Autor: Monika

  • Besuch vom Hinterwäldler

    http://bizarro.com/

    Die Aufklärung liegt längst hinter uns. Wir wissen, dass es universell gültige Menschenrechte gibt, wir denken liberal, finden kulturelle Unterschiede bereichernd und halten uns für fähig, neutral und unbestechlich zu urteilen. Schöne neue Welt ohne Vorurteile? Fehlanzeige, denn in uns allen schlummert unerkannt ein Hinterwäldler! Was Dein persönlicher „Mitbewohner“ zu Themen wie Religion, Gleichstellung von Männern und Frauen, Übergewicht, Homosexualität oder Alter meint, deckt die interessante Website zum „Project Implicit“ auf, welches Gedanken und Gefühle erforscht, die ausserhalb unseres Bewusstseins existieren und sich damit einer bewussten Kontrolle entziehen. Also wohlan, gut anschnallen und einen Test machen – so aufs Jahresende hin ist etwas Selbstreflexion ja durchaus angebracht : )

  • Schloss-Treff vom 18.1. – bitte anmelden!

    Ab sofort kannst Du Dich unter folgendem Link für den wild entSCHLOSSenen Gipfeltreff im Hive anmelden: http://doodle.com/t9uwnkqx68kkdnc3. Weitere Infos und das Programm findest Du hier, höchstwahrscheinlich wird uns Spielrausch von 14:30 bis 17:00 mit verspielten Ideen beglücken… Wir freuen uns auf Dich(Euch)!!!

  • GfK-Seminar: Ausschreibung 2015

    gfk_visualGfK goes château! 

    Du magst Frankreich? Möchtest wieder mal raus ins Grüne, ohne viel Handy und den ganzen elektronischen Klimbim? Denkst darüber nach, wie Du Deine beruflichen und privaten Beziehungen dank achtsamer Kommunikation erfüllender gestalten könntest? Dann nutze die Gelegenheit, an einem unserer Seminare über die Gewaltfreie Kommunikation (GfK)® nach Marshall Rosenberg teilzunehmen, mitten im wunderschönen Burgund und einem Schlosspark von rund 20ha.

    GfK unterstützt Dich dabei, alte Verhaltensmuster zu erkennen und mit neuen, wirksameren Verhaltensweisen abzulösen. Klingt gut? Dann nix wie ran an den Speck, denn der/die Fotografin des obigen Bildes hat Recht: Für Empathie gibt es tatsächlich noch keine Gratis-App ; ) Als Vereinsmitglied bist Du herzlich zu den GfK-Seminaren eingeladen, die „Fou de Fougerette“ in Zusammenarbeit mit Streitfrei.net anbietet!

    Programm & Leitung

    foto_NicoleGanserStreitfreiDas Einführungs-Seminar mit den folgenden Inhalten wird von Nicole Ganser, Gründerin Streitfrei.net, geleitet:

    • Starke Gefühle konstruktiv einsetzen
    • Bewertungen sinnvoll nutzen
    • Authentisch kommunizieren
    • Wahlmöglichkeiten für Reaktionen schaffen

    Ziele des Seminars:

    • Die Grundlage und Haltung der Gewaltfreien Kommunikation verstehen
    • Erste Schritte in der Anwendung
    • Beziehungen aktiv verbessern können
    • In der Kommunikation auf den Punkt kommen
    • Gesprächsführung erlernen, die Leichtigkeit und Wirksamkeit ermöglicht
    • Eigene Bedürfnisse (wieder-) entdecken

    Arbeitsformen sind Gesprächstrainings und Übungen anhand von Beispielen aus dem eigenen Alltag. Alle TeilnehmerInnen erhalten ein Seminar-Diplom.

    Fragen / Anmeldung

    Monika Siegenthaler, contact@fougerette.org oder +41 76 383 12 05.

     

    Du bist noch nicht Vereinsmitglied?

    Dann wird es aber höchste Zeit ; -) Nähere Infos findest Du unter Vereinsmitgliedschaft 2014 bzw. im Beitrittsgesuch.

  • Der „schwarze Leonardo“: George W. Carver

    georgewcarver
    George W. Carver in seinem Labor

    Persönlichkeiten wie  George W. Carver bringen uns zum Nachdenken. Darüber, wer wir sind, wie wir unsere Zeit nutzen, welche Erfolge wirklich erstrebenswert sind – und was unsere Aufgabe auf diesem Planeten ist. Genau wie Leonardo da Vinci war der Agrarchemiker ein Multitalent und genialer Kopf. Carver war Koch, Pianist, Künstler, Biologe mit Schwerpunkt Mykologie, Erfinder und Gartenbau-Experte. Er revolutionierte die Landwirtschaft in den Südstaaten quasi im Alleingang, indem er den Anbau von Erdnüssen, Sojabohnen und Süsskartoffeln als Alternativen zu den Baumwoll- und Tabak-Plantagen propagierte, welche die Böden ausgelaugt und unfruchtbar gemacht hatten. Weil jedoch für diese landwirtschaftlichen Erzeugnisse die Absatzmärkte fehlten, erfand er gleich auch noch rund 300 Produkte auf Basis von Erdnüssen dazu, die Kautschuk überflüssig machten. Carver ist unter anderem als „Vater der Erdnussbutter“ bekannt, entwickelte Chilli-Sauce, Tinte, Schuhcrème, Shampoos, Linoleum, synthetischen Kautschuk sowie Klebstoffe auf Basis von Erdnüssen, Sojabohnen, Süsskartoffeln oder Pekannüssen.

    Carvers Lebensgeschichte ist mindestens so beeindruckend wie seine akademischen Erfolge, denn er wurde in Missouri um 1864 als Sklave geboren und musste sich seine Schulbildung hart erkämpfen: Der Zugang zu einer universitären Ausbildung blieb ihm bis zum Alter von 30 Jahren verwehrt. 1891 war Carver der erste Schwarze, welcher die heutige Iowa State University besuchte. Aller Erfolge zum Trotz blieb der Agrarchemiker zeitlebens ein äusserst bescheidener, tief gläubiger Mensch, dem das Gemeinwohl wesentlich wichtiger war als sein persönlicher Erfolg. Patente meldete genau drei Erfindungen zum Patent an. Weitere wird man vergeblich suchen, denn er teilte seine Erfindungen mit jedem – und zwar für den Preis einer Briefmarke.

    How far you go in life depends on your being tender with the young, compassionate with the aged, sympathetic with the striving and tolerant of the weak and strong. Because someday in your life you will have been all of these.“ George W. Carver, 1964-1943

    There is no short cut to achievement. Life requires thorough preparation – veneer isn’t worth anything.“ George W. Carver, 1964-1943

    * * *

    Dokumentarfilm über Carver (DVD)

    Biographie: „Der Mann, der überlebte“

    Quellen:

    http://en.wikipedia.org/wiki/George_Washington_Carver
    http://nationalpeanutboard.org/the-facts/george-washington-carver/

    George Washington Carver Did Not Invent Peanut Butter

     

  • Vorankündigung 18. Januar 2015 – bist Du dabei?

    januarlochtorte
    Januarloch? Kann man natürlich auch so überbrücken. Noch besser: Am Gipfeltreffen der wahnsinnigen Träumer bzw. traumhaften Schlossirren teilnehmen ; )

    Noch einmal die schönsten, lustigsten und irrwitzigsten Momente des Schloss-Sommers 2014 Revue passieren lassen und diejenigen Menschen treffen, die diese mit Dir geteilt haben – das möchten wir Dir mit unserem Treff im Hive (Zürich) ermöglichen. Alle Vereinsmitglieder und insbesondere unsere ehrenamtlichen bénévoles, die auf Fougerette mit angepackt haben, sind dazu herzlich eingeladen!

    PROGRAMM

    14:30-17:00 Uhr: Cookies, Cakes & Spiele. Dieser Teil ist unsererseits eher für diejenigen mit Nachwuchs angedacht, aber auch Erwachsene ohne Anhang dürfen bei dieser Gelegenheit ihrem Spieltrieb gerne freien Lauf lassen.

    17:00-20:00 Uhr: Apéro (Feines und gesundes zum Knabbern, Hacktätschli „Fougerette“ für Fleisch-Nostalgiker, Softdrinks, Bier & Co.)

    SPECIALS

    • Wahl der beiden Gewinnerprojekte für die Künstler-Zimmer 2015 (ca. 17 Uhr). Die FinalistInnen werden vorgängig auf dem Blog präsentiert und werden z.T. auch persönlich anwesend sein.
    • Bilderwand: Mail‘ uns bis 31.12.2014 Dein liebstes Schlossfoto (JPG, 150dpi, in vertretbarer Grösse von einigen 100 Kb please) und wir werden daraus ein „Be fou 2014“-Poster zaubern.

    ORT

    Hive, Geroldstrasse 5, 8005 Zürich

    ANMELDUNG

    http://doodle.com/t9uwnkqx68kkdnc3

    Bitte beachte, dass dies ein exklusiver Anlass für die „Fou de Fougerette“-Vereinsmitglieder ist.

  • Ausschreibung Künstler-Zimmer

    Da stets tausenderlei Dinge anstehen, hat es wesentlich länger als geplant gedauert, doch jetzt ist sie parat, die Ausschreibung für die ersten beiden Künstler-Zimmer!

    Kunst, die wie eine (Eis-)Bombe einschlägt!
    Kunst, die wie eine (Eis-)Bombe einschlägt… oder vielleicht doch eher eine Idee für einen neuen Schloss-Turm? Foto: Dirk Eisentraut

    Die Idee: der Verein „Fou de Fougerette“ vergibt Stipendien für einen 2-wöchigen Schlossaufenthalt, in dessen Rahmen KünstlerInnen bzw. KunsthandwerkerInnen ein Zimmer gestalten und daneben auch an eigenen Projekten arbeiten können. Idealerweise gewähren die zwei GewinnerInnen vor Ort Einblick in ihre Arbeit; ideal wäre natürlich ein Kreativ-Workshop für die im Schloss weilenden Vereinsmitglieder.

    ZIMMER

    Sicher bist Du gespannt, welche Zimmer zur Neugestaltung ausgeschrieben werden… In unserem Namens-Voting schwang „Grain de Folie“ ganz klar obenaus. Auf dem zweiten Platz landete „Air de Temps„. Beide Zimmer befinden sich im 2. Stock. Bei „Grain de Folie“ handelt es sich um ein ehemaliges Dienstbotenzimmer, im „Air de Temps“ residierten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wohl Verwandte der damaligen Besitzerfamilie.

    Bilder sowie einen Grundriss des jeweiligen Zimmers mit Material- und Flächenangaben findest Du hier:

    Bilder vom Schloss findest Du hier. Falls Dich ein kurzer historischer Abriss interessiert, hilft Dir das Post „Anno 1446“ zur Geschichte von Fougerette weiter.

     

    MITMACHEN

    Ob schräg, wild, zuckersüss, schockierend oder elegant – wir sind gespannt auf Dein Zimmerprojekt! Einzige Voraussetzung für eine gültige Bewerbung ist, dass Du hauptberuflich künstlerisch bzw. kunsthandwerklich tätig bist oder eine entsprechende Ausbildung durchläufst (Studium an einer Hochschule für Kunst oder Design).

    KONTAKT/FRAGEN

    Sorry, dieser Wettbewerb ist abgeschlossen…!

    Die nächste Ausschreibung findet im Herbst 2015 statt (Umsetzung per 2016).

    Monika Siegenthaler, Projektleitung
    contact@fougerette.org
    +33 781 190 192
    +41 76 383 12 05

  • Where the magic happens

    comfortzone
    Source: www.9gag.com

    Back in Tsüri schnappe ich mir an der Tramhaltestelle ein Kult-Exemplar und stosse darin auf nebenstehende Grafik (im Internet schnell gefunden, da beileibe nicht neu, aber trotzdem einfach treffend).

    Wo Du Dich gerade aufhältst, ob in gemütlich-weiche Alltagswatte gepackt oder einen mutigen Tanz auf Messers Schneide vollführend, der Dich wahlweise in höchstes Entzücken oder kalten Angstschweiss ausbrechen lässt, weisst Du selbst am besten. Dass man sich auch nach der zweiten Saison als wild entSCHLOSSene Neo-Schlossbesitzer deutlich ausserhalb seiner Komfortzone aufhält, bestätigen wir hiermit gerne. Auch dass der Stress- und Sorgenpegel dabei markant ansteigt. Doch dann gibt es diese verzauberten Momente, in denen plötzlich alles stimmig ist. Du inmitten des ganzen Trubels und Deines eigenen Gedankengewitters ganz ruhig wirst. Und spürst, dass Du trotz allem den richtigen Weg eingeschlagen hast, weil bei der Verwirklichung von Träumen etwas entsteht, das grösser ist als Du selbst.

    PS: Oui, Fougerette dämmert dem Winterschlaf entgegen und wir tauchen nahtlos wieder in den urbanen Dschungel ein…

    PPS: Für denkfreudige TräumerInnen hier noch eine Buchempfehlung: Jenseits der Komfortzone: Wirtschaft und Gesellschaft übermorgen.

  • Ein Himmel voller Geigen

    IMG_1063So rosig sah der Himmel heute morgen hier in Etang aus – fast zu kitschig, um wahr zu sein! Aber eben: Die Bauernregel „Morgenrot bringt Regen vor dem Abendbrot“ sagt alles… Seit einer halben Stunde regnet es in Strömen… Egal! Wir bleiben bei guter Schlosslaune und essen jetzt erst mal was Feines. Gerade wurde ins Horn geblasen und auch Dir wünschen wir bon appetit : )

  • Meet Lord B

    AndyB

    Ich bin: A cat-loving, bike-fanatic Englishman who sports impeccable manners.
    Mich reizt: I beg your pardon?

    Due to his impressive but not officially confirmed Anglo-Britannic ancestry, Lord B has been appointed the castle’s chief of regal behaviour. He has joined the ranks of volunteers to advise other volunteers on the finer points of court etiquette, as typically applied in British stately homes and palaces. Whilst staying in the château, he also ensures that Fougerette’s cycle fleet is running smoothly so the volunteers can hurry around the estate when he calls for them to bring him a fresh pot of tea and cucumber sandwiches. This of course includes the chariot that carries Princess Mathilda when she wishes to be driven around the castle grounds to see the royal frogs on the sacred lake or the baby ducks and fluffy bunnies in the children’s garden.

    Surprisingly, even though due to his elevated station in life Lord B must of course be qualified as a snotty aristocrat, he takes everything in his own stride and is of great help when it comes to cutting up the trees when they are felled, painting beautiful oak balustrades and palatial windows, installing electric chandeliers and cooking grand royal buffets fit for Kings & Queens. In his spare time, he keeps track of the ongoing repair works and keeps the workshop in top order. According to his own words, getting  involved with the normal daily activities around the castle sort of helps him to stay grounded ; -)

    Lord B hält derzeit unsere Werkstatt im Schuss und würzt das Schlossleben mit einer gehörigen Prise britischen Humors.
  • Le glaçon rond

    eiskeller
    Eiskeller der klinischen Universitätsanstalten zu Kiel (um 1884). Quelle: www.eiskeller-brandenburg.de

    Wie es wohl zu früheren Zeiten war, damals, als es noch keine Kühlschränke und Tiefkühltruhen gab und ein simpler Eiswürfel Sinnbild für sündigen Luxus war? Bestimmt ziemlich anders, denn so einiges ist ja eben ohne Kühlung nur sehr beschränkt haltbar bzw. ohne Eis gar nicht herstellbar. Doch schon bevor Carl von Linde 1876 den ersten Kühlschrank erfand, wussten sich unsere Altvorderen zu helfen: Sie bauten Eiskeller, in denen Eisblöcke im Winter verstaut und in der warmen Jahreszeit kühl gelagert werden konnte. Genau so ein Dings haben wir bei uns im Park gefunden – zu unserem Leidwesen plein de déchets, denn es war für den Vorbesitzer offenbar eine bequeme Müllhalde (ganz nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“…). Erst nach rund zwei Wochen emsigen Schaufelns und Entsorgens erreichten wir den Grund, schwindelerregende 4m tief mussten wir graben… All den ausdauernden MitstreiterInnen der schlosseigenen Müllabfuhr sei hiermit nochmals ein grosser virtueller Applaus gespendet (Fotos der Aktion findest Du am Ende dieses Posts).

    Eiskeller – Privileg der Gutbetuchten

    Architektonisch sind Eiskeller ziemlich interessante und vor allem anspruchsvolle Konstruktionen. Nachfolgend ein Auszug aus einem Artikel von Norbert Heintze zum Thema „Eiskeller und Eiswerke in Berlin und Brandenburg„:

    „Die Lagerung von Eis zu Kühlzwecken war (…) bis zum frühen 19. Jahrhundert ein Privileg des Adels und der wohlhabenden Grundbesitzer. Später entwickelte man Zweckbauten für die Nahrungs- industrie, die von kleinen Gewerbebetrieben wie Fleischer oder Gastronomen genutzt wurden. Es gab verschiedene Bauarten: vom unterirdischen Eiskeller bis zum hölzernen Eishaus. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden kaum noch neue Eiskeller errichtet.

    Vollständig unterirdische Eiskeller wie der von Fougerette waren sehr aufwendig im Bau. Vor allem das Ausschachten der Baugrube und die stabilere Ausführung der Wände verteuerten den Bau erheblich. Für die richtige Dimensionierung der Wand- und Deckenstärken war bautechnisches Fachwissen erforderlich. Weiterhin musste das Bauwerk gut gegen aufsteigendes Grundwasser oder versickerndes Oberflächenwasser abgedichtet sein. Der Eiskeller sollte eine kühle, geschützte und trockene Lage in nicht zu weiter Entfernung von der Verbrauchsstelle erhalten. Der Eisbehälter musste gegen die Bodenwärme sowie die warme Außenluft isoliert werden. Es eigneten sich hierzu etwa ein Meter starke Ziegelmauern mit mehreren Luftschichten von acht Zentimeter Stärke. Die Luftschichten konnten auch mit Torfmull, porösen Schlacken oder Schlackenwolle ausgefüllt werden. Der Eisraum sollte möglichst in Zylinderform oder besser in Halbkugelform konstruiert werden, da hier ein besseres V erhältnis von Oberfläche zum Inhalt bestand als bei einem rechteckigen Raum. Gleichzeitig bot der runde Grundriss gegenüber dem seitlichen Erddruck einen besseren Widerstand. Der Eingang sollte nach Norden liegen und möglichst klein sein, damit beim Betreten wenig Wärme in das Bauwerk eindringen konnte. Der Zugang erfolgte über eine Eingangsschleuse mit zwei oder besser drei hintereinander liegenden dicht schließenden Türen. Die Südseite des Eiskellers musste vor der Sonneneinstrahlung geschützt werden, entweder durch den Schatten eines benachbarten Gebäudes oder durch die Anpflanzung schattenspendender, schnell wachsender Bäume und Sträucher. Fenster sollten nicht vorhanden sein oder nur in Form kleiner, nach Norden gerichteter Oberlichter, die durch mehrfache Glasscheiben gegen die Außenwärme isoliert waren. Im Gegensatz zur Eisgrube gab es häufig neben dem Eisraum auch getrennte Kühlräume, die über Lüftungsöffnungen mit dem Eisbehälter verbunden waren uns so gekühlt werden konnten. Das Betreten der Kühlräume war durch eine separate Tür möglich, um den Eisbehälter nicht unnötig zu öffnen.

    Um die hohen Baukosten zu senken, wurden viele übererdete Eiskeller oberhalb des Erdbodens und damit auch des Grundwasserspiegels errichtet, die mit einem kleinen künstlichen Hügel abgedeckt wurden. Da der Hügel sich wegen des Eiskellers an einem kühlen und schattigen Platz befand, wurde er in Gärten auch gerne als Fundament für eine kleine Terrasse oder für einen Pavillon genutzt und so in die Gartenarchitektur einbezogen. Er diente als idyllischer Ruheplatz, Aussichtspunkt oder als Element einer Sichtachse. Am Hügel konnte gleichzeitig ein kleiner künstlich angelegter Wasserfall angelegt werden. (…)

    Eishäuser aus Stein werden in der Literatur erst ab den 1870er Jahren aufgeführt. Obwohl ihr Bau wesentlich teurer war, hatten sie gegenüber den Holzkonstruktionen neben der längeren Haltbarkeit einen erheblichen V orteil, weil innerhalb geschlossener Baugebiete die Errichtung größerer Holzhäuser wegen der Feuergefahr bedenklich war. Die Isolierung erfolgte im 19.Jahrhundert durch Hohlmauern, in denen nach Möglichkeit zwei bis drei Hohlräume eingebaut waren. Ab der Jahrhundertwende wurden Korkstein und Kieselgur als neuartiger Isolierstoff eingesetzt. Die Eishäuser enthielten teilweise Kühlräume für Lebensmittel. Dabei war der Eisraum vom Volumen bis zu viermal so groß wie der Kühlraum und deutlich höher. Dadurch sollte eine gute Belüftung erzielt werden, da die kalte Luft nach unten sank und die erwärmte Luft aus dem Lagerraum durch Abluftschächte in der Decke verdrängen konnte. Größere Eishäuser stellten neue statische Anforderungen an die Bauweise der Mauern. Das Eis übt auf den Boden einen erheblichen Druck aus.

    Bei einer Eishöhe von zehn Meter lasten fast acht Tonnen Gewicht auf jeden Quadratmeter Bodenfläche! Dazu kommt auch eine mögliche Belastung der Seitenwände, da das Eis auch hier eine Kraft ausüben kann, wenn es sich während des Schmelzvorganges verschiebt. (…)

    Eine Sonderform waren runde Eishäuser. Sie hatten bessere Isoliereigenschaften, da hier eine geringere Oberfläche vorhanden war. Nachteilig war die runde Form allerdings dadurch, dass sie nicht in geschlossener Bauweise möglich war, sondern freistehend errichtet werden musste. Mehrere Berliner Krankenhäuser, die zum Ende des 19. Jahrhunderts in parkähnlichen Grundstücken errichtet wurden, hatten hierfür ausreichend Platz.“

    Quelle: Eiskeller und Eiswerke in Berlin und Brandenburg von Norbert Heintze