hofs 15 Min.
      • Klima-positive Landwirtschaft, was ist das?
      • Bodenqualität – Wissen aus der Praxis.
      • Fragerunde
    • Pause & Austausch
    • Teil 2
      • Herstellung & Einsatz von Pflanzenkohle und Nährhumus 45-60 Min.
      • Fragerunde
      • Verabschiedung & Ausklang (total ca. 30 Min.)

    Wetter & Kleidung: Die Besichtigung findet auch bei schlechter Witterung statt und teils im Freien. Also wettertauglich verpackt anreisen : )

    Verpflegung: Bitte selber ein Sandwich oder sonstwas fürs Z’Mittag mitnehmen! Für Kaffee/Tee & Kuchen sorgen wir.

    Kosten:

    • CHF 20 pro Person

     

    Anmeldung

    Bitte bei Monika anmelden via contact@fougerette.org.

    Max. 40 Plätze. Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt; nach Rückbestätigung ist die Teilnahme verbindlich.

     

    Kohlekontrolle

    Die Keisers auf der Weide

     

  • Is it still cool to be „hot“?!

    Den Titel als „heisseste“ Stadt der Welt hält Turbat in Pakistan – und für einmal ist das nun gar nichts, worüber man sich als Einwohner/-in freuen kann, denn am 28. Mai 2017 wurden dort unglaubliche 53.7 Grad Celsius gemessen. Auch im 900 km weit entfernten Jacobabad sind Temperaturen von über 50 Grad zur Normalität geworden.

    Die aktuelle Ausgabe von „TIME“ Magazine ist ganz dem Klimawandel gewidmet. Einer der Artikel befasst sich mit den Auswirkungen der weltweit steigenden Temperaturen auf die Bevökerung. Zwar ist der menschliche Körper unglaublich anpassungsfähig, aber es gibt Grenzen – besonders wenn es um Hitze geht. Wie vielen vom Sauna-Gang hingreichend bekannt ist, fängt unser Körper an zu schwitzen, sobald die Umgebung heisser ist als unsere Kerntemperatur von ca. 37 Grad, um so eine Kühlung herbeizuführen.

    Der Killer? Heiss und feucht…

    Bildquelle: https://www.dnaindia.com/ahmedabad/report-no-respite-heat-wave-conditions-likely-in-parts-of-gujarat-2618284

    Bei hoher Luftfeuchtigkeit allerdings versagt diese bewährte Strategie, weil unser Körper nicht mehr effektiv schwitzen kann. Unsere Kerntemparatur erhöht sich dann immer weiter und irgendwann wird das „Notfallprotokoll“ ausgelöst, welches die vitalen Funktionen sichern soll: Es fliesst mehr Blut in die Haut, was das Herz belastet. Das Hirn befiehlt den Muskeln eine langsamare Gangart, wir werden schläfrig. Nervenzellen feuern falsche Signale und erzeugen Kopfweh sowie Übelkeit.

    Steigt unsere Kerntemperatur auf über 40 Grad, sterben Zellen ab und mit unseren Organen geht’s den Bach runter. Bei Überhitzung „winken“ 27 verschiedene Todesursachen – von Nierenversagen bis hin zu Blutvergiftung. Das Ergebnis ist das Gleiche: Wir sind weg vom Fenster.

    Überhitzung droht 3/4 der Weltbevölkerung 

    Gemäss aktuellen Berechnungen werden im Jahr 2100 ganze 74% der Weltbevölkerung mindestens 20 Tage pro Jahr den kritischen Schnittpunkt von Hitze und Luftfeuchtigkeit auszuhalten haben: Diejenigen Tage also, an denen das Thermometer auf 38-39 Grad klettert und die Luftfeuchtigkeit bei über 50% liegt.

    Klimadiagramm von Jacobabad (Bildquelle: Wikipedia)

    Zuerst aber kriegen wir von der ganzen Hitze schlechte Laune und scheinen davon mental instabil zu werden, was ja nun auch nicht unbedingt Anlass zu Optimismus bietet (unüblich hohe Temperaturen korrelieren mit diesen beiden Erscheinungen wie ein Forschungsteam rund um Camilo Mora an der University of Hawaii herausgefunden hat).

    Ob man schlecht gelaunt noch immer auf dem Boden der Tatsachen bleiben und mit kühlem Kopf handeln kann? Oder vielmehr ausflippt, zum Hitzkopf wird? Oder eben (wortwörtlich) ganz auf der Strecke bleibt?

    Eis am Stiel statt heisse Typen

    Die Menschheit wird sich an tödliche Hitzwellen gewöhnen müssen, soviel scheint klar. Vermutlich wird es deshalb in baldiger Bälde auch nicht mehr cool sein, als „hot“ bezeichnet zu werden. Der Klimawandel wird nicht nur unser Leben umkrempeln, sondern auch in unserem Sprachgebrauch und Wertesystem Spuren hinterlassen…

    Stimmt, das war schon bisher so: „Erderwärmung“ klang halt einfach kuschliger als „Erderhitzung“, n’est-ce pas? Aber egal, ich lebe ja in Mitteleuropa – wo bitte geht’s zum nächsten Glacé-Stand? Hallo?

     

    TIME Magazine original article including video report on „Pakistan’s deadly heat“

     

  • Auf dem Boden der Tatsachen

    „Auf dem Boden der Tatsachen bleiben“ – diese Redewendung bringt zum Ausdruck, dass jemand realistische Vorstellungen der Wirklichkeit hat, sich an die Tatsachen hält und bei der Wahrheit bleibt. Können wir das von der Politik noch behaupten? Und davon abgesehen: Stehen wir als Gesellschaft überhaupt noch auf dem Boden der Tatsachen?

    Kinder die einfach so in der Erde wühlen können/dürfen? Ein seltenes Bild… Quelle: www.meine-ernte.de

    Wenn man bedenkt, dass die Meisten von uns ihre Füsse Tag für Tag in Schuhwerk zwängen, das jeglichen Kontakt mit dem Boden unterbindet und in zubetonierten Städten über dick asphaltierte Strassen gehen, sind gewisse Fragezeichen in Sachen „Bodenhaftung“ durchaus berechtigt.

    Der moderne Alltag macht es uns zunehmend schwieriger, den Boden unter unseren Füssen zu spüren. Und auf Spielplätzen werden die Kleinsten sofort gescholten, wenn sie eine Handvoll Erde zum Mund führen – der schrille Ausruf „Nei, das isch gruusig!“ spricht Bände…

     

    DER LETZTE DRECK SIND WIR

    Wann haben wir begonnen, unsere Böden als Schmutz wahrzunehmen? Warum fürchten wir die nackte Erde so? Ist es, weil die Erde als letzte Ruhestätte uns irgendwann verschlingen wird? Ist es, weil wir uns dank technologischem Fortschritt immer weiter von ihr entfernt haben und nun zuoberst im Wolkenkratzer unseren Allmachtsphantasien frönen? Oder weil es irgendwann als schmutzig und rückständig galt, Ackerbau zu betreiben?

    Soviel steht fest: Wenn etwas schmutzig ist, dann sind es die Geschäfte, die wir Menschen mit der Erde treiben. Über den ausbeuterischen Umgang mit Böden und Ressourcen wurde bereits viel geschrieben. Eigentlich wissen wir alle, was die Folgen sind und dass es so nicht weitergehen kann.

    Landgrabbing, Brandrodungen, Monokulturen

    Wie die Klima-Aktivistin Greta Thurberg kürzlich in der „Late NIght Show“ sagte: „In Amerika mag der Klimawandel noch als etwas diskutiert werden, woran man glauben kann oder nicht. Bei mir zuhause gilt er als Tatsache.“

    Heiter und geerdet – wer hat es noch, dieses Lebensgefühl? Wer sich umschaut (und vielleicht auch ehrlich in sich hineinhorcht) wird etwas anderes wahrnehmen.

    Obwohl wir hier in Mitteleuropa ein so bequemes Leben führen wie noch keine andere Generation vor uns, sind wir vor allem eines: gestresst. Da wäre ein Bad in der Natur oder ein Riechfläschen voll würzigem Humusduft gerade die rechte Kur! Doch anstatt innezuhalten und auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren stressen wir stattdessen nach der Arbeit noch eben mal schnell ins Fitness-Studio, um unsere verspannten Muskeln in abgestandener Luft auf einer Maschine aus Plastik auf Vordermann zu trimmen…

     

    EIN SCHRITT WEITER

    „Macht Euch die Erde untertan“ – diese biblische Aufforderung hat der Mensch buchstabengetreu befolgt und erntet jetzt, was er gesät hat. Es ist sehr zu hoffen, dass wir bald einen Schritt weiter kommen und  Böden nicht länger als arg gebeutelte Sklaven unserer Wünsche geringschätzen sondern als (System-)Partner anerkennen, ohne die auch wir keine Lebensgrundlage mehr haben.

    Barfusspflicht für mehr Bodenhaftung?

    Könnte die sofortige Einführung einer Barfusspflicht für mehr Erdverbundenheit und Achtsamkeit sorgen? Eine spontane und sicherlich gewagte These. Tatsache allerdings ist: Die sensorische Verbindung zwischen unseren Füssen und unserem Hirn ist stark. Die Füsse sind ein Teil davon wie unser Hirn Bewegung wahrnimmt. Der deutsche Orthopäde Carsten Starck berät Menschen mit Fussprobleme und ist überzeugt: „Füsse sind noch immer ein weit unterschätzter Körperteil im Regelkreis unserer Körperfunktionen“.

    Studien zeigen, dass Menschen Gleichgewichtsprobleme bekommen, wenn die sensorische Wahrnehmung ihrer Füsse gehemmt wird (Quelle: Dokfilm Shoespiracy). Füsse in Schuhen, das kommt aufs Gleiche raus wie sein Hinterteil dauerhaft auf einem dick gepolsterten Sessel zu parken: Alles verweichlicht, die Muskeln werden deaktiviert.

    Es scheint fast so, als ob fehlender Bodentkontakt auch dazu führt, dass unser Hinrmuskel atrophiert und uns die Fähigkeit zu klarem Denken abhanden kommt!

    Auffällig ist, dass barfuss gehende Naturvölker eine liebevolle und achtsame Verbindung zu Mutter Erde pflegen.

     

    DAS BU.. äh… BODENWUNDER

    Wer sich näher mit dem Boden befasst (Immobilienspekulanten sind hier nicht angesprochen ; ), wird schnell von Ehrfurcht gepackt, denn die Komplexität und Perfektion des Systems „Boden“ ist atemberaubend.

    In einer einzigen Fingerspitze (!!!) Boden leben zum Beispiel mehr Tiere als Menschen auf der Erde. Auch die Fähigkeit der vielen winzigen Bodenbewohner, die Reste von Tieren und Pflanzen immer weiter zu zerlegen, bis sie wasserlöslich sind, ist beeindruckend. Diese löslichen Stoffe (Mineralien, Salze) sind es, die den Pflanzen anschliessend als Nährstoffe dienen und von ihnen über die Wurzeln mit dem Wasser aus dem Boden aufgenommen werden.

    Bildquelle: www.soudingsoil.ch

    Doch woraus besteht unser Boden eigentlich genau? Erde besteht aus:

    • Lehm oder Ton
    • Sand
    • Steine
    • Wasser
    • Bodenlebewesen/Mikroben/Pilze

    Dass unser psychisches Wohlbefinden auch und zu einem grossen Teil von unserem Mikrobiom (Gesamtheit der Bakterien im Darm) abhängt, ist spätestens seit dem Erfolg des Buches Darm mit Charme einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

    Auch unsere Böden verfügen über ein Mikrobiom und beeinflussen dadurch unser Wohlbefinden. Schliesslich steckt in unserer Nahrung das, was zuvor im Boden war! Da auch der Boden alles verdauen muss, was Mensch, Tier und Pflanzen ihm „unterjubeln“, ist die Analogie mitdem Darm gar nicht so abwegig.

     

    Der Regenwurm mag viele ekeln, aber 2011 war er sogar Tier des Jahres (Bild: Heidi & Hans-Jürgen Koch / Pro Natura)

    Klein aber oho!

    Die Lebewesen unter dem Boden wiegen übrigens geschätzt 50x mehr als alle Menschen und Tiere, die ihr Dasein auf dem Erdboden verbringen. Unter 1m2 Wiesenbeoden leben ca. 100-200 Regenwürmer. Alle Regenwürmer, die unter einer Wiese leben, bringen zusammen wiederum mehr Gewicht auf die Waage als all die Kühe, die darauf grasen.

    Die Regenwürmer wiegen zudem mehr als alle anderen Bodenbewohner zusammen – was sicherlich daran liegt, dass sie in Sachen Bodenverbesserung richtige Schwergewichte sind (Wurmrosa ist sogar eine offzielle Farbnuance, siehe The Colour… Pink)

     

    WAS IST GUTER BODEN – UND WELCHE GEFAHREN DROHEN IHM?

    Guter Boden ist locker, krümelig und duftet… na, erdig eben! Pflanzen können nur in der besonders nährstoffreichen und damit fruchtbaren Humusschicht wachsen. Diese ist ca. 30cm tief und damit hauchzart – die Erde ist eindeutig kein Dickhäuter! Pro Jahr entstehen in unseren Breitengraden durch die Zersetzung und Verwitterung von Pflanzenrückständen etwa 0.1 Millimeter Humus. Kein schnell nachwachsender Rohstoff also, weshalb die Folgen von Bodenerosion auch so verheerend sind.

    Guter, gesunder Boden erbringt zahlreiche Leistungen, die für uns von enormem Nutzen sind:

    • Lebensraum für Tiere und Pflanzen
    • Nahrungsmittelproduktion
    • Filtrierung, Speicherung und Regulation von Wasser und Nährstoffen
    • Speicherung von Kohlenstoff

    Gleichzeitig drohnen gutem Boden einige Gefahren:

    • Klimawandel
    • Zu intensive & einseitige Nutzung durch den Menschen: Monokulturen, mineralische Dünger, synthetische Pestizide und der häufige Einsatz schwerer Maschinen können das Bodengefüge zerstören und vergiften das natürliche Ökosystem.
    • Unser Konsumverhalten: Der steigende Fleischkonsum, der hohe Bedarf an Energiepflanzen und nicht zuletzt Food Waste verschlingen wertvolle Landfläche, die oft viel effizienter und nachhaltiger genutzt werden könnten.
    • Auch Bodenversiegelung durch Wohnungsbau, Industrie, Gewerbe und Infrastrukturprojekte sind problematisch.

     

    DIE QUALITÄT MACHT’S AUS

    Woran erkennt man guten Boden? Farbe, Geruch, Konsistenz, Feuchtigkeit, Nährstoffgehalt sowie Vegetation sind allesamt hilfreiche Indikatoren bei der Beurteilung.

    Einen ungewöhnlichen weil klangvollen Nachweis der Bodenqualität erbringt das Projekt Souding Soil: Via Mikrofon wird die Mikroben-Aktivität im Boden hörbar gemacht. Diese Art von Monitoring möchten wir sehr gerne auch für unser Permakulturprojekt Which?Garden nutzen und haben uns deshalb für ein Aufnahmegerät beworben.

    Wie es im Boden klingt? Mitunter wie auf einer viel befahrenen Kreuzung! Hier geht’s zur Schweizer Soundmap mit Hörproben : )

     

    = = =

    QUELLEN & WEITERFÜHRENDE LINKS:

  • La Fête des Possibles (18.-30.9.2017)

    Was für ein toller Name! Was für eine wunderbare Idee! Hast Du Lust, mitzufeiern? Bei dieser Serie von Anlässen in ganz Frankreich, welche von Transition Citoyenne in Kooperation mit lokalen Initiativen organisiert wird, geht es darum, das Mögliche in die Tat umzusetzen und damit die Zukunft schon heute zu uns nach Hause zu holen.

    Am 23. September findet zudem erstmals der European Day of Sustainable Communities statt. Vielleicht sind wir ja das nächste Mal schon mit dabei, sofern unser Permakultur-Projekt wie erhofft durchstartet! Bereits dieses Jahr sind in Autun und Luzy mehrere Events zur Fête des Possibles geplant und es engagieren sich in ganz Frankreich und Belgien über 450’000 Bürgerinnen und Bürger. Wow!

    Weitere Infos für Interessierte: http://fete-des-possibles.org.

  • Let’s Transition Castle : )

    Sobald wir von unserem geplanten Permakultur-Projekt erzählen, werden wir meist gefragt: Was ist denn das überhaupt, Permakultur? Und beim Erklären fällt dann bald mal das Stichwort „Transition“ und schon ist man mitten im Thema!

    Permakultur – eine Annäherung

    Der Begriff „permanente Agrikultur“ (dauerhafte Landwirtschaft) wurde 1978 von den Australiern David Holmgren and Bill Mollison geprägt. Damals ging es den beiden hauptsächlich um Strategien, wie nachhaltige Lebensmittelproduktionsmethoden entwickelt werden können.

    Seither ist Permakultur zu einer weltumspannenden Bewegung geworden, die alle Facetten des menschlichen Zusammenlebens umfasst und sich im Kern mit der Frage beschäftigt, wie die Menschen harmonisch mit der Erde und deren beschränkten Ressourcen leben können. Permakultur verlangt Köpfchen, denn das Erfolgsrezept liegt im intelligenten Design. Deshalb unterscheidet sich Permakultur  auch deutlich von der biologischen Landwirtschaft, wie die Grafik rechts illustriert.

    +++ Brandneu gibt es ein kostenloses Manual über Permakultur-Design (Stand: 26.9.2017), welches hier zum Download bereit steht +++

    Mal wird Permakultur als Kreislaufwirtschaft, mal als internationale Bewegung für Raumplanung und Design, mal als „bewusst gestaltete Landschaften, die die Muster und Beziehungen in der Natur imitieren und dabei eine Fülle von Nahrungsmitteln, Fasern und Energie für lokale Bedürfnisse bereitstellen“ (David Holmgren) oder als ethisches System bezeichnet, das Positivismus und Zusammenarbeit betonet und zu sozialer Stabilität führt. Das Tolle daran: Die Grundsätze der Permakultur können überall auf fruchtbaren Boden fallen, ob auf dem eigenen Balkon, im Garten, einem Bauernhof, mitten in der Stadt und sogar in der Wildnis.

    Fast am besten gefallen uns diese beiden Antworten, weil sie eine Saite in unserer Seele zum Klingen bringen:

    „Permakultur bedeutet Paradiese schaffen.“

    – Beat Rölli

    „In Permakultur pflanzen wir Fruchtbarkeit und ernten Fülle.“

    – Steve Read

    Sic transit gloria mundi?!

    In Anbetracht der riesigen Herausforderungen vor denen die Menschheit steht, sind viele wenig optimistisch gestimmt. Der eingangs zitierte Brocken Latein (zu Deutsch: „So vergeht der Ruhm der Welt“) betrifft die Vergänglichkeit von Macht und Einfluss. Ein solch‘ trüber Ausspruch lädt sogar bei sonnigstem Sommerwetter wie heute dazu ein, mit wehleidiger Stimme über die eigene Ohnmacht und die Schlechtigkeit der Welt herzuziehen…

    Transition, die grosse Schwester der Permakultur

    Aber halt! Wo etwas vergeht, entsteht immer auch Neues. Und dazwischen steht der Übergang, der das Neue ermöglicht, in diesem Fall die „Transition Towns„. Diese grossartige Bewegung vereint lokale Gemeinschaften, die gemeinsam die Welt neu erfinden und aufbauen wollen. Lebendiger, fairer, erfüllender und bunter – lebenswerte Zukunftsmodelle, eben.

    Vielleicht ist Dir der (Mit-)Gründer, der englische Permakultur-Designer Rob Hopkins, aus dem Film „Tomorrow“ bekannt?

    „Transition Castle“ : Fougerette als Werkzeug des Wandels

    Bereits seit 2006 setzen sich im Rahmen von „Transition Town“ zahlreiche Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt für eine lokale, nachhaltige Entwicklung ein. Das Ziel:

    Der geplante Übergang in eine postfossile, gemeinschaftlich organisierte Gesellschaft und relokalisierte Wirtschaft.

    Dieses Ziel überzeugt uns. Dabei wollen wir mittun. Deshalb lautet unser Wahlspruch ab sofort „Transition Castle“! Hinter „Transition Castle“ steckt der Wunsch, Teil des Transition Networks zu werden, uns dessen Prinzipien zu eigen zu machen und damit vielleicht auch auf Fougerette im lokalen Rahmen etwas Grosses bewegen zu können:

    • Wir akzeptieren, dass Ressourcen beschränkt sind, und suchen Wege, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken.
    • Wir fördern Inklusion und soziale Gerechtigkeit.
    • Wir übernehmen das Prinzip der Subsidiarität d.h. wir stärken die Selbstorganisation und eine Beschlussfassung auf der geeigneten Ebene.
    • Wir achten auf Ausgleich und engagieren uns mit Hand, Herz und Kopf, um vertrauensvolle Partnerschaften zu knüpfen.
    • Wir verstehen uns als Teil eines experimentellen Lernnetzwerks. Transparenz und eine positive Haltung gegenüber Feedback sind uns wichtig.
    • Wir teilen unsere Ideen und unsere Macht, damit alle teilhaben können.
    • Wir kooperieren und suchen Synergien.
    • Wir fördern positive Visualisierung und Kreativität. Dabei geht es uns nicht um Widerstand, sondern um das Finden neuer Möglichkeiten.
      (engl. Quelle mit weiterführenden Erläuterungen)

    Hier findest Du eine ARTE-Doku von 2010 über Totnes, die allererste „Transition Town“ ever:

    http://www.youtube.com/watch?v=wE5ua0BF4BE

    Change in the mindset, change in the heart

    Die Nonprofit-Organisation „Let’s Do It!“ aus Estland will das weltweite Müllproblem über lokale Bürgerinitativen in den Griff bekommen und plant für 2018 einen World Cleanup Day. Auch das ist „transition in action“!

    Was einer der philippinischen Volontäre als seine Motivation und das Ziel seines Einsatzes gegen die Vermüllung der Strände mit Plastik nennt, scheint uns auch für Fougerette Transition Castle 100% stimmig: Es ist die innere Haltung, die zählt, denn diese gibt die Impulse für unser Verhalten. Genau um diese innere Haltung geht es auch in unseren ZRM®-Kurs, bei dem sich alles um lustvolles und kreatives Selbstmanagement dreht!

     

    Ähnliche Ideen verfolgt die Initiative The Great Britsh Spring Clean, welche 2017 erstmals durchgeführt wurde (leider nicht in der Politik ; -) oder die „Adopt a Street“-Idee, bei der Anwohner die Verantwortung für einen Strassenabschnitt übernehmen und diesen sauber halten. Ja, in Amerika kann man sogar ein Senkloch (d.h einen Gully) adoptieren, aber das nur als Nebenbemerkung, bevor sich die Abgründe auftun…

    Es gibt sooo viele tolle Projekte, macht das nicht Mut? Jede und jeder kann etwas bewirken : )

    #foudefougerette
    #transitioncastle

     

    Weiterführende Links

    • http://www.permakultur.ch
    • http://www.permaculture.ch
    • http://www.transition-winterthur.ch
    • https://www.transition-initiativen.de (Deutsch) bzw. https://transitionnetwork.org (English)
    • https://www.neustartschweiz.ch
    • http://www.incredibleediblenetwork.org.uk (es gibt sogar einen Ableger im Burgund davon, die Weltkarte mit allen Incredible Edible Projekten gibt’s hier)