Mich reizt: Die 20ha grosse „Spielwiese“ und die Vorstellung, nach unzähligen Stunden vorm Computer endlich mal wieder mitten im Grünen zu stehen und körperlich zu arbeiten.
Ich bin: Schon etwas in die Jahre gekommen.
Mich reizt: Historische Gebäude haben eine Seele. Sie sprechen mit dir. Sie haben viel zu erzählen.
Es war Begeisterung ab dem ersten Moment. Das Schloss, das Projekt, die Besitzer. An diesem Ort wird bestimmt Unvergessliches erlebt! Ein guter Grund, die geordneten Bahnen für eine Weile zu verlassen, neue Leute kennen lernen, anpacken, lachen, staunen, nicht mehr weiter wissen, feiern… Vor rund 13 Jahren habe ich nach einer bunten internationalen Karriere mit Arbeitseinsätzen in den USA, in Italien, Tschad, Tunesien, Deutschland, Frankreich, England, Dänemark, Holland, Belgien, Portugal, Tschechien, Polen, Ungarn, Griechenland, Israel, Brasilien, Rumänien und der Ukraine hier in der Schweiz etwas Ähnliches gemacht und ein 140-jähriges, unter Denkmalschutz stehendes Haus gekauft. Natürlich ist mein Anwesen deutlich kleiner, doch ich bin als gelernter Maschinenmechaniker handwerklich geschickt, habe in den letzten Jahren viel renoviert und dabei wichtige Erfahrungen gesammelt: Was ist machbar, auf was muss geachtet werden, wie beginnt man mit der Planung, was braucht es zur Realisation, wo finde ich die richtigen Materialien, usw. Im Sommer werde ich zwei Monate auf Fougerette verbringen. Ich freue mich – denn was gibt es Schöneres als das Schöne und Aussergewöhnliche?
Nicht dass wir jetzt was mit Uriella am Hut hätten oder Auto-Werbung machen wollen – es geht um den unbescholtenen lateinischen Satz, der zu Deutsch „Es werde Licht“ bedeutet : )

Falls Du schon im Schloss warst, hast Du vielleicht eine Meinung zu folgender Frage: Wie viel Licht braucht Fougerette? Fandest Du es schön, schaurig, total daneben oder erfreulich nostalgisch, dass Dein Zimmer (in den allermeisten Fällen) stromlos war? Wünschst Du Dir gut beleuchtete Korridore und Zimmer oder bist Du bereit, diesbezüglich Abstriche in Kauf zu nehmen? Was hältst Du von modernen Lichtschaltern in alten Gemäuern und sichtbarer Kabelführung? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar, da wir derzeit vertieft mit der Frage ringen, wie viel Modernität ein altes Haus punkto Elektrizität verträgt, damit es seinen exzentrisch verblichenen Charme beibehält…
Die Erneuerung der Elektro-Installation (Grundversorgung bis zu den tableaux) ist natürlich bereits abgeschlossen, das war aus sicherheitstechnischen Überlegungen sowieso dringend nötig, mehr dazu erfährst Du im Beitrag Unter Strom .
Dieses Jahr möchten wir erstmals Künstlerinnen und Künstlern die Gelegenheit geben, Zimmer auszustatten bzw. zu gestalten (für Interessierte: die Ausschreibung mit weiteren Details folgt im April hier auf dem Blog). Damit auch Du ein Wörtchen mitreden kannst, haben wir beschlossen, die zwei Zimmer mit den beliebtesten Namen zuerst flott zu machen. Wir haben uns während der letzten Saison redlich bemüht, einprägsame und verspielte Namen zu finden und präsentieren Dir hiermit eine erste Auswahl – jetzt sag’ Du uns, welcher Zimmername Dich besonders anspricht! Für Deinen persönlichen Favoriten kannst Du nachstehend stimmen:
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Das Liedchen haben wir wohl als Kinder alle mal geträllert, leider ist es in diesem Fall nichts als die nackte Wahrheit (wer nicht mehr weiss, worum’s darin genau geht, kann es sich von Nana Mouskouri vorsingen lassen – ist irgendwie auch zum Schiessen…). Nachdem im Herbst der Pfau mit ungeklärten, aber gewiss verhängnisvollen Folgen ausgebüxt ist, gibt es bei der Schloss-Menagerie einen weiteren Verlust zu vermelden: Der Fuchs hat unsere bis anhin so lebenstüchtige Gans namens Jacotte erwischt. Vielleicht, weil sie im entscheidenden Moment nicht ganz so geistesgegenwärtig war wie der Hahn in Lafontaines Fabel? Wir werden jedenfalls die Erinnerung an unseren heimlichen Schnüggel des Tages, der stets mutig von der Ziehbrücke in den Burggraben sprang, in Ehren halten!
Derweil trösten wir uns (seit mindestens 20 Minuten ; -) mit der sagenhaften Resonanz auf die Ausschreibung für die Schloss-Crew 2014. Mal sehen, was uns in der Inbox noch alles an Bewerbungen „auflauert“… Ganz herzlichen Dank jedenfalls schon mal an alle, die sich gemeldet haben – die positiven Rückmeldungen sind wirklich ein Aufsteller. Schön, wenn Du Dich inspirieren, berühren, begeistern lässt! Denn Fou de Fougerette ist auch eine Aufforderung, seiner inneren Stimme zu folgen. Welchen Traum möchtest Du leben? Wo bist Du ganz in Deinem Element, voller Energie und erfolgreich? Wann bist Du bereit, nach den Sternen zu greifen? Wir persönlich halten es diesbezüglich mit der Maxime „Frisch gewagt ist schon gewonnen“ – oder wie der französische Schriftsteller Charles Beaudoin schrieb: « Notre étoile est en nous, et, de nous, il dépend qu’elle soit bonne ou mauvaise ».
Es hat sich ja in der westlichen Hemisphäre so eingebürgert, jeweils per Jahresende Rückschau zu halten (obwohl man das ja auch einfach an einem stinknormalen 13. April tun könnte, oder so). Als sogenannte Neo-Schlossbesitzer halten wir uns aber selbstverständlich pflichtschuldigst an Traditionen! Ganz im Sinne des bekannten Bonmots Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast, welches Winston Churchill offenbar ebenso fälschlicherweise in die Schuhe geschoben wird (sic!), präsentieren wir Dir hier die 100% vollständige und total transparente Statistik des Jahres 2013.
Nos bénévoles
Sage und schreibe 82 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit insgesamt 23 Kindern waren in der ersten Saison bei uns im Schloss und haben als Gönnermitglieder des Vereins „Fou de Fougerette“ kräftig mit angepackt. Von den Erwachsenen waren 39 Männer, 43 Frauen und eine Handvoll WiederholungstäterInnen, die uns gleich zwei oder sogar drei Mal besuchten. Durchschnittlich blieben unsere bénévoles knapp 12 Tage (Crew-Mitglieder und Langzeit-Volontäre nicht mit eingerechnet), wobei die Bandbreite gross war und von 3 Tagen bis hin zu 6 Wochen reichte; 1-2 Wochen war die häufigste Einsatzdauer. Rechnet man dies in Stunden um, so sind es schwindelerregende 2’952 Stunden (82 Personen x geschätzte 9 Arbeitstage/Person x 4 Stunden/Tag) freiwilliges Engagement, die da zusammen gekommen sind! Und weil sich die Kinder bei hochsommerlichen Temperaturen beim Jäten jeweils mit Feuereifer ein Glacé verdienten, sind es gewiss sogar noch einige mehr… Da erhält die Redewendung „Mit vereinten Kräften“ gleich eine ganz neue Dimension, oder? Die Schloss-Crew 2013 bestand neben der Projektleitung MoNicola mit Klein-Mathilda übrigens aus Fiona, Hannes, Tinka, Luc, Klein-Leo und Christine sowie Tom.
Fougerette wurde von all diesen kleinen und grossen Menschen aufs Wunderbarste mit Leben, Lachen und guter Laune gefüllt! So ganz „nebenbei“ ging es zudem an vielen Ecken rasant vorwärts und nun schmieden wir eifrig Pläne für die kommende Saison, derweil wir uns bemühen, auch noch all die Aufgaben zu erledigen, die im Wirbel des Schloss-Alltags zu kurz gekommen sind: Buchhaltung, Verbesserungsideen, Arbeitsplanung, Vereins-Website inkl. aktuelle Mitgliederliste etc. etc.
Website-Statistik
WordPress erstellt erfreulicherweise jeweils automatisch eine zusammenfassende Statistik, hier die wesentlichen Infos auf einen Blick:
Wie es zum Schlosskauf in Frankreich kam, kannst Du ab sofort auf der Seite „Wie alles kam“ nachlesen. Dass wir unsere einstigen Luft-Schlösser mittlerweile in die Tat umsetzen, hat mich zu einem Exkurs über Visionäre, Pioniere, Spinner und deren Erfindungen angeregt. Ganz gross bei der Erfindung sogenannt un-unnützer Dinge d.h. von Gadgets, die auf den ersten Blick nützlich erscheinen mögen, im Praxistest aber total versagen, sind die Japaner. Diese Art von Erfindung wird übrigens unter dem Fachbegriff Chindōgu (珍道具) zusammengefasst. Vielleicht kennt jemand das Buch „101 unuseless Japanese inventions„? Ist als vergnügliches Lastminute-Geschenk zu Weihnachten definitiv ein sicherer Wert.
Auch die Schweiz verfügt über ein gerütteltes Mass an verkannten Visionären. 2011 publizierte der NZZ-Verlag ein gleichnamiges „Libro“ von Helmut Stadler. In den 24 Lebensgeschichten kannst Du online schmökern, wenn Du diesem Link folgst. Weibliche Pionierinnen bzw. Wegbereiterinnen der modernen Schweiz feiert derzeit Avenir Suisse in ihrem Adventskalender; wenn Du Dich beeilst, darfst Du bestimmt noch ein Törli öffnen ; -)
„Best of“ Listen, die mich erstaunt und amüsiert haben, und die vielleicht auch Dir mehr als nur ein müdes Lächeln abringen:
Damit Du Dir ein eigenes Bild machen kannst, abschliessend eine kurze Fotostrecke:
P.S.: Damit das klar gestellt ist: wir betrachten uns in keinster Weise als verkannte Visionäre. Ausgangspunkt zu diesem Post war der Begriff „Spinner“ : )

Wie pflegten die Franzosen zu Zeiten der Monarchie doch ganz unsentimental zu sagen: „Le roi est mort. Vive le roi!“ – oder anders gesagt: Jedes Ende birgt einen Neuanfang in sich. Auch wenn uns der Abschied von der Schloss-Crew 2013 schwer fiel, ist es an der Zeit, die Weichen neu zu stellen. Falls Du Dir vorstellen kannst, 2014 Teil der stehenden Schloss-Crew zu werden und Du ab Mitte März oder später für mindestens zwei Monate zur Verfügung stehst, dann freuen wir uns über einen Anruf oder eine Mail von Dir.
Was Dich erwartet?
Kann wohl nur unterm Schlagwort „Kunterbuntes Dasein“ zusammengefasst werden… Mit der alten Schloss-Crew haben wir jedenfalls unglaublich viel erlebt: Wir bewältigten im Wochentakt ganze Lastwagenladungen von Esswaren & anderem Zeugs, lernten viele neue Menschen kennen, pflückten Brombeeren, übten Seiltanz, schleppten Betten und Matratzen, schnippelten kiloweise Gemüse, schufteten manchmal bis zum Umfallen, düsten gemeinsam ans Mittelmeer, plünderten das Brocki, hörten alte Kassetten, sangen hemmungslos mit, sassen abends ums Feuer bzw. unterm Sternenzelt, spielten Patience, Boule und Poker, tauchten um Mitternacht in den Swimming Pool und und und…
2014 sind die folgenden fünf bzw. vier Ressorts zu vergeben – mit einer Prise Humor zu geniessen!
Die Ressorts sind so unterteilt, dass der Zeitaufwand in etwa demjenigen eines Kurzzeit-Volontärs entspricht: Arbeitseinsatz grundsätzlich an fünf, manchmal aber auch mal sechs oder sieben Tage die Woche. Im Gegenzug erhältst Du Kost & Logis im Wert von EUR 1’400 pro Monat, gratis Sprachunterricht en français (2x/Woche) sowie die Gelegenheit, einen hoffentlich unvergesslichen Frühling/Sommer/Herbst zu erleben und Deinen ganz persönlichen Schlosstraum zu verwirklichen. Einsätze im Rahmen von Vermietungen an Dritte werden bezahlt.
Unser Wunschprofil
Wir wünschen uns lebensfrohe, achtsame, zupackende und gerne auch etwas schräge MitstreiterInnen. Bitte beachte, dass einigermassen gute Französischkenntnisse sowie ein Fahrausweis von Vorteil sind. Als Ressort-ChefIn führst Du (zumindest zeitweise) ein eigenes „Team“ und solltest Dir das zutrauen bzw. Spass daran haben.
Kontakt/Bewerbung
Offenbar traf der Schloss-Traum bei vielen mitten ins Herz… Aufgrund der zahlreichen Anfragen und vielen phantasievollen Bewerbungen haben wir den Bewerbungsprozess per 17. Januar 2014 abgeschlossen bzw. den Online-Fragebogen deaktiviert. Danke für Dein Verständnis und vielleicht auf ein Neues im 2015, who knows…?
(Copyright: S. Bouvier – merci pour ces impressions féeriques de Fougerette!)
Man stelle sich vor: Im Burgund derzeit -7 Grad! Und weil mich die Schönheit solcher Bilder einfach tief berührt, hier etwas Lüü-rik:
Wintermorgen
Der Wasserfall ist eingefroren,
die Dohlen hocken hart am Teich.
Mein schönes Lieb hat rote Ohren
und sinnt auf einen Schelmenstreich.
Die Sonne küßt uns. Traumverloren
schwimmt im Geäst ein Klang in Moll;
und wir gehn fürder, alle Poren
vom Kraftarom des Morgens voll.
Rainer Maria Rilke, 1875 – 1926
Sehr schön, das mit dem schwimmenden Klang in Moll, oder? And because I feel like writing poetry, hier noch ein selbst ersonnener Schuss aus dem Handgelenk : )
Der Baum der Erkenntnis
Der Atem der Ewigkeit umfängt die alten Riesen
Gezähmte Kraft, die Ehrfurcht heischt
Kristalle funkeln milchig kühl
Welt liegt vor mir, still und klar
Und ich?
Erkenne, staune, werde wahr.