{"id":4186,"date":"2018-12-07T17:32:48","date_gmt":"2018-12-07T16:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/?p=4186"},"modified":"2018-12-07T17:32:48","modified_gmt":"2018-12-07T16:32:48","slug":"alchemie-eine-annaherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archive.fougerette.org\/?p=4186","title":{"rendered":"Alchemie &#8211; eine Ann\u00e4herung"},"content":{"rendered":"<p>Alchemie &#8211; das Wort klingt geheimnisvoll und verstr\u00f6mt mehr als einen Hauch von Mittelalter&#8230; Was genau aber verbirgt sich dahinter? Als alter Zweig der Naturphilosophie bezeichnet Alchemie ab dem 1.\/2. Jahrhundert die Lehre von den Eigenschaften der Stoffe und ihren Reaktionen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Bl\u00fcte der arabischen Gelehrsamkeit<\/strong><\/h3>\n<figure id=\"attachment_4203\" aria-describedby=\"caption-attachment-4203\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_alchemie_kgsberlin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4203 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_alchemie_kgsberlin.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_alchemie_kgsberlin.jpg 790w, https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_alchemie_kgsberlin-300x228.jpg 300w, https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_alchemie_kgsberlin-768x583.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4203\" class=\"wp-caption-text\">Camille Flammarion, L&#8217;Atmosph\u00e8re: M\u00e9t\u00e9orologie Populaire (Paris, 1888), pp. 163. (kolorierter Holzschnitt, Wikipedia commons)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im fr\u00fchmittelalterlichen Europa waren etliche K\u00fcnste wie etwa das F\u00e4rben, die Malerei, die Glaserzeugung, das Goldschmieden und die Metallurgie bekannt. Ab dem 12. Jahrhundert wanderte dann aus der muslimischen Welt die Alchemie in das lateinische Abendland ein und l\u00f6ste einen wahren Boom aus.\u00a0Sizilien und besonders Spanien wurden zu wichtigen Zentren der Verbreitung der arabischen Gelehrsamkeit.<\/p>\n<p>Das Wort selbst hat seinen Ursprung im Arabischen\u00a0\u00bbal kimia\u00ab, welches seinerseits vermutlich auf das griechische <em>chymia<\/em> (Metallguss) oder <em>chymos<\/em> (Fl\u00fcssigkeit) zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Im Kern geht es der Alchemie darum, fl\u00fcchtige und unbest\u00e4ndige Materialien in best\u00e4ndige, wertvollere Substanzen zu verwandeln.<\/p>\n<p>Dieser \u00e4usserlich nachvollziehbaren Veredelung wurde in der Alchemie als mittelalterlicher Wissenschaft ein innerlicher Prozess der L\u00e4uterung und geistigen Erh\u00f6hung zur Seite gestellt. So wurden die\u00a0Prozesse des Laboratoriums mit \u00dcbungen in religi\u00f6ser Demut verkn\u00fcpft und alchemistische Prozesse schlossen sowohl Gebete als auch die Kommunikation mit Engeln oder anderen himmlischen Wesen ein.<\/p>\n<p><strong>Sagenhafter &#8222;Stein der Weisen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Ein unverst\u00e4ndliche Worte murmelnder Mann mit langem Bart, der sich in einem h\u00f6hlenartigen Labor \u00fcber diverse Glaskolben beugt, in denen es geheimnisvoll blubbert&#8230; Diese Vorstellung hat unser Bild der Alchemie entscheidend gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich war es ihr Anspruch, Ausgangsmetalle in kostbares Gold umwandeln und das menschliche Leben unbegrenzt verl\u00e4ngern zu k\u00f6nnen, der die Alchemie in Verruf brachte. Denn die\u00a0Suche nach dem sogenannten &#8222;Stein der Weisen&#8220; bot zahlreiche zwielichtige Gestalten mit nicht immer lauteren Absichten eine Plattform.<\/p>\n<p>Wie Hans-Werner Sch\u00fctt in seiner &#8222;Geschichte der Alchemie&#8220; festh\u00e4lt, war die die Alchemie aber auch im Mittelalter nur am Rande eine okkulte Welt. Mit der heutigen esoterischer Verbr\u00e4mung hatte sie wenig bis gar nichts am Hut; die Alchemie\u00a0war eine experimentelle Wissenschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Fortschritt und neue Erkenntnisse<\/strong><\/h3>\n<p>1085 schrieb der Alchemist\u00a0Gerhard von Cremona in Toledo mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Buch_der_Alaune_und_Salze\">Das Buch der Alaune und Salze<\/a> das erste Chemiebuch Europas und\u00a0Roger Bacon (1210\u20131292) f\u00fchrte das Experiment als wichtigste Arbeitsmethode der Alchemie ein:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align:center;\"><i>&#8222;Sine experientia nihil sufficienter sciri potest&#8220;<br \/>\n&#8211; ohne Experiment kann nichts ausreichend gewusst werden<\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>1669 entdeckte der deutsche Apotheker\u00a0Hennig Brand\u00a0auf der Suche nach dem Stein der Weisen beim Destillieren von Urin und Gl\u00fchen des R\u00fcckstandes das chemische Element <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Phosphor\">Phosphor<\/a>. Rund 50 J\u00e4hre sp\u00e4ter (1808) gelang dem Alchemisten und Chemiker Johann Friedrich B\u00f6ttger\u00a0zusammen mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus die Entdeckung des (europ\u00e4ischen) Porzellans.<\/p>\n<p>Wohl beruhte die Alchemie auf den\u00a0Denkprinzipien der antiken Metaphysik, die uns heute sehr verworren erscheinen m\u00f6gen, doch aus ihr gingen im Laufe des 17.\u00a0und 18.\u00a0Jahrhunderts die moderne <a href=\"https:\/\/www.chemie.unibas.ch\/~meier\/vorlesung\/einfuehrung-chemie1.pdf\">Chemie<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.tu-braunschweig.de\/ipt\/spezielles\/pharmakologie\">Pharmakologie<\/a> hervor. Befeuert von der Aufkl\u00e4rung und ihrem Interesse an kausalen Zusammenh\u00e4ngen verlagerte sich dabei der Blickwinkel vom experimentellen &#8222;Was passiert?&#8220;auf die Frage &#8222;<em>Wie<\/em> passiert es?&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Paracelsus \u2013 Rebell &amp; Vater der medizinischen Alchemie<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_4206\" aria-describedby=\"caption-attachment-4206\" style=\"width: 199px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_paracelsus_wikicommons.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4206 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_paracelsus_wikicommons.jpg?w=199\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_paracelsus_wikicommons.jpg 397w, https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_paracelsus_wikicommons-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4206\" class=\"wp-caption-text\">Paracelsus. Bildnachweis: A.H. [Public domain], via Wikimedia Commons<\/figcaption><\/figure>Zur Bl\u00fctezeit der Alchemie im Sp\u00e4tmittelalter und der Renaissance lebte und wirkte auch der in Einsiedeln geborene Arzt <a href=\"http:\/\/www.hls-dhs-dss.ch\/textes\/d\/D12196.php\">Paracelsus<\/a> (1493-1541).<\/p>\n<p>Paracelsus grenzte scharf ab zwischen der &#8222;alchemia transmutatoria&#8220; und der &#8222;alchemia medica&#8220;. Er sah die Aufgabe der Alchemie nicht in der Herstellung von Gold, sondern in der Herstellung von Arzneimitteln. Entsprechend nimmt in seinem Werk die\u00a0\u201ears spagyrica\u201c oder Scheidekunst, mit deren Hilfe eine Quintessenz zu isolieren sei, eine zentrale Stellung ein (dazu nachstehend mehr).<\/p>\n<p><strong>Eine neue Medizin<\/strong><\/p>\n<p>Nichts weniger als das schwebte Paracelsus vor. Er trachtete danach, akademisches Wissen mit praxisbezogenen Erfahrungen sowie den althergebrachten Hausmitteln des Landvolkes zu verkn\u00fcpfen.\u00a0Wegen dieses unkonventionellen Vorhabens schlug Paracelsus vielerorts ein eisiger Wind entgegen&#8230;<\/p>\n<p>1527 wurde Paracelsus als Stadtarzt &amp; Dozent der Medizin nach Basel berufen. Als erster Hochschullehrer \u00fcberhaupt hielt er dort auch Vorlesungen in deutscher Sprache.\u00a0Wegen seiner polemische Verdammung der \u00fcberkommenen medizinischen Autorit\u00e4ten (bis hin zur B\u00fccherverbrennung!) und seiner &#8222;Neuen Medizin\u201c musste er nach knapp einem Jahr aus Basel fl\u00fcchten.<\/p>\n<p>Was kaum \u00fcberrascht, denn unbek\u00fcmmert hatte Paracelsus mit seinen Thesen so ziemlich allen Kollegen in den Brei gespuckt: Die \u00c4rzte waren damals Akademiker, die selten am Krankenbett standen, w\u00e4hrend die Bader d.h. Chirurgen zwar eine praxisbasierte Heilkunde aus\u00fcbten, dies jedoch ohne theoretische Grundlagen taten. Die Apotheker wiederum lebten gut von den antiken Kr\u00e4uterrezepturen eines Galens und Avicennas, welche die \u00c4rzte nach wie vor verschrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Spagyrik:<br \/>\n<\/strong><strong>Alchemistische Heilmittel f\u00fcrs 21. Jahrhundert<\/strong><\/h3>\n<p>Seit Paracelsus wird der Forschungszweig der medizinischen Alchemie als Spagyrik bezeichnet. Spagryik &#8211;\u00a0aus dem <a title=\"Griechische Sprache\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Griechische_Sprache\">Griechischen<\/a> <i>spao\/span<\/i>\u00a0\u201etrennen\u201c und <i>ageirein<\/i> \u201esammeln, vereinigen\u201c &#8211; ist eine grunds\u00e4tzliche Arbeitsweise. Sie beschreibt den Vorgang der Auftrennung (Analyse) eines Stoffes in seine Grundbestandteile,\u00a0deren Reinigung und anschliessende Neuverbindung zu einem Stoff h\u00f6herer Ordnung (S. 56 Lexikon).<\/p>\n<p>Spagyrische Arzneien bleiben auch im 21. Jahrhundert aktuell und werden gerne gekauft, denn: sie wirken. Trotzdem wird ihre Wirksamkeit mit dem Hinweis auf fehlende naturwissenschaftliche Nachweise immer wieder mal bestritten. Tats\u00e4chlich ist die ganzheitliche und kontext-abh\u00e4ngige Sicht der Spagyrik f\u00fcr die\u00a0moderne Arzneimittelkunde eine Herausforderung. Warum? Weil die Pharmakologie danach trachtet, die Wirkung einzelner Substanzen kontext-unabh\u00e4ngig d.h. isoliert im Labor nachzuweisen.<\/p>\n<p>Genau das aber widerspricht dem Kern der modernen alchemistischen Medizin: Sie setzt Heilmittel stets in Bezug zum lebendigen Indivduum und ber\u00fccksichtigt die Wechselwirkung(en) der Wirkstoffe. Solange die isolierte Betrachtung im Labor als wissenschaftliche Maxime G\u00fcltigkeit hat, solange bleibt der geforderte &#8222;wissenschaftliche&#8220; Nachweis schwierig und zwar ganz einfach deshalb, weil die Versuchsanlage von Anfang an nicht zielf\u00fchrend ist &#8211; es nicht sein <em>kann<\/em>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4205\" aria-describedby=\"caption-attachment-4205\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/kristallbilder_aurorapharma.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4205 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/kristallbilder_aurorapharma.png?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"217\" srcset=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/kristallbilder_aurorapharma.png 573w, https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/kristallbilder_aurorapharma-300x217.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4205\" class=\"wp-caption-text\">Einzigartige Kristallisationsmuster, die einen faszinierenden Einblick in die Lebenskr\u00e4fte der Quintessenzen bieten. Bildquelle: <a href=\"https:\/\/www.aurorapharma.com\">Aurora Pharma\u00a0<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Der hohe Grad an Spezialisierung in den Naturwissenschaften wird von Systemtheoretikern schon l\u00e4nger kritisiert, weil dabei der Blick f\u00fcrs grosse Ganze verloren\u00a0gehe. Daraus erkl\u00e4rt sich vielleicht auch das Revival alter \u201eganzheitlicher\u201c Wissenschaften wie der Alchemie, die als alternative Modelle zu neuen wissenschaftlichen Ans\u00e4tzen inspirieren?<\/p>\n<p><strong>Schweizer Alchemist mit eigenem Verfahren<\/strong><\/p>\n<p>Ein eigenwilliger Denker und Forscher war der Schweizer Alchemist Josef L\u00fcthi (1935-2004) der ein eigenes spagyrisches Verfahren entwickelte bzw. patentieren liess (spag. L\u00fcthi) und die Aurora Pharma gr\u00fcndete.<\/p>\n<p>L\u00fcthi hatte offenbar einen besonderen Zugang zu der allegorischen Sprache der Alchemie und entwickelte daraus eigene Bilder und Visionen, die dann vor allem in der Herstellung der Edelstein-Essenzen m\u00fcndete. Pflanzen und Metalle hatte davor z.B. auch schon Paracelsus verarbeitet, von den Edelsteinen ist in der Literatur und Historie kaum etwas bekannt und Josef L\u00fcthi hat hier ganz klar Pionierarbeit geleistet.<\/p>\n<p>L\u00fcthi setzte sich zeitlebens intensiv damit auseinander, wie der Herstellungsvorgang so optimiert werden kann, dass am Ende eine Tinktur entsteht, welche die h\u00f6chsten Heilkr\u00e4fte einer Ausgangssubstanz beinhaltet. In seinen Forschungen st\u00fctzte sich der in Wohlen geborene Alchemist auf die Lehren seines Mentors Dr. Albert Richard Riedel, besser bekannt als Frater Albertus, und vertiefte sich in die Werke von Paracelsus, Dr. med. Zimpel, oder Jakob B\u00f6hme.<\/p>\n<p><strong>200 Schritte bis zur Kr\u00f6nung<\/strong><\/p>\n<p>Das ultimative Ziel des zeitaufwendigen, spagyrischen Herstellungsprozesses ist die sogenannte \u201echymische Hochzeit\u201c. L\u00fcthi drang bei seinen Forschungen bis zum Kern des spagyrischen Wissens vor und fand nach \u00fcber 30 Jahren Forschung einen Weg, eine echte, chymische Hochzeit herzustellen. Gem\u00e4ss Angaben der Aurora Pharma ist er der Einzige, dem dies bisher gelang.<\/p>\n<p>Bei der chymischen Hochzeit werden die vorher getrennten Bestandteile des Rohstoffs d.h. die &#8222;Seele&#8220; (\u00e4therische \u00d6le), der \u201eGeist&#8220; (verg\u00e4rte R\u00fcckst\u00e4nde der Wasserdampfdestillation) und der \u201eK\u00f6rper\u201c (veraschte Pflanzenbestandteile) zu einer v\u00f6llig neuen Substanz zusammengef\u00fcgt.\u00a0Nach dem Verfahren von L\u00fcthi gehen diesem besonderen Ereignis rund 200 Schritte voraus; der genaue <a href=\"https:\/\/www.aurorapharma.com\/unternehmen\/herstellung\">Herstellungsprozess ist hier beschrieben<\/a>.<\/p>\n<p>Deshalb war es ein durchaus feierlicher Moment, als wir dieser besonderen &#8222;Hochzeit&#8220; beiwohnen bzw. sie vollziehen durften ; )<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Quintessenz?<\/strong><\/h3>\n<figure id=\"attachment_4199\" aria-describedby=\"caption-attachment-4199\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_5thelement_hello.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4199 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_5thelement_hello.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_5thelement_hello.jpg 693w, https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/bild_5thelement_hello-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4199\" class=\"wp-caption-text\">THE FIFTH ELEMENT Jetzt ist klar, warum der Streifen so hiess, oder?! <a href=\"http:\/\/www.watchsolarmovie.com\">Bildquelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Quintessenz im Sinne von &#8222;auf den Punkt gebrachte Erkenntnis&#8220; &#8211; dieses Wort verwenden wir immer wieder mal, doch die wenigsten d\u00fcrften wissen, dass es alchemistische Wurzeln hat.<\/p>\n<p>In der Alchemie bezeichnet die Quintessenz das Ergebnis der chymischen Hochzeit. Inhaltlich geht sie auf die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vier-Elemente-Lehre\">Vier-Elemente-Lehre<\/a> des Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) zur\u00fcck. Neben\u00a0Erde, Wasser, Luft und Feuer ist sie das f\u00fcnfte Element\u00a0&#8211; hello Milla Jovovich! &#8211; welches himmlischer Natur ist.<\/p>\n<p>Als Ergebnis des Herstellungsprozesses ist die Quintessenz (lat. <em>quinta essentia<\/em>\u00a0\u201ef\u00fcnfte Wesenheit\u201c) weitaus mehr als die Summe ihrer Teile<b>:\u00a0<\/b>Sie ist das himmlische Element, eine veredelte Version des urspr\u00fcnglichen Rohstoffs, der nun seine h\u00f6chsten Heilkr\u00e4fte entfaltet.<\/p>\n<blockquote><p>Die Quintessenz ist der innerste Wesenskern aller Stoffe, dem eine konservierende und\/oder heilende Kraft eigen ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keine 08\/15-Herstellung<\/strong><\/p>\n<p>Neben Aurora Pharma produzieren auch Hersteller wie Ceres, Dr. Hauschka, Heidak, Weleda, Spagyros oder Wala ihre Heilmittel nach aufwendigen Verfahren, in die viel Zeit und Handarbeit gesteckt werden.<\/p>\n<p>Oft gibt dabei die Natur den Takt an. Stimmt der Zeitpunkt, werden die Bl\u00fcten oder Wildkr\u00e4uter von den Mitarbeitenden auch mal morgens um 04.00 Uhr geerntet oder sp\u00e4tabends im Kerzenschein behutsam und in absoluter Stille von Hand geschnitten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Zyniker und kritische Geister h\u00f6rt sich das alles vielleicht nach Schaumschl\u00e4gerei an. Andere werden in solchen Verfahren durchaus einen Mehrwert erkennen. Wenn alle Materie Schwingung ist, hat auch alles einen Rhythmus, alles seine Zeit. Oder mit Hesse gesprochen: seinen Eigen-Sinn.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align:center;\">&#8222;Einzig der Eigensinn ist es, der nach von Menschen gegebenen Gesetzen nicht fragt. Wer eigensinnig ist, gehorcht einem anderen Gesetz, einem einzigen, unbedingt heiligen, dem Gesetz in sich selbst, dem ,Sinn&#8216; des ,Eigenen&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\"><em>Hermann Hesse (1877-1962)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der grundlegendste menschliche Rhythmus ist die Atmung, welche sich auf einer Makro-Ebene als Ebbe und Flut widerholt und seinen Widerhall sogar im im Universum findet.\u00a0Sogar die Ikone Frankreichs, der Eiffelturm, dehnt sich in den Gezeiten der Jahreswechsel aus und zieht sich wieder zusammen: Rund 10-15cm l\u00e4nger wird er bei sommerlichen Temperaturen im Vergleich zu frostigem Wetter!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Arzneimittel mit &#8222;Seele&#8220;<\/strong><\/h3>\n<p>Sofortige Bed\u00fcrfnisbefriedigung und m\u00f6glichst umfassende Kontrolle \u2013 diese gesellschaftlichen Anspr\u00fcche sind Realit\u00e4t. Medikamente sollen jederzeit verf\u00fcgbar sein, die Wirkung umgehend eintreten. Denn: Wir m\u00fcssen ja schnell weitermachen, haben viel zu tun in unserem rasend besch\u00e4ftigten Leben.<\/p>\n<p>Wie bequem also, dass konventionelle Pillen von der Pharma-Industrie im Handumdrehen standardisiert und in grossen Mengen hergestellt werden k\u00f6nnen, sobald die chemische Rezeptur einmal steht. Die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Rohstoffe werden k\u00fcnstlich hergestellt und lassen sich jederzeit in der gew\u00fcnschten Menge und in wissenschaftlich &#8222;gleichbleibender&#8220; Qualit\u00e4t (re-)produzieren.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu ist die Spagyrik \u2013 was Menge und Qualit\u00e4t der ben\u00f6tigten Rohstoffe betrifft \u2013 von den Launen der Natur abh\u00e4ngig. Anstelle dem technologisch getriebenen Machbarkeitswahn zu verfallen, werden hier die Grenzen der Natur implizit anerkannt:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Umgang mit den nat\u00fcrlichen Ressourcen ist wertsch\u00e4tzend.<\/li>\n<li>Das mehrstufige spagyrische Veredelungsverfahren zielt darauf ab, die &#8222;Lebenskraft&#8220; der Rohstoffe zu erhalten bzw. deren Wirkung bestm\u00f6glich zu steigern.<\/li>\n<li>Zus\u00e4tzlich zur Symptombek\u00e4mpfung d.h. raschen Schmerzlinderung steht bei spagyrischen Pr\u00e4paraten immer auch die Aktivierung der Selbstheilungskr\u00e4fte im Fokus.<\/li>\n<li>Die Behandlung sieht den Menschen als Individuum.<\/li>\n<li>Die Wirkung des Arzneimittels ergibt sich u.a. aus dem Wechselspiel zwischen Wirkstoffen und dem lebendigen Organismus des erkrankten Menschen (was sich eben im Labor nicht bzw. kaum reproduzieren l\u00e4sst).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die moderne Wissenschaft ist aufgrund der ihr zugrunde liegenden Wertvorstellungen und der von ihr bevorzugten Versuchsanordnungen ist solchen Argumenten nur sehr verhalten zug\u00e4nglich. Aber vielleicht bringen sie in Dir etwas zum Klingen?<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align:center;\">\u201eMan sieht nur mit dem Herzen gut.\u201c<br \/>\n<em>aus: \u201eDer kleine Prinz\u201c,<br \/>\nAntoine de St. Exup\u00e9ry (1900-1944)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wer das n\u00e4chste Mal in der Drogerie oder Apotheke steht, wird sich hoffentlich in Erinnerung rufen k\u00f6nnen, warum solche pflanzliche Pr\u00e4parate ihren Preis haben und worin der qualitative Unterschied besteht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>_ _ _<\/p>\n<p>Falls Du bis hierher durchgehalten hast:<\/p>\n<p>Dieses Post ist (wie alle anderen auf diesem Blog verf\u00fcgbaren Beitr\u00e4ge) aus Interesse am Thema entstanden also kein Advertorial und auch kein Versuch, Dich von irgendwas zu \u00fcberzeugen : ) Da unser Permakultur-Projekt <a href=\"http:\/\/www.whichgarden.org\">Which?Garden<\/a> einen Heilkr\u00e4utergarten umfasst, haben wir uns gerne bei einigen spannenden Unternehmen umgesehen. So kam es, dass wir im Rahmen eines Besuchs der <a href=\"http:\/\/www.aurorapharma.com\">Aurora Pharma<\/a> auf dieser ganz besonderen &#8222;Hochzeit&#8220; tanzen und mehr \u00fcber die medizinische Alchemie erfahren durften. Das in Affoltern am Albis ans\u00e4ssige Unternehmen stellt seine spagyrischen Urtinkturen aus Pflanzen, Mineralien und Metallen nach alchemistischen Prinzipien her. Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Dr. Renato Kaiser und seinem Team, insbesondere Herrn Benjamin Maeles und Herrn Samuel Zumb\u00fchl, f\u00fcr den freundlichen Empfang und die spannende F\u00fchrung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>______________<\/p>\n<p><strong>Quellen\/weiterf\u00fchrende Links &amp; Literatur:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/2017\/11\/18\/grune-antibiotika\/\">Blog-Post &#8222;Gr\u00fcne Antibiotika&#8220;<\/a><\/p>\n<p>Geschichte der Alchemie, Hans-Werner Sch\u00fctt,\u00a0ISBN 9783406466380<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/allgemein\/der-stein-der-weisen-alchemie-von-klaus-priesner-karin-figala-hrsg\/\">Lexikon der Alchemie, Claus Priesner und Karin Figala (Hrsg.)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/anthroblog.anthroweb.info\/2012\/alchemie-paracelsus-und-die-deutsche-naturphilosophie\/\">https:\/\/anthroblog.anthroweb.info\/2012\/alchemie-paracelsus-und-die-deutsche-naturphilosophie\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spagyrik\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spagyrik<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_der_Chemie\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_der_Chemie<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-3VrMnoIQl4\">Essay von Hermann Hesse \u00fcber \u201eEigensinn\u201c als H\u00f6rbuch auf Youtube<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alchemie &#8211; das Wort klingt geheimnisvoll und verstr\u00f6mt mehr als einen Hauch von Mittelalter&#8230; Was genau aber verbirgt sich dahinter? Als alter Zweig der Naturphilosophie bezeichnet Alchemie ab dem 1.\/2. 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