> ANNULÉ < Über Pfingsten findet erneut unser Seminar für Gewaltfreie Kommunikation (GfK) statt! Nicole und Michèle bieten einen bewährten Mix von Inhalten, der sich sowohl für Einsteiger als auch Fortgeschrittene eignet und Raum lässt für individuelle Betrachtungen (mehr dazu im Flyer).
Entwickelt wurde die Gewaltfreie Kommunikation vom US-amerikanischen Psychologen und Friedensforscher Marshall B. Rosenberg. Sein Vier-Schritte-Modell ermöglicht es, in Konfliktsituationen eine neue Haltung einzunehmen und den Bedürfnissen aller Beteiligten Rechnung zu tragen.
GfK unterstützt Dich dabei, alte Verhaltensmuster zu erkennen und mit neuen, wirksameren Verhaltensweisen abzulösen. Gerade am Anfang eines neuen Jahrztehnts ist der Zeitpunkt doch ideal für neue Inputs, oder?
Ziel ist es, dass Du die Grundlagen und Haltung der Gewaltfreien Kommunikation verstehst, erste Schritte in der Anwendung machst oder Deine Kenntnisse vertiefst, sodass Du Beziehungen aktiv verbessern und eigene Bedürfnisse (wieder-) entdecken kannst.
Arbeitsformen sind Gesprächstrainings und Übungen anhand von Beispielen aus dem eigenen Alltag.
Organisatorisches
Individuelle Anreise am Freitag, 29. Mai, ab 14.00 Uhr.
Das Seminar beginnt am Samstag, 30. Mai, um 09.00 Uhr und dauert bis Montag, 1. Juni, 12.00 Uhr (mit anschliessendem Mittagessen). Schluss ist um 14.00 Uhr, damit genügend Zeit für die Rückreise nach Hause bleibt.
Wichtig: Wir empfehlen die Anreise mit dem Zug als schnellste und ökologischste Variante oder Fahrtgemeinschaften für eine gute Auslastung im Auto – wir koordinieren das gerne bzw. teilen mit, wer wie anreist. TGV-Zugtickets sollten frühzeitig gebucht, da über Pfingsten viele Touristen nach Paris unterwegs sind und die Preise rasch steigen bzw. die Sitzplätze ausverkauft sind (oui.sncf/com oder sbb.ch; der Online-Kauf ist ab 3 Monaten vor Abreisdatum möglich).
Flyer zum Seminar
Weitere Infos findest Du hier im GfK-Flyer 2020.
Der Besuch des Seminars wird mit einem Teilnahme-Diplom bestätigt.
Wir sind überzeugt: Wer an seiner persönlichen
Entwicklung arbeitet, leistet Friedensarbeit!
Ausblick
August 2020: Arbeit mit dem „inneren Dorf“ (in Planung)
Jeder von uns trägt viele „Mini-Me“s in sich… Das Zusammenwirken dieser verschiedenen Persönlichkeitsanteile wird auch inneres Parlament oder eben inneres Dorf genannt – eine gute Metapher um abzubilden, was da manchmal in uns drin abgeht… : )
Deshalb planen wir voraussichtlich vom 10.-15. August erstmals ein GfK-Seminar zum Thema „inneres Dorf“. Weitere Infos folgen hier auf dem Blog, sobald die Daten bestätigt sind und das Programm steht.
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Bitte beachten:
Alle Seminar-Angebote richten sich exklusiv an unsere Vereinsmitglieder.
Du bist noch nicht Vereinsmitglied? Dann wird es aber höchste Zeit ; -)
In der Agenda steht der Termin schon länger, jetzt rückt er in greifbare Nähe: Am Sonntag, 19. Januar 2020, befüllen wir das Januarloch wieder mal gemeinsam mit Friede, Freude, gemütlichem Beisammensein und allerlei Leckereien : )
Letztes Jahr fiel diese schöne Tradition wegen eines längeren Reise- und Studienaufenthaltes in Südafrika ins Wasser… Umso mehr freuen wir uns nun auf den nächsten Sonntag und das Wiedersehen mit Euch!
Vereinsmitglieder mit/ohne Anhang sowie Interessierte sind herzlich willkommen.
Zum Schloss-Treff bist Du wie stets herzlich eingeladen. Wer Kuchen oder Häppchen beisteuern mag, bitte Email an contact@fougerette.org zwecks Koordination.
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Stadtführung «KONSUM global»
Vor dem Schloss-Treff bieten wir als kleines «Extra» auch noch eine Stadtführung zum Thema «KONSUM global» an. Die Führung eignet sich für alle, die mehr über die Auswirkungen der weltumspannenden Warenflüsse und des eigenen Kaufverhaltens erfahren möchten. Wir finden das Thema brandaktuell und freuen uns auf viele neugierige Teilnehmer/-innen.
Infos & Anmeldung zur Stadtführung
Thema «KONSUM global», www.konsumglobal.ch Datum: Sonntag, 19. Januar 2020 Zeit: 13:00 bis ca. 14h30 Kosten: Unkostenbeitrag von CHF 5 pro Person (max. 25 Plätze). Anmeldung: bitte via contact@fougerette.org
Nähere Infos zu Treffpunkt etc. folgen nach der Anmeldebestätigung.
Jahr für Jahr fragen wir uns an Silvester treuherzig und voller Optimismus: Was das neue Jahr wohl bringen mag? Auch im Ohrwurm „Que sera, sera“ geht’s um den Blick in die Kristallkugel bzw. in die Zukunft. 1956 von Ray Evans und Jay Livingston für den Hitchcock-Streifen Der Mann, der zuviel wusste komponiert, wurde der Song ein Jahr später mit dem Oscar ausgezeichnet. In England erreichte er Platz 1 der Hitparade, in den USA schaffte er Platz 2 und wurde ein Millionenseller.
Im Film wurde „Que sera, sera“ von Doris Day gesungen, wobei die gute Doris das Lied offenbar ziemlich übel fand… Jedenfalls soll sie beim Verlassen des Studios nach den Aufnahmen nur trocken gesagt haben:
„Well, that’s the last you’ll ever hear of THAT silly song!“
Der damals schon berühmte Star schätzte den Song als leichtfüssiges Kinderstück ein und nahm an, dass er keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen würde (tja, so sehr kann man sich irren – „Que Sera, sera“ wurde nämlich rasch zu Doris Days‘ Markenzeichen).
Brave Kinder kommen in den Himmel…
Doch nun zum Inhalt bzw. der Message des Songs. Da träumt ein Kind von seiner Zukunft und möchte allerlei wissen. Wer auf die Worte achtet, hört die Sängerin fragen: „What will I be?“. Zu Deutsch: „Was (nicht wer!), werde ich sein?“ – schon etwas „shocking“, denn im Zeitalter des „Self(ie)-Marketings“ will ja jeder „wer“ sein!
Alles Ausdruck des damaligen Zeitgeistes, schon klar. Interessant ist trotzdem, dass 1.) das Kind ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass die Erwachsenen seine Zukunft kennen/gestalten (heute ist es eher umgekehrt ; ) und 2.) die im Text verwendeten Adjektive/Zukunftsperspektiven aus heutiger Sicht sehr oberflächlich sind und wenig persönliches Entwicklungspotential bieten.
… selbstbewusste Menschen überall hin
Wir fragen uns, ob in den letzten 63 Jahren wirklich noch niemand eine Cover-Version des Textes veröffentlicht hat, welche diese passive Haltung durch Worte mit mehr Gestaltungskraft ersetzt? Ab einem gewissen Alter sollte auch bei Songs Schluss sein mit oberflächlich – Stichwort „empowerment“!
Zeit also für einen ehrlichen Blick in den Spiegel mit Kurs auf tiefgründigere Gefilde, darum geht’s doch an Neujahr, oder?
Darum hat FOU sich ans Werk gemacht und eine (möglichst) originalgetreue, aber inhaltlich moderne Fassung geschrieben. Diese darfst Du gerne Deinen Kinderlis vorsingen, denn früh übt sich auch das Selbstbewusstsein bzw. ein Gefühl für Selbstwirksamkeit. Und vielleicht fällt Dir ja was ganz anderes ein dazu? Schick‘ uns Deine eigene Version!!!
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QUE SERA, SERA – reloaded ; )
Dedicated to all the fabulous
fe/males out there
(rewritten parts in bold)
When I was just a little girl/boy
I told my motherwho I hope to be Sacred and strong, savvy and bold
Here’s what s/he said to me
Que Sera Sera
Whatever will be will be Your spirit is strong and is free
Que Sera Sera You will make your way
When I grew up and started life I searched my heart, wanting to find The source of my power, my way to shine
Here’s what has made me strong:
Que Sera Sera
Whatever will be will be If you can make friends with yourself
You can all take it on Que Sera Sera Never be alone
Now I have children of my own
They ask their mother/father „who will I be?“ Will I go places, will I change the world
I tell them tenderly
Que Sera Sera
Whatever will be will be Your spirit is strong and is free
Que Sera Sera You will make your way
Que Sera Sera
Liebe Vereinsmitglieder & Fans von glücklichem Gemüse!
Noch immer ist Erntezeit und wir haben da noch einige pralle Kürbisse, Riesenzucchetti, saftige Randen & Co. aus unserem verhext neugierigen, biologischen Permakultur-Garten, der gerne bis diesen Donnerstag, 12. Dezember, um 12h wissen möchte, ob Du Lust hast, etwas zu bestellen?
Wir machen nämlich diese Woche das Schloss winterfest und können auf dem Rückweg gleich auch noch ein paar Vitamine für Dich mit einpacken : )
ANGEBOT
(A) Veggie Bag «Augen- & Gaumenschmaus» für CHF 25
5kg Bio-Gemüse (Mix) in Bioladen-Qualität: sieht lecker aus und schmeckt auch so!
(B) Veggie Bag «Trotzdem fein!» für CHF 20
Diese 5kg Glücksgemüse sehen nicht mehr ganz so perfekt aus, schmecken aber trotzdem! Für alle, die damit leben können, dass da und dort eine Ecke wegzuschneiden ist (z.B. Knabberspuren anderer Erdbewohner ; )
(C) Bio-Kräuter: 1 gemischter Bund für CHF 5 (Mix von 3 Kräutern, z.B. Salbei, Rosmarin, Thymian)
Ein Ausflug in die Welt der Materialwissenschaften mit ETH-Professor André R. Studart
Die Entwicklung neuartiger Materialien legt den Grundstein für bahnbrechende Errungenschaften mit Nutzen im täglichen Leben. Klar geht es dabei auch um materielle Werte (sprich: Geld, daher auch der Titel, mit Gruss an Madonna). Der Fokus liegt in diesem Post aber tatsächlich auf den Werkstoffen selbst, denn das Fachgebiet ist einfach unglaublich faszinierend!
Das sieht auch Studart, Leiter des Labors für Komplexe Materialien, so: „Materialwissenschaft ist nicht nur extrem spannend, sondern auch hochgradig interdisziplinär“, unterstreicht er gleich zu Beginn unseres Treffens.
Seine Forschung etwa bringt ihn in Kontakt mit Ingenieuren aller Art (von der Luftfahrt über Mechanik bis hin zu Robotik und Bau), mit Pharmakologen, Gesundheitswissenschaftlern und sogar Zoologen. Fundierte Kenntnisse in Physik, Chemie, Mathematik und Biologie verbinden sich dadurch mit Mechanik und Verarbeitungstechnik.
MATERIAL NEU GEDACHT
Wollte man früher einen harten, belastbaren und tragfähigen Werkstoff haben, suchte man im Periodensystem den entsprechenden Werkstoff und das war’s dann. Heute geht die Materialwissenschaft wesentlich raffinierter vor, um neue Werkstoffe und/oder effizientere Herstellungsverfahren zu entwickeln. Nachfolgend einige Beispiele:
Kalkstein – hartes, extrem leichtes Bau-Material
Kalziumkarbonat (Kreide, Kalk)
Die Tage der Wandtafel sind gezählt, doch die meisten von uns kennen sie noch, die Kreide. Damit lassen sich etwa Strassen wunderbar bunt bemalen – nur schade, dass sie so leicht brechen…
Auf den ersten Blick ist Kreide bzw. Kalkstein kein Material, das hohe Belastbarkeit und Bruchsicherheit verspricht. Allerdings besteht auch Perlmutt aus Kalziumkarbonat und dieses Material schimmert nicht nur betörend, es ist auch kratzfest und extrem hart.
Diese Tatsache veranlasste André Studart und sein Team, genauer hinzuschauen. Was sie entdeckten: Perlmutt besteht aus verschiedenen, übereinander gelagerten Schichten von Kalkstein, die sich in ihrer strukturellen Anordnung unterscheiden.
Nach einigen Anläufen gelang es gelang es ihnen, Perlmutt aus normalem Kalkstein herzustellen, indem sie diesen mit Eisen-Staub verwirbelten und anschliessend mithilfe von Magneten Schicht für Schicht in der gewünschten Richtung anordneten.
Effizienteres Herstellungsverfahren für die Bauindustrie
Studart und sein Team blieben in Sachen Kalkstein am Ball und fanden heraus, dass sich das poröse Material, wenn es bei Raumtemperatur unter Wasser mit hohem Druck zusammengepresst wird, zu einem extrem leichten, tragfähigen Werkstoff verdichtet – ein vielversprechendes Baumaterial! Dies unter anderem auch deshalb, weil das von ihnen neu entwickelte Herstellungsverfahren ohne Zusatzstoffe auskommt und vergleichsweise wenig Energie verbraucht.
Edamame geben Anstoss zu keramischen „Fusilli“
Links: Getrocknete Edamame-Schote. Rechts: Keramisches „Fusilll“ (Foto: M. Siegenthaler)
Genau wie Perlmutt nutzt auch die Edamame-Bohne unterschiedlich angeordnete Schichten, um strukturelle Stabilität zu erreichen. Trocknet man die Schoten, so kringeln sich diese um die eigene Achse.
Diesem Prinzip folgend entwickelten Studart und sein Team einen Werkstoff aus Keramik, der sich während des Brennvorgangs wie von Zauberhand zu einer Spirale verdreht – ein völlig neuartiger Ansatz, um etwa Schrauben aus Keramik für Implantate o.ä. herzustellen.
Knochen – lebendige Implantate?
Ein weiteres, nahezu futuristisch anmutendes Forschungsprojekt von Professor Studart beschäftigt sich mit Implantaten. Gängige Werkstoffe für Implantate sind etwa chirurgischer Stahl, Titan, Keramik oder Polymere. Diese werden vom Körper vergleichsweise gut angenommen, bleiben jedoch dem Organismus letztlich immer fremd.
Illustration: kjpargeter (Freepik.com)
Was aber, wenn zum Beispiel ein künstliches Hüftgelenk vom Körper absorbiert werden d.h. mit dem Knochen verschmelzen könnte? Unsere Knochen sind ja lebendig, wachsen und erneuern sich bis ins hohe Alter.
Hier bewegt sich die Forschung an der Schnittstelle zwischen „totem“ und lebendigem Material… Studart selber tüftelt an einer Kombination von Kalziumkarbonat mit lebenden Organismen wie Mikroben (z.B. Bakterien), Pilzen und Pflanzenzellen. Gelingt das Projekt, wäre dies ein weiterer Meilenstein.
Ausblick: Nachhaltigkeit im Fokus
In der Materialwissenschaft ist unglaublich vieles in Bewegung – was hoffentlich dazu beitragen wird, die globale Klimakrise doch noch irgendwie in den Griff zu bekommen. Studart betont, dass neben der Vernetzung mit anderen Wissenschaften vor allem auch Nachhaltigkeit ein zentrales Anliegen der Forschung ist und mittlerweile zu den Top 5 Kriterien gehört.
Plastik durch Zellulose ersetzen
So laufen etwa Versuche mit Zellulose und 3D-Druckern, welche es ermöglichen sollen, Plastik zu ersetzen. Studarts Mitarbeiter Patrick Rühs und Manuel Schaffner entwickelten eine biokompatible Tinte aus lebenden Bakterien, die Giftstoffe abbauen oder hochreine Zellulose für biomedizinische Anwendungen produzieren können. Ihr neues Druckmaterial nannten die Wissenschaftler «Flink», was für «functional living ink» steht; die Technik wurde 2017 in der Fachzeitschrift Science Advances vorgestellt.
Bis Plastik wirklich vollständig durch Zellulose ersetzt werden kann, sollten wir alle dem Projekt Ocean Cleanup die Daumen drücken… Vor knapp drei Monaten, am 24. Juni, ist der gigantische „Meeres-Staubsauger“ erneut aufgebrochen. Diesmal klappt hoffentlich alles und es kann wie geplant möglichst viel (Mikro-)Plastik aus dem Pafzifik gefischt werden!
Hierzulande machte die Eidgenössiche Technische Hochschule (ETH) jüngst eher wegen personeller Probleme von sich reden. Weltweit geniesst die ETH aber nach wie vor höchstes Ansehen und ist eine äusserst begehrte Arbeitgeberin, weil hier auch eine sogenannte High-Risk-Forschung möglich ist (Studart grinst und sagt: „You know, the crazy stuff“).
Möglich macht dies das einzigartige Finanzierungkonzept: An der ETH verfügt jedes Departement über ein eigenes, frei verwendbares Budget. Dadurch haben Forscherinnen und Forscher an der ETH beste Voraussetzungen für eine unabhängige Forschung, die rasch und flexibel umgesetzt werden kann und es zulässt, dass die Forschenden dabei ihrer Intution folgen. Diese sogenannten „high-risk“ Projekte sind immer wieder von Erfolg gekrönt und stärken der Ruf der ETH als führende Forschungsstätte.
Gemäss Studart hat höchstens noch das Max-Planck-Institut in Deutschland einen vergleichbaren Ansatz. Überall sonst auf der Welt müssen Forscherinnen und Forscher zuallererst einen gut begründeten Budget-Antrag stellen und diesen von einem Komitee absegnen lassen. Dabei vergehen im Schnitt rund 6-12 Monate vom Budget-Antrag bis zur Bewilligung – und höchstens 10% aller Anträge werden überhaupt gutgeheissen.
ZUGANG ZU TOP-FORSCHUNG FÜR SCHWEIZER NACHWUCHS
An der ETH sind insgesamt über 20’0000 Studierende aus 120 Ländern am Lernen und Forschen. Im Bachelor-Studiengang für Materialwissenschaften kommen rund 90% der Studierenden aus der Schweiz. Auf Master-Ebene sinkt der Anteil an inländischen Studierenden auf 70%, bei den Doktoranden sind es noch 25% Schweizerinnen und Schweizer. Auf Professur-Ebene wird in Studarts Departement „nur“ 1 von 15 Stellen von einem Schweizer besetzt.
Sind die Studierenden aus der Schweiz also im Nachteil? Ganz im Gegenteil, findet Studart. Er bewundert die konsequente Strategie und Offenheit der ETH, denn genau dadurch könne sie in jedem Fachgebiet absolute Spitzenkräfte an Bord holen. Diese wiederum unterrichten die Schweizer Studierenden – und legen so den Grundstein zu einer neuen Generation „hauseigener“ Forscherinnen und Forscher.
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… so, und nun der Schlenker zurück zu Madonna – have fun mit den 1980ies : ))
Das Video zu „Material Girl“ ist übrigens eine unumschränkte Hommage an – um nicht zu sagen Kopie von – Marilyn Monroes legendärem Song „Diamonds a girl’s best friend“… Drum für Fans der 1950er Jahre auch noch dieses Video:
Den Titel als „heisseste“ Stadt der Welt hält Turbat in Pakistan – und für einmal ist das nun gar nichts, worüber man sich als Einwohner/-in freuen kann, denn am 28. Mai 2017 wurden dort unglaubliche 53.7 Grad Celsius gemessen. Auch im 900 km weit entfernten Jacobabad sind Temperaturen von über 50 Grad zur Normalität geworden.
Die aktuelle Ausgabe von „TIME“ Magazine ist ganz dem Klimawandel gewidmet. Einer der Artikel befasst sich mit den Auswirkungen der weltweit steigenden Temperaturen auf die Bevökerung. Zwar ist der menschliche Körper unglaublich anpassungsfähig, aber es gibt Grenzen – besonders wenn es um Hitze geht. Wie vielen vom Sauna-Gang hingreichend bekannt ist, fängt unser Körper an zu schwitzen, sobald die Umgebung heisser ist als unsere Kerntemperatur von ca. 37 Grad, um so eine Kühlung herbeizuführen.
Bei hoher Luftfeuchtigkeit allerdings versagt diese bewährte Strategie, weil unser Körper nicht mehr effektiv schwitzen kann. Unsere Kerntemparatur erhöht sich dann immer weiter und irgendwann wird das „Notfallprotokoll“ ausgelöst, welches die vitalen Funktionen sichern soll: Es fliesst mehr Blut in die Haut, was das Herz belastet. Das Hirn befiehlt den Muskeln eine langsamare Gangart, wir werden schläfrig. Nervenzellen feuern falsche Signale und erzeugen Kopfweh sowie Übelkeit.
Steigt unsere Kerntemperatur auf über 40 Grad, sterben Zellen ab und mit unseren Organen geht’s den Bach runter. Bei Überhitzung „winken“ 27 verschiedene Todesursachen – von Nierenversagen bis hin zu Blutvergiftung. Das Ergebnis ist das Gleiche: Wir sind weg vom Fenster.
Überhitzung droht 3/4 der Weltbevölkerung
Gemäss aktuellen Berechnungen werden im Jahr 2100 ganze 74% der Weltbevölkerung mindestens 20 Tage pro Jahr den kritischen Schnittpunkt von Hitze und Luftfeuchtigkeit auszuhalten haben: Diejenigen Tage also, an denen das Thermometer auf 38-39 Grad klettert und die Luftfeuchtigkeit bei über 50% liegt.
Klimadiagramm von Jacobabad (Bildquelle: Wikipedia)
Zuerst aber kriegen wir von der ganzen Hitze schlechte Laune und scheinen davon mental instabil zu werden, was ja nun auch nicht unbedingt Anlass zu Optimismus bietet (unüblich hohe Temperaturen korrelieren mit diesen beiden Erscheinungen wie ein Forschungsteam rund um Camilo Mora an der University of Hawaii herausgefunden hat).
Ob man schlecht gelaunt noch immer auf dem Boden der Tatsachen bleiben und mit kühlem Kopf handeln kann? Oder vielmehr ausflippt, zum Hitzkopf wird? Oder eben (wortwörtlich) ganz auf der Strecke bleibt?
Eis am Stiel statt heisse Typen
Die Menschheit wird sich an tödliche Hitzwellen gewöhnen müssen, soviel scheint klar. Vermutlich wird es deshalb in baldiger Bälde auch nicht mehr cool sein, als „hot“ bezeichnet zu werden. Der Klimawandel wird nicht nur unser Leben umkrempeln, sondern auch in unserem Sprachgebrauch und Wertesystem Spuren hinterlassen…
Stimmt, das war schon bisher so: „Erderwärmung“ klang halt einfach kuschliger als „Erderhitzung“, n’est-ce pas? Aber egal, ich lebe ja in Mitteleuropa – wo bitte geht’s zum nächsten Glacé-Stand? Hallo?
„Auf dem Boden der Tatsachen bleiben“ – diese Redewendung bringt zum Ausdruck, dass jemand realistische Vorstellungen der Wirklichkeit hat, sich an die Tatsachen hält und bei der Wahrheit bleibt. Können wir das von der Politik noch behaupten? Und davon abgesehen: Stehen wir als Gesellschaft überhaupt noch auf dem Boden der Tatsachen?
Kinder die einfach so in der Erde wühlen können/dürfen? Ein seltenes Bild… Quelle: www.meine-ernte.de
Wenn man bedenkt, dass die Meisten von uns ihre Füsse Tag für Tag in Schuhwerk zwängen, das jeglichen Kontakt mit dem Boden unterbindet und in zubetonierten Städten über dick asphaltierte Strassen gehen, sind gewisse Fragezeichen in Sachen „Bodenhaftung“ durchaus berechtigt.
Der moderne Alltag macht es uns zunehmend schwieriger, den Boden unter unseren Füssen zu spüren. Und auf Spielplätzen werden die Kleinsten sofort gescholten, wenn sie eine Handvoll Erde zum Mund führen – der schrille Ausruf „Nei, das isch gruusig!“ spricht Bände…
DER LETZTE DRECK SIND WIR
Wann haben wir begonnen, unsere Böden als Schmutz wahrzunehmen? Warum fürchten wir die nackte Erde so? Ist es, weil die Erde als letzte Ruhestätte uns irgendwann verschlingen wird? Ist es, weil wir uns dank technologischem Fortschritt immer weiter von ihr entfernt haben und nun zuoberst im Wolkenkratzer unseren Allmachtsphantasien frönen? Oder weil es irgendwann als schmutzig und rückständig galt, Ackerbau zu betreiben?
Soviel steht fest: Wenn etwas schmutzig ist, dann sind es die Geschäfte, die wir Menschen mit der Erde treiben. Über den ausbeuterischen Umgang mit Böden und Ressourcen wurde bereits viel geschrieben. Eigentlich wissen wir alle, was die Folgen sind und dass es so nicht weitergehen kann.
Landgrabbing, Brandrodungen, Monokulturen
Wie die Klima-Aktivistin Greta Thurberg kürzlich in der „Late NIght Show“ sagte: „In Amerika mag der Klimawandel noch als etwas diskutiert werden, woran man glauben kann oder nicht. Bei mir zuhause gilt er als Tatsache.“
Heiter und geerdet – wer hat es noch, dieses Lebensgefühl? Wer sich umschaut (und vielleicht auch ehrlich in sich hineinhorcht) wird etwas anderes wahrnehmen.
Obwohl wir hier in Mitteleuropa ein so bequemes Leben führen wie noch keine andere Generation vor uns, sind wir vor allem eines: gestresst. Da wäre ein Bad in der Natur oder ein Riechfläschen voll würzigem Humusduft gerade die rechte Kur! Doch anstatt innezuhalten und auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren stressen wir stattdessen nach der Arbeit noch eben mal schnell ins Fitness-Studio, um unsere verspannten Muskeln in abgestandener Luft auf einer Maschine aus Plastik auf Vordermann zu trimmen…
EIN SCHRITT WEITER
„Macht Euch die Erde untertan“ – diese biblische Aufforderung hat der Mensch buchstabengetreu befolgt und erntet jetzt, was er gesät hat. Es ist sehr zu hoffen, dass wir bald einen Schritt weiter kommen und Böden nicht länger als arg gebeutelte Sklaven unserer Wünsche geringschätzen sondern als (System-)Partner anerkennen, ohne die auch wir keine Lebensgrundlage mehr haben.
Barfusspflicht für mehr Bodenhaftung?
Könnte die sofortige Einführung einer Barfusspflicht für mehr Erdverbundenheit und Achtsamkeit sorgen? Eine spontane und sicherlich gewagte These. Tatsache allerdings ist: Die sensorische Verbindung zwischen unseren Füssen und unserem Hirn ist stark. Die Füsse sind ein Teil davon wie unser Hirn Bewegung wahrnimmt. Der deutsche Orthopäde Carsten Starck berät Menschen mit Fussprobleme und ist überzeugt: „Füsse sind noch immer ein weit unterschätzter Körperteil im Regelkreis unserer Körperfunktionen“.
Studien zeigen, dass Menschen Gleichgewichtsprobleme bekommen, wenn die sensorische Wahrnehmung ihrer Füsse gehemmt wird (Quelle: Dokfilm Shoespiracy). Füsse in Schuhen, das kommt aufs Gleiche raus wie sein Hinterteil dauerhaft auf einem dick gepolsterten Sessel zu parken: Alles verweichlicht, die Muskeln werden deaktiviert.
Es scheint fast so, als ob fehlender Bodentkontakt auch dazu führt, dass unser Hinrmuskel atrophiert und uns die Fähigkeit zu klarem Denken abhanden kommt!
Auffällig ist, dass barfuss gehende Naturvölker eine liebevolle und achtsame Verbindung zu Mutter Erde pflegen.
DAS BU.. äh… BODENWUNDER
Wer sich näher mit dem Boden befasst (Immobilienspekulanten sind hier nicht angesprochen ; ), wird schnell von Ehrfurcht gepackt, denn die Komplexität und Perfektion des Systems „Boden“ ist atemberaubend.
In einer einzigen Fingerspitze (!!!) Boden leben zum Beispiel mehr Tiere als Menschen auf der Erde. Auch die Fähigkeit der vielen winzigen Bodenbewohner, die Reste von Tieren und Pflanzen immer weiter zu zerlegen, bis sie wasserlöslich sind, ist beeindruckend. Diese löslichen Stoffe (Mineralien, Salze) sind es, die den Pflanzen anschliessend als Nährstoffe dienen und von ihnen über die Wurzeln mit dem Wasser aus dem Boden aufgenommen werden.
Doch woraus besteht unser Boden eigentlich genau? Erde besteht aus:
Lehm oder Ton
Sand
Steine
Wasser
Bodenlebewesen/Mikroben/Pilze
Dass unser psychisches Wohlbefinden auch und zu einem grossen Teil von unserem Mikrobiom (Gesamtheit der Bakterien im Darm) abhängt, ist spätestens seit dem Erfolg des Buches Darm mit Charme einer breiten Öffentlichkeit bekannt.
Auch unsere Böden verfügen über ein Mikrobiom und beeinflussen dadurch unser Wohlbefinden. Schliesslich steckt in unserer Nahrung das, was zuvor im Boden war! Da auch der Boden alles verdauen muss, was Mensch, Tier und Pflanzen ihm „unterjubeln“, ist die Analogie mitdem Darm gar nicht so abwegig.
Der Regenwurm mag viele ekeln, aber 2011 war er sogar Tier des Jahres (Bild: Heidi & Hans-Jürgen Koch / Pro Natura)
Klein aber oho!
Die Lebewesen unter dem Boden wiegen übrigens geschätzt 50x mehr als alle Menschen und Tiere, die ihr Dasein auf dem Erdboden verbringen. Unter 1m2 Wiesenbeoden leben ca. 100-200 Regenwürmer. Alle Regenwürmer, die unter einer Wiese leben, bringen zusammen wiederum mehr Gewicht auf die Waage als all die Kühe, die darauf grasen.
Die Regenwürmer wiegen zudem mehr als alle anderen Bodenbewohner zusammen – was sicherlich daran liegt, dass sie in Sachen Bodenverbesserung richtige Schwergewichte sind (Wurmrosa ist sogar eine offzielle Farbnuance, siehe The Colour… Pink)
WAS IST GUTER BODEN – UND WELCHE GEFAHREN DROHEN IHM?
Guter Boden ist locker, krümelig und duftet… na, erdig eben! Pflanzen können nur in der besonders nährstoffreichen und damit fruchtbaren Humusschicht wachsen. Diese ist ca. 30cm tief und damit hauchzart – die Erde ist eindeutig kein Dickhäuter! Pro Jahr entstehen in unseren Breitengraden durch die Zersetzung und Verwitterung von Pflanzenrückständen etwa 0.1 Millimeter Humus. Kein schnell nachwachsender Rohstoff also, weshalb die Folgen von Bodenerosion auch so verheerend sind.
Guter, gesunder Boden erbringt zahlreiche Leistungen, die für uns von enormem Nutzen sind:
Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Nahrungsmittelproduktion
Filtrierung, Speicherung und Regulation von Wasser und Nährstoffen
Speicherung von Kohlenstoff
Gleichzeitig drohnen gutem Boden einige Gefahren:
Klimawandel
Zu intensive & einseitige Nutzung durch den Menschen: Monokulturen, mineralische Dünger, synthetische Pestizide und der häufige Einsatz schwerer Maschinen können das Bodengefüge zerstören und vergiften das natürliche Ökosystem.
Unser Konsumverhalten: Der steigende Fleischkonsum, der hohe Bedarf an Energiepflanzen und nicht zuletzt Food Waste verschlingen wertvolle Landfläche, die oft viel effizienter und nachhaltiger genutzt werden könnten.
Auch Bodenversiegelung durch Wohnungsbau, Industrie, Gewerbe und Infrastrukturprojekte sind problematisch.
DIE QUALITÄT MACHT’S AUS
Woran erkennt man guten Boden? Farbe, Geruch, Konsistenz, Feuchtigkeit, Nährstoffgehalt sowie Vegetation sind allesamt hilfreiche Indikatoren bei der Beurteilung.
Einen ungewöhnlichen weil klangvollen Nachweis der Bodenqualität erbringt das Projekt Souding Soil: Via Mikrofon wird die Mikroben-Aktivität im Boden hörbar gemacht. Diese Art von Monitoring möchten wir sehr gerne auch für unser Permakulturprojekt Which?Garden nutzen und haben uns deshalb für ein Aufnahmegerät beworben.
Wie es im Boden klingt? Mitunter wie auf einer viel befahrenen Kreuzung! Hier geht’s zur Schweizer Soundmap mit Hörproben : )
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QUELLEN & WEITERFÜHRENDE LINKS:
„Was ist da unten los? Das Leben im Boden und in der Erde“, von Burckhard Mönter & Christine Faltermayr
Vom 27.-29. September 2019 feierten wir auf Fougerette erstmals Erntedank, u.a. mit einem Schlemmer-Buffet, bei dem allerlei erntefrische Köstlichkeiten serviert wurden. Unser Permakulturgarten Which?Garden beschenkte uns nämlich dank achtsamer Pflege durch unsere Co-Head Gardeners Mish & Sina trotz Trockenheit mit einer reichen Ernte.
Die „Feierlichkeiten“ fanden in einem unkomplizierten Rahmen und parallel zum September-Garteneinsatz statt – 2020 werden wir diesen Anlass bestimmt wiederholen. Ein paar Stimmungsbilder findest Du nachstehend.
Du willst Dich erholen, viel Grün geniessen und im Schloss die Seele baumeln lassen? Hast vielleicht auch Lust auf Figurentheater und Kunstwerke aus der Natur? So oder so – der Ferien(s)pass bietet Dir Raum zum Tun und Sein!
Das Menü für die sommerliche Tiefenentspannung umfasst Zeit fürs Ausschlafen und den Liegestuhl, Stöbern in der Bibliothek, Klimpern am Keyboard, Planschen im Pool, gesunde Vollwert-Kost mit erntefrischem Gemüse aus unserem eigenen Bio-Garten (www.whichgarden.org) und gemütliche Plauderstunden im Baumhaus.
Als Rahmenprogramm gibt es dieses Jahr einen Figurentheater-Workshop über 5 Tage sowie einen Nachmittag voller Naturkunst (Details s. nachstehend).
Du liebst die Strassenkunst? Wie in den Vorjahren haben wir so geplant, dass die Ferien(s)pass-Woche mit dem Start des kunterbunten und äusserst empfehlenswerten Festivals Châlon dans la Rue zusammenfällt. Das Festival findet 2019 vom 24. bis 28. Juli statt. Die Fahrt nach Châlon-sur-Saône dauert mit dem Auto ca. 1h, mit dem Zug 1h09 ab Etang.
Rahmenprogramm
Workshop „Figurenthater“ (Kinder-Programm)
Ein Schloss-Zirkusprojekt mit Plüschtierfiguren Dauer: 5 x 2.5 Stunden
Datum/Zeit: So, 21. – Do, 25. Juli 2019, jeweils 10.00 – 12.30 Uhr
Zielgruppe: Kinder von 6-13 Jahren. Ältere Kinder und Erwachsene sind bei Interesse ebenfalls willkommen.
Kosten: CHF 100 pro Kind
Leitung: Daphné Scotoni, Handarbeitslehrerin und Figurenspielerin
Wir erfinden und spielen zusammen Zirkusnummern mit Plüschfiguren, die wir zum Spielen umgestalten und eventuell umbauen. Wer weiss, vielleicht entsteht sogar eine kleine Zirkusaufführung…?
Mitbringen: Freude und Lust am Spiel mit Figuren und dem eigenen Körper, Fantasie, kleine Musikinstrumente für das Zirkusorchester (können vor Ort ausgeliehen/gebastelt werden, z.B. Rasselbecher) sowie Plüschtiere, die zum Spielen „umgebaut“ werden dürfen. Wir haben eine Auswahl an Plüschtieren im Haus, bei Bedarf können weitere auch im Brocki in Etang eingekauft werden.
Ein Ferien(s)pass-Workshop mit der Künstlerin Lily Wanat Dauer: 1x 3 Stunden inkl. Zvieri
Datum/Zeit: Montag, 22. Juli 2019, 14.30 bis 17.30 Uhr Zielgruppe: Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren Kosten: €25 pro Person inkl. Material (Papeterie-Karte A5/A6). Familientarif für 1 Erwachsener + 1 Kind ist €45, jedes weitere Kind erhält ebenfalls 5€ Rabatt.
Leitung:Lily Wanat, Landschaftsarchitektin, Künstlerin und Gründerin des „Studio Plein Air“. Lily spricht Französisch, Monika übersetzt auf Deutsch.
Wir streifen zusammen durch den Schlosspark, bestaunen Gräser, Blätter und Sommerblumen. Dabei sammeln wir verschiedenste Sinneseindrücke, spüren die nackte Erde unter unseren Füssen, lauschen unserem Atem und dem Zirpen der Grillen. Anschliessend tragen wir Naturmaterialien zusammen und verarbeiten diese zu Fotos und/oder Kunstkarten.
Ensemble, nous parcourons le parc du château, admirons les herbes, arbres et plantes d’été. Nous connectons à nous-mêmes grâce à divers impressions sensorielles, ressentons la terre crue sous nos pieds, écoutons notre respiration et les grillons. Ensuite nous collectons les matériaux naturels pour créer nos cartes de papeterie et/ou photos.
Lily Wanat ist im Morvan aufgewachsen und bezaubert uns hat mit ihren pflanzlichen Kreationen! Lily Wanat a grandi dans le Morvan et nous enchante avec ses créations végétales !
Infos & Kontakt
Wer kann teilnehmen? Das Angebot richtig sich exklusiv an unsere Vereinsmitglieder und solche, die es werden wollen.
Wo wird übernachtet bzw. was ist mit Essen? Du hast die Wahl zwischen Camping mit Selbstversorgung (oder Frühstück/Halbpension) sowie Unterkunft im Haus mit Vollpension. Für Dein körperliches Wohlbefinden sorgt gesundes Essen mit gartenfrischem Bio-Gemüse direkt aus dem Schlosspark.
Was kostet der Ferien(s)pass? Wir schicken Dir alle Infos gerne auf Anfrage.
Bitte beachte:
Da einige Angebote nur bei genügend Anmeldungen durchgeführt werden, sind wir dankbar, wenn Du Dich bei Interesse möglichst rasch meldest.
Nach der Bestätigung sind Anmeldungen verbindlich.
Kaugummis sind rosa, Zuckerwatte ist rosa, Ausnüchterungszellen sind rosa und in den USA sind sogar Kündigungsschreiben rosa. Ist etwas süss und steckt es voller Zucker? Soll es möglichst beruhigend, verführerisch oder harmlos wirken? An Mädels verkauft werden oder überhaupt einfach „Kauf‘ mich“ schreien? Dann ist Rosa bzw. Pink die Farbe der Wahl.
Ja, Wurmrosa – gibt’s tatsächlich auch! Der Regenwurm mag viele ekeln, aber 2011 war er sogar Tier des Jahres (Bild: Heidi & Hans-Jürgen Koch / Pro Natura)
Rosa hat einiges zu bieten: Über 50 verschiedene Rosatöne zählt die Sozialwissenschaftlerin Eva Heller in ihrem Farblexikon auf, darunter so bezaubernde Nuancen wie Marzipanrosa, Perlmuttrosa und Wumrosa…
Rosa? Ausnehmend männlich!
Mit Rosa assoziieren wir heute vieles, aber ganz bestimmt nicht starke Kerle. Dabei galt Rosa lange als ausgesprochen männliche Farbe und war im Rokoko (1715 – ca. 1789) ebenso wie im elisabethanischen England (1558-1603) zeitweise der letzte Schrei in der Männermode. Vielleicht ist damals sogar William Shakespeare rosa gewandet herumscharwenzelt – so es ihn denn tatsächlich gegeben hat, was ja manche anzweifeln.
Auch danach blieb Rosa in der Mode präsent: Lange Zeit wurde der männliche Nachwuchs rosa gekleidet! Rot wurde mit Leidenschaft, Blut, aktivem Eros und Kampf in Bezug gesetzt. Abgeschwächt durch die Reinheit von Weiss war das „kleine Rot“ der richtige Farbton für Männer in Kleinformat.
Deshalb werden bis heute gewisse Zeitungen auf rosa Papier gedruckt – die „Financial Times“ etwa, aber auch der italienische „La Gazetta dello Sport“. Beide richten sich an eine überwiegend männliche Leserschaft.
In einer Handelszeitschrift von 1918 steht zum Thema Kinderkleidung:
„Rosa ist eine entschlossenere, stärkere Farbe und ist daher passender für den Buben, während Blau, das zarter und anmutiger ist, hübscher an Mädchen ist.“
Blau hat in der christlichen Kultur eine lange Tradition als Farbe der Jungfrau Maria, weshalb das „kleine Blau“ (Blau + Weiss) gerne für Mädchenkleider verwendet wurde. Erst als nach dem ersten Weltkrieg dank neuer Färbetechniken der Blaumann, Matrosen- und Arbeiterkleidung auf der Bildfläche erschienen, wurde Blau zunehmend „männlicher“.
Vielfältige (Be-)Deutung
Die deutsche Farbbezeichnung ist vom lateinischen Blumennamen „rosa“ (Edelrose) abgeleitet, ihre Übernahme als generische Benennung der Farbe erfolgte im frühen 18. Jahrhundert.
Das heute auch hierzulande weit verbreitete „Pink“ hingegen wurde erst in den 1980er Jahren eingedeutscht. Während es im Englischen ebenfalls eine breite Palette an Rosatönen abdeckt, steht das deutsche Pink hauptsächlich für ein kräftiges, grelles, violett-stichiges Rosa, das traditionell keinerlei weibliche Eigenschaften hat. Experten nennen diesen Farbton „Magenta“. Das unerfahrene Augge würde die Farbe als Mischung aus Pink und Violett beschreiben, allerdings ist Magenta aus keiner anderen Farbe mischbar und ist das reinste Rot überhaupt!
Pink – das neue Orange
Bis 1980 wurden Plastikartikel vor allem in Orange hergestellt. Als niemand mehr auf diesen optischen Reiz reagierte, betrat Pink die Bühne des Marketings – seither gilt die Farbe als Inbegriff des Billigen, schreibt Eval Heller in ihrem Farblexikon. Auch unseriöse Werbung und schrille Modeaccessoires kommen gerne in Pink daher…
Amüsantes sprachhistorisches Detail: Bevor „Pink“ sich im Englischen als Farbbezeichnung etablierte, wurde das Wort in der Londoner Unterwelt für etwas deutlich weniger rosiges verwendet: Das Erstechen eines Widersachers mit einer scharfen Klinge!
“He pink’d his Dubblet and run him through”
steht erklärend in einem Street-Slang-Wörterbuch aus dem 17. Jahrhundert für “Bettler, Ladendiebe, Strassenräuber und alle anderen Arten von Betrügern und Bösewichten“. Umschrieben wurde damit ein tödlicher Angriff durch das gefütterte Wams des Opfers…
Think Pink und die weissen Mäuse
Die Welt erscheint Dir düster und grau? Dann wirst Du „think pink“ zu hören bekommen – denk‘ Dir die Dinge einfach schöner. Damit wäre dann auch die Brücke zur deutschen „rosa Brille“ geschlagen (wie im Post über Optimismus, welches übrigens den Anstoss gab zur Beschäftigung mit dieser Farbe).
Kinder bevorzugen Torten mit rosa Zuckerguss. Bei Erwachsenen ist es genau umgekehrt: sie bevorzugen weissen Zuckerguss : ) Bildquelle: http://otol.eu/torten-rezepte-rosa.html
Und was hat es mit den weissen Mäusen auf sich? Well, ist ein Engländer im Delirium, erscheinen ihm höchstwahrscheinlich rosa Elefanten („to see pink elephants“). Das geht offenbar auch den Franzosen so („voir des éléphants roses“), während bei deutschsprachigen Patienten davon ausgegangen werden darf, dass weisse Mäuse die Halluzinationen des Kranken bevölkern.
Wahrnehmung von Farbtönen geschlechtsabhängig
Die unterschiedliche Wahrnehmung hat sowohl biologische als auch kulturelle Ursachen. Gemäss Studien von Israel Abramov (City University of New York) nehmen Männer gemischte Farben ein wenig bläulicher wahr als Frauen, die damit die Welt in wärmeren Farben sehen. Eine mögliche Erklärung dafür basiert auf der Tatsache, dass im Sehzentrum besonders viele Andockstellen für das männliche Sexualhormon Testosteron liegen. Soviel zu den biologischen Tatsachen.
Rosa Winkel – Übersicht Erkennungszeichen in Konzentrationslagern. Bad Arolsen, International Tracing Agency.
Doch da gibt es eben auch die kulturelle Prägung. Rosa etablierte sich zumindest in Deutschland schon vor dem Zweiten Weltkrieg so weit als Mädchenfarbe, dass als „weibisch“ geschmähte Homosexuelle in den Konzentrationslagern den sogenannten „Rosa Winkel“ als Erkennungszeichen tragen mussten.
Dieses Symbol, ein auf der Spitze stehendes rosa Dreieck, wurde im Vorfeld der Schwulenbewegung Mitte der 1960er Jahre in Europa übernommen. In den USA ist Violett die klassische Farbe der Homosexuellen. Und auch die Suffragetten in England wählten Violett als Symbol für ihre Anliegen (die Farben Grün, Weiss und Violett standen für Hoffnung, Ehre und Anspruch auf Stimmrecht).
Fleischeslust oder himmlische Ekstase?
Auch kunstgeschichtlich durchlebte Rosa spannende Zeiten. Der „Durchbruch“ gelang dem Farbton offenbar in der frühen Renaissance und zwar aufgrund eines Freskos, welches der italienische Maler Fra Angelico in der Mitte des 15. Jahrhunderts im Kloster San Marco in Florenz malte. „Die Verkündigung“ zeigt den Moment, in dem die Jungfrau Maria vom Erzengel Gabriel erfährt, dass sie die Mutter Jesu Christi werden soll.
Pretty in pink – der italienische Maler Fra Angelico löst mit seinem rosa gekleideten Erzengel eine Revolution aus (Bild: Freskenzyklus im Dominikanerkloster San Marco in Florenz, Szene: Verkündigung mit Hl. Dominikus, ca. 1437-1446)
Ganz abgesehen von den äusserst modern anmutenden polychromatischen Flügeln, die Fra Angelico dem Erzengel verpasste, war vor allem auch die Verwendung von Rosa als Kleiderfarbe bahnbrechend. Traditionell wurde Rosa nämlich bis anno dazumal fast ausschliesslich zur Darstellung von Hauttönen verwendet.
Indem Fra Angelico den Erzengel in üppige Rosatöne hüllte, machte er diesen zu einem fleischlichen Wesen, durchbrach die Grenze zwischen Heiligem Geist und vergänglichem Fleisch. Behauptet jedenfalls der Kunstkritiker Kelly Grovier , der weiter ausführt, dass Rosa damit zum Drehpunkt zwischen Himmel und Erde wurde und der Himmel menschliche Züge annahm…
In den nachfolgenden Jahrhunderten nutzten Kunstschaffende die Farbe Rosa immer wieder als codierten Hinweis auf verwischte Grenzen. Ist auf einem mittelalterlichen Bild etwa ein rosafarbenes Haus zu sehen, so war den damaligen Betrachtern sofort klar: „In diesem Haus hat ein Wunder stattgefunden“.
Auch im 21. Jahrhundert sorgt Pink nach wie vor für Aufmerksamkeit, steht neben Liebe und Romantik eben auch für Anderes, Verqueres, Schrilles, Schräges, für Revolution und Widerstand oder ganz einfach auch dafür, dass die Kasse klingelt…
Gender Marketing: Wenn die Kasse rosa klingelt
Ab 1920 bis in die 1950er-Jahre wurde Rosa zwar schon stark weiblich assoziiert, aber nicht annähernd so streng und allgemeingültig wie heute, erklärt die Historikerin Jo Paoletti. Diese fundamentale Kehrtwende unterstreicht, dass unsere Wahrnehmung von Farben manipulierbar ist – und dass die kulturelle Konnotation einen laaangen Arm hat.
Seit die Industrie das „gender marketing“ entdeckt hat, setzt sie doppelt so viel Spielzeug und Kleidung ab. Hassen Jungs Rosa nur deshalb, weil die kommerzielle Gehirnwäsche ihnen einredet, dieser Farbton sei unmännlich? Lieben die Mädels Pink, weil sie sich dadurch dem weiblichen Geschlecht zugehöriger fühlen?
Ewige Hassliebe
Während Marketing-Strategen mit Rosa offensichtlich so einiges anfangen können, landete Rosa in einer Befragung zu den unbeliebtesten Farben der Sozialwissenschaftlerin Eva Heller nach Braun (20%) auf Platz 2 (17%, Quelle: Farblexikon s. unten).
Ging es um die Lieblingsfarbe, nannten nur 2% aller Befragten Rosa. Blau schwang als Lieblingsfarbe mit 45% obenaus und liess Grün auf Platz 2 (mit 15% der Stimmen) weit hinter sich.
Warum das so ist? Die Konnotation mit Homosexualität könnte mit ein Grund sein, warum gerade heranwachsende Jungs sich oft so heftig von dieser Farbe distanzieren: Sie, die so sehr darum ringen, ihren Platz in der Männerwelt zu finden, möchten um keinen Preis den Verdacht erregen, ein (rosa) Weichei zu sein.
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Oma in Neonpink
Zum Abschluss noch eine Prise Heiterkeit:
Meine Schwester war unlängst in einem Kaufhaus, wo sie von einer alten Dame angesprochen wurde, die gerade eine Jacke von SuperDry in Neonpink (!) begutachtete.
Ob sie diese Farbe tragen könne, wollte die rüstige Seniorin von meiner Schwester wissen. Diese erklärte lachend: „Ich finde, in Ihrem Alter sollten Sie genau das anziehen, worauf Sie Lust haben!“
Was die alte Dame entzückt und etwas verschämt mit folgendem Bekenntnis quittierte: „Ja, wissen Sie, ich bin eben schon über 90 Jahre alt…“
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Links & Quellenangaben
Rosa Brillen bringen’s doch – ein Post über Optimismus und warum eine positiv verzerrte Wahrnehmung Vorteile hat