{"id":3541,"date":"2017-03-14T07:38:38","date_gmt":"2017-03-14T06:38:38","guid":{"rendered":"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/?p=3541"},"modified":"2017-03-14T07:38:38","modified_gmt":"2017-03-14T06:38:38","slug":"1-ps-10-wochen-1000-kilometer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archive.fougerette.org\/?p=3541","title":{"rendered":"1 PS, 10 Wochen, 1000 Kilometer"},"content":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchling 2015 hielt\u00a0<a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/2015\/05\/07\/meet-volkisteffi\/\">Steffi<\/a>\u00a0als Bauleiterin und Hausmutter in Personalunion auf Fougerette die Z\u00fcgel in den H\u00e4nden. Damals reiste sie per Traktor mit ihrem Bauwagen aus der Schweiz an.\u00a0Die Nase im Wind, die Strasse vor sich &#8211; die Lust am Abenteuer liegt Steffi offenbar im Blut, denn\u00a0die gelernte Schneiderin war fr\u00fcher bereits w\u00e4hrend mehrerer Saisons als\u00a0Mitstreiterin mit dem <a href=\"http:\/\/pipistrello.ch\">Circolino Pipistrello<\/a> unterwegs, sp\u00e4ter auch mit dem Circo Soluna in Ungarn. Nach dem Abschluss ihres Studiums in Vermittlung von Kunst und Design an der ZHDK hat sie die Z\u00fcgel erneut in die H\u00e4nde genommen: Allein mit einem Packpferd wanderte sie zehn Wochen lang durch S\u00fcddeutschland und die Schweiz. Ein Bericht \u00fcber ein (Lebens-)Kunstprojekt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3653\" aria-describedby=\"caption-attachment-3653\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8519a1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3653 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8519a1.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3653\" class=\"wp-caption-text\">Ross &amp; &#8222;Lenkerin&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>INTERVIEW<\/strong><\/p>\n<p><strong>Steffi, zehn Wochen alleine mit einem Packpferd zu Fuss unterwegs, das klingt schon ziemlich verr\u00fcckt&#8230; Genau so eine Prise Wahnwitz steckt ja auch in unserem Schlossprojekt, deshalb lieben wir so inspirierende Taten : )\u00a0Was hat dich zu diesem Projekt motiviert?<\/strong><\/p>\n<p>Es war ein lang gehegter Traum. Ich wollte wissen, wie es ist, mit einem Pferd unterwegs zu sein, einem Pferd nah sein zu m\u00fcssen. Auch bin ich gerne draussen. So mitten in der Stadt wohnend ist es schwierig, sich Raum und Grund f\u00fcrs Draussensein zu schaffen. Mit diesem Wanderprojekt hatte ich beides. Unterwegs sein bedeutet f\u00fcr mich etwas zu wagen und zu erleben, es ist der Schritt dazu, den Zufall und das Gl\u00fcck herausfordern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3646\" aria-describedby=\"caption-attachment-3646\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8404a1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3646 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8404a1.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3646\" class=\"wp-caption-text\">Grossartiges Panorama<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Du sprichst von Gl\u00fcck und Zufall. Wie w\u00fcrdest Du Deine Reise r\u00fcckblickend beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Manchmal unglaublich sch\u00f6n, manchmal furchtbar und schlussendlich einfach grossartig.<\/p>\n<p><strong>Welche H\u00fcrden musstest Du \u00fcberwinden, um deinen Traum wahr zu machen?<\/strong><\/p>\n<p>Die erste Herausforderung war, \u00fcberhaupt ein Pferd zu finden, das ich auf die Reise mitnehmen durfte. Dann folgte die ganze Materialbeschaffung, angefangen beim Packsattel, dann Packtaschen und Plane n\u00e4hen und \u00fcberhaupt herausfinden, was es f\u00fcr eine solche Reise braucht. Eine grosse Hilfe war mir dabei meine Projektmentorin Mirjam Spring, die mich mit der richtigen Literatur, mit Material und vielen hilfreichen Tipps eindeckte.<\/p>\n<p><strong>Kanntest Du Dich schon mit Pferden aus &#8211; und wo hast Du \u00fcberhaupt eins gefunden?<\/strong><\/p>\n<p>Meine Pferdeerfahrung beschr\u00e4nkte sich auf den klassischen Reitunterricht als Teenie und gelegentliches Reiten oder Spazieren mit Pferden bei Freunden. Ich muss gestehen, ich habe mir oft ein ge\u00fcbteres Auge f\u00fcr die Befindlichkeit und die K\u00f6rpersprache des Pferdes gew\u00fcnscht. (<em>grinst<\/em>)<\/p>\n<p>Als ich merkte, dass Mund-zu-Mund-Propaganda nichts half, machte ich ein Inserat auf tierinserate.ch und prompt meldete sich zu meinem grossen Gl\u00fcck <a href=\"http:\/\/www.ferienwelt-suedschwarzwald.de\/Media\/POIs\/Reiten-in-Hierholz\/(listnode)\/1916\">Agathe Reithaar vom Dachsberg<\/a> im Schwarzwald. Ihre ganze Familie betreibt dort einen Hof, sie geben Reitunterricht, bieten Ausritte an, reiten Pferde ein und z\u00fcchten Connemara-Ponies.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3649\" aria-describedby=\"caption-attachment-3649\" style=\"width: 251px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3649\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8447a1.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"251\" height=\"188\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3649\" class=\"wp-caption-text\">Rosie<\/figcaption><\/figure>\n<p>Agatha hat mir als Pferd sofort Rosie vorgeschlagen. Die Idee war, dass dieses Pferd durch das intensive Laufen Muskeln aufbaut, mit dem Gewicht auf dem R\u00fccken umzugehen lernt und sich daran gew\u00f6hnt, alleine mit einem Menschen unterwegs zu sein. Auch der zuverl\u00e4ssige, freundlich Charakter der Connemaras sprach daf\u00fcr, dass Rosie eine gute Begleiterin sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Hat sich diese Einsch\u00e4tzung von Rosies Charakter best\u00e4tigt?<\/strong><\/p>\n<p>Absolut! Sie war eine treue Begleiterin, kam \u00fcberall mit und wenn es darauf ankam, behielt sie stets die Nerven. Gestaunt habe ich beim versehentlichen Gang \u00fcber eine\u00a0H\u00e4ngebr\u00fccke in Thusis, die ich &#8211; ganz in Gedanken versunken &#8211; gar nicht richtig wahrgenommen hatte. Bis es dann zu sp\u00e4t war, denn wenden konnte ich das Pferd auf der schmalen Br\u00fccke nicht mehr&#8230; Ohne mich zu \u00fcberrennen oder in Panik zu geraten hat Rosie es \u00fcber die immer st\u00e4rker schwingende Br\u00fccke geschafft. Ich war danach total\u00a0erledigt, Rosie nat\u00fcrlich die Ruhe selbst.<\/p>\n<p>Gut, in den Punkten Hufe auskratzen und Sich-Striegeln-Lassen\u00a0sind wir uns nie ganz einig geworden und das hat mich tats\u00e4chlich wiederholt auf die Palme getrieben. Eben in genau dieser Sache h\u00e4tte ich mir mehr Pferdeerfahrung in Pferdeerziehung gew\u00fcnscht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3636\" aria-describedby=\"caption-attachment-3636\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/arjazmue3mdqtrtuyqs00rjjflue1njctoungmkm5njbemeq3qgludgvybgjsessionid18232021e9a6a6273256c41d0a8490e5-n21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3636 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/arjazmue3mdqtrtuyqs00rjjflue1njctoungmkm5njbemeq3qgludgvybgjsessionid18232021e9a6a6273256c41d0a8490e5-n21.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/arjazmue3mdqtrtuyqs00rjjflue1njctoungmkm5njbemeq3qgludgvybgjsessionid18232021e9a6a6273256c41d0a8490e5-n21.jpg 1280w, https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/arjazmue3mdqtrtuyqs00rjjflue1njctoungmkm5njbemeq3qgludgvybgjsessionid18232021e9a6a6273256c41d0a8490e5-n21-300x200.jpg 300w, https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/arjazmue3mdqtrtuyqs00rjjflue1njctoungmkm5njbemeq3qgludgvybgjsessionid18232021e9a6a6273256c41d0a8490e5-n21-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/arjazmue3mdqtrtuyqs00rjjflue1njctoungmkm5njbemeq3qgludgvybgjsessionid18232021e9a6a6273256c41d0a8490e5-n21-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3636\" class=\"wp-caption-text\">Es geht los! Abreise vom Dachsberg&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Das klingt abenteuerlich! Wie lange warst Du letztlich unterwegs?<\/strong><\/p>\n<p>Los ging\u2019s Ende Juli 2016 im Schwarzwald und genau 10 Wochen sp\u00e4ter bin ich wieder auf dem Dachsberg angekommen. F\u00fcr die letzten Vorbereitungen und die ersten Wanderungen verbrachte ich vorg\u00e4ngig noch 10 Tage bei Rosie auf dem Hof.<\/p>\n<p><strong>Wie war Dein Tagesablauf auf der Reise?<\/strong><\/p>\n<p>Da war t\u00e4glich der Versuch, richtig fr\u00fch aufzustehen, so um 6 Uhr&#8230;\u00a0Es wurde dann aber meistens doch 8 Uhr. Vom Aufstehen bis zum Loslaufen brauchte ich rund\u00a03 Stunden. Nur selten schaffte ich es schneller geschafft und es ist mir bis\u00a0jetzt noch ein R\u00e4tsel, warum das\u00a0nie m\u00f6glich war. Aber es gab halt immer noch etwas zu richten, flicken oder schwatzen. Nach dem Aufbruch\u00a0war ich jeweils 2 bis 3 Stunden unterwegs, dann Mittagspause mit Abladen und anschliessend nochmals ein St\u00fcck laufen und Nachtplatz suchen. An einem neuen Ort angekommen, kam dann Pferd absatteln, pflegen, f\u00fcttern, Zaun einrichten, anschliessend etwas f\u00fcr mich kochen und zu guter letzt in den Schlafsack schl\u00fcpfen und in sekundenschnelle in den Tiefschlaf kippen. Tagebuch schreiben oder andere ernsthafte Gedanken mussten bis zum Morgengrauen warten.<\/p>\n<p><strong>Wie haben die Menschen auf Dich und Dein Ross reagiert?\u00a0Gibt es Begegnungen, die Dir besonders im Ged\u00e4chtnis geblieben sind?<\/strong><\/p>\n<p>Die Reaktionen der Leute haben mich regelrecht ermuntert und vorangetrieben. Die weisse Rosie muss ein so sch\u00f6nes Bild abgegeben haben. Die Leute waren oft sehr angetan und es kam meistens zu einem Schwatz oder ich durfte dadurch auf den H\u00f6fen \u00fcbernachten. Rosie \u00f6ffnete mir die T\u00fcr zu vielen sch\u00f6nen Begegnungen und Gespr\u00e4chen. Oft haben sie gestaunt, dass ich alleine unterwegs bin. Es ist schwierig zu sagen, welche Begegnung mir besonders im Ged\u00e4chtnis geblieben ist, weil kaum denke ich an die eine, kommt mir die andere in den Sinn und ich denke dann, die war aber auch sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Aber um zwei zu erw\u00e4hnen: Das eine war die Vorbereitungszeit auf dem Dachsberg bei der Familie Reithaar-Appenzeller, das war richtig toll. Und das andere, da war ich in der Linth-Ebene unterwegs. Wir waren beide schon beim Loslaufen m\u00fcde. Ich zog Rosie schon fast hinter mir her und dachte: \u201eHeute besser nicht so weit\u201c. Es kam nat\u00fcrlich ganz anders! Als ich die Ebene bereits passiert hatte und oben irgendwo \u00fcber Altendorf am Berg war, suchte ich w\u00e4hrend zwei Stunden vergeblich nach einer Bleibe. Rosie h\u00e4tte l\u00e4ngst eine Pause verdient und ich f\u00fchlte mich unertr\u00e4glich ratlos. Irgendwann meinte der eine Wirt, ich soll es oben im Stollen versuchen, dort gehe es bestimmt. Das bedeutete nochmals 1 km den Berg hochlaufen, ohne zu wissen, ob es wirklich klappen w\u00fcrde&#8230; Zuerst z\u00f6gerte ich, aber kaum machte ich mich mit vielen unn\u00f6tigen antreibenden Zurufen an Rosie auf den Weg, da hielt ein Auto mit dem rettenden Engel darin. Ich fragte, ob er vom Stollen sei und es m\u00f6glich w\u00e4re, bei ihm zu \u00fcbernachten. Er \u00fcberlegte und meinte, ja das gehe irgendwie und brauste schon mal voraus. Also stakste ich l\u00e4rmend hinterher. Oben angekommen, wurde ich herzhaft empfangen und es wartete auf mich alles, was das Wanderherz begehrte: Stall und Weide f\u00fcrs Pferd und f\u00fcr mich ein warmes Zimmer, zudem durfte ich einen Pausentag einlegen, W\u00e4sche waschen und \u2013 oh Wohltat! \u2013 duschen.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-3541 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/archive.fougerette.org\/?attachment_id=3651'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8470a1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/archive.fougerette.org\/?attachment_id=3645'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8385a1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-3645\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-3645'>\n\t\t\t\tVerschiedene Nachtlager\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/archive.fougerette.org\/?attachment_id=3642'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8320a1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/archive.fougerette.org\/?attachment_id=3643'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8345a1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/archive.fougerette.org\/?attachment_id=3639'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8272a1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/archive.fougerette.org\/?attachment_id=3647'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8421a1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/archive.fougerette.org\/?attachment_id=3620'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/archive.fougerette.org\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8356a-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong>Stichwort Hygiene, wie bist Du damit umgegangen? Zwischendurch hast Du ja auch ganz allein unter freiem Himmel \u00fcbernachtet&#8230;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_3648\" aria-describedby=\"caption-attachment-3648\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8427a1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3648 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8427a1.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3648\" class=\"wp-caption-text\">Schlafen unter freiem Himmel<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ja, unter freiem Himmel war es besonders sch\u00f6n. Die N\u00e4he zum Pferd&#8230; mitten in der Nacht konnte ich \u201eRosie\u201c murmeln und sie antwortete grummelnd. Es war auch der Moment, um in Ruhe zu kochen und den Geschehnissen der letzten Tagen nachzuh\u00e4ngen. Erstaunlicherweise habe ich mich draussen immer aufgehoben gef\u00fchlt, sogar im Graub\u00fcnden zur Jagdzeit. W\u00e4re Rosie braun gewesen, h\u00e4tte ich es wohl vermieden. Aber ich dachte: \u201eSo bl\u00f6d wird nicht mal der besoffenste J\u00e4ger sein, auf ein schneeweisses Tier zu schiessen\u201c.<\/p>\n<p>Was die Hygiene betrifft: Zwischendurch eine sch\u00f6ne Dusche zu bekommen, die Gelegenheit gab es immer wieder und es ist auch nicht so tragisch, ein paar Tage vor sich hin zu stinken. <em>(lacht)<\/em>\u00a0Solange\u00a0man sich im Wald aufh\u00e4lt oder an einem vorbeikommt, l\u00e4sst sich meistens auch ein stilles \u00d6rtchen finden. Ich habe allerdings darauf geachtet keine Spuren zu hinterlassen und das hiess jeweils: Loch graben, Gesch\u00e4ft rein, danach zudecken, das gebrauchte WC-Papier mitnehmen und verbrennen oder in den n\u00e4chsten Abfall schmeissen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3614\" aria-describedby=\"caption-attachment-3614\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8269a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3614 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8269a.jpg?w=225\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3614\" class=\"wp-caption-text\">Sch\u00f6ne Architektur &#8211; bloss: Wo kann ich aufs Klo?!<\/figcaption><\/figure>\n<p>Allerdings hat mich\u00a0das Thema WC doch ein paar Mal in unangenehme Situationen gebracht. Was macht man am heiterhellen Tag mitten in der Agglomeration, wenn weit und breit kein Wald in Sicht ist und man urpl\u00f6tzlich und ganz dringend man aufs Klo muss? Sich einfach am Strassenrand zu erleichtern ist hierzulande ja doch\u00a0nicht gerade \u00fcblich. Also f\u00fchrte mich die Not aufs n\u00e4chste Haus zu, etwas widerwillig wurde mir der Gang aufs WC gew\u00e4hrt. F\u00fcr die n\u00f6tige Sympathie sorgte Rosie, die in meiner Abwesenheit fleissig mit Zucker gef\u00fcttert wurde. Als ich zur\u00fcck kam schaute ich die Frau erstaunt an und fragte ungl\u00e4ubig: \u201eWas, Sie f\u00fcttern dem Pferd Zucker?\u201c Sie strahlt mich an und meinte: \u201e Ach, das macht nichts, das haben wir fr\u00fcher immer so gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Es\u00a0kam nat\u00fcrlich\u00a0auch mal vor, dass ich, Rosie am F\u00fchrstrick haltend, ein &#8222;Seeli&#8220; am Wegrand hinterliess, weil es keine andere, vern\u00fcnftige M\u00f6glichkeit gab.\u00a0Einmal auf einer Waldwiese habe ich dabei den F\u00fchrstrick losgelassen und sogar \u00fcber den Packsattel gelegt. Ich ging davon aus, dass sich Rosie wie sonst auch\u00a0aufs Gras st\u00fcrzen und fressen w\u00fcrde. Weit gefehlt! Genau dieses eine Mal verstand sie das als Einladung, sich z\u00fcgig davon zu machen und im\u00a0Geb\u00fcsch zu verschwinden. Ich riss\u00a0meine Hosen wieder hoch und stolperte ihr panisch schreiend hinterher. Auf dem Weg lagen\u00a0alle paar Meter zerstreute Gep\u00e4ckst\u00fccke\u00a0&#8211;\u00a0Feldflasche, der Gaskocher und anderes Zeugs\u00a0&#8211; und zuletzt an der Kreuzung lag eine der beiden Seitentaschen abgerissen. Weiter vorne erblickte ich dann Gott sei Dank Rosie &#8211; der Sattel war bereits auf die Seite gerutscht, die andere Seitentasche hing zwischen ihren\u00a0Beinen. Ich rannte zu ihr, konnte sie einholen und das ganze Desaster provisorisch wieder herrichten. Erst eine Stunde sp\u00e4ter besinnte ich mich meiner Notdurft und erledigte diese, Rosie haltend am Wegrand.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3613\" aria-describedby=\"caption-attachment-3613\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8244a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3613 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8244a.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3613\" class=\"wp-caption-text\">Wald-Idylle<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Du hast pro Tag zwischen 8 bis 25 Kilometer zur\u00fcckgelegt. Wie f\u00fchlt sich die Welt aus\u00a0dieser Langsamkeit heraus an?<\/strong><\/p>\n<p>Ich weiss nicht, ob die Langsamkeit entscheidend ist. Eher ist es die Reduktion auf eine einzige Idee, der man nachgeht. Es ist die Schwebe zwischen Plan und Zufall. Damit meine ich, es zu nehmen, wie\u2019s kommt, angewiesen zu sein auf die Grossz\u00fcgigkeit und Offenheit der Leute und doch den Schwung und die Richtung beibehalten. Man \u00fcbergibt sich der Gesellschaft und der Natur. Es ist ein intensives Erleben, die Hochs und die Tiefs liegen manchmal unertr\u00e4glich nah beieinander. Ich entwickelte eine unendliche Dankbarkeit f\u00fcr jede Freundlichkeit und alles was einfach funktionierte.<\/p>\n<p><strong><strong>Welche Schwierigkeiten gab es denn unterwegs? Und hast Du diese erwartet oder waren es letztlich ganz andere Probleme, die Dich\u00a0besch\u00e4ftigten?<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Schwierig fand ich es, \u00fcberhaupt mit den Vorbereitungen zu starten. Vorab fragte ich mich, was denn eigentlich der n\u00e4chste Schritt sein m\u00fcsste. Als es soweit war und ich feststellen musste, dass nichts mehr fehlte und ich Abmarsch bereit war, war ich regelrecht \u00fcberrascht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3626\" aria-describedby=\"caption-attachment-3626\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8464a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3626\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8464a.jpg?w=225\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3626\" class=\"wp-caption-text\">Gesellschaft f\u00fcr Rosie<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bef\u00fcrchtet habe ich vor allem, dass Rosie es nicht packen k\u00f6nnte, allein mit mir unterwegs zu sein. Pferde sind ja Herdentiere und nicht gern allein. Ich machte mir Sorgen, dass sie nachts keine Ruhe finden und aus dem Zaun ausbrechen k\u00f6nnte. Ich stellte mich auf Koliken, Fehltritte, verlorene Hufeisen usw. ein. Nichts von dem geschah, im Gegenteil! Auf Rosie war totaler Verlass. Schwieriger waren eher die \u00e4usseren Einfl\u00fcsse, der Zoll, das Milit\u00e4r, die tausend Sachen, die ich verlor, steile bergige Aufstiege und bei der Suche nach \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten, dass die Entscheidungsberechtigten \u00fcber Land und Hof noch nicht zu Hause waren.<\/p>\n<p><strong>Hast Du unterwegs auch mal ans Aufgeben gedacht?<\/strong><\/p>\n<p>Oh ja, immer wieder! Und doch w\u00e4re es nicht in Frage gekommen. Die anf\u00e4ngliche kaum l\u00f6sbare Packerei und die vielen Dinge die laufend auszubessern waren, dazu ein zappelndes Pferd, das sich nicht putzen lassen wollt, das war zum Verzweifeln. Sp\u00e4ter waren es R\u00fcckenschmerzen, die mich stets begleiteten. Aber solange es der Rosie gut ging und das Gl\u00fcck an meiner Seite war, wollte ich diesen lang gew\u00fcnschten und geplanten Ausnahmezustand nicht aufheben. Im Grunde ist aufh\u00f6ren schwieriger als weitermachen.<\/p>\n<p><strong>Du hast auf Deiner Reise sowohl im w\u00f6rtlichen als auch im \u00fcbertragenen Sinne neue Horizonte entdeckt. Welche Tipps w\u00fcrdest Du M\u00f6chtegern-Nachahmer\/-innen geben?<\/strong><\/p>\n<p>Die Reise hat mir viel Zuversicht gegeben und den Mut, einige Dinge zu ver\u00e4ndern. Mein geographischer Horizont hat sich vor allem zum Schwarzwald hin erweitert. Sch\u00f6n sind da die ruhigen Wege ohne die unangenehmen \u00dcberraschungen wie ich sie von der Schweiz her kenne. Durch die fehlenden Bergspitzen als Orientierungspunkte und die l\u00e4ngeren Strecken im Wald verliert man allerdings schnell die Orientierung, kann sich leicht versch\u00e4tzen und dann landet man pl\u00f6tzlich viel n\u00f6rdlicher als geplant.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3617\" aria-describedby=\"caption-attachment-3617\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8318a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3617 size-medium\" src=\"https:\/\/fougerette.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/img_8318a.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3617\" class=\"wp-caption-text\">Volki hat mit angepackt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Tipps f\u00fcr Nachahmer? Entscheidend ist eine gute Vorbereitung. Das Material muss stimmen. Der Hufbeschlag muss gut sein, Zollangelegenheiten w\u00fcrde ich vermeiden und je mehr Kenntnisse \u00fcbers Pferd, desto besser. Ideal ist auch eine Mischung zwischen einem Plan haben und flexiblem Handeln in der Situation. Sehr gut ist auch, sich Fehler nicht \u00fcbel zu nehmen, sondern einfach das Beste daraus machen. Der Fotoapparat, welcher auf der Strecke liegengeblieben ist, bescherte Rosie, Volki und mir beispielsweise eine sch\u00f6ne und entspannte Wild\u00fcbernachtung.<\/p>\n<p><strong>Werfen wir zum Schluss einen Blick in die Kristallkugel: Welches Projekt oder welche Reise steht denn als n\u00e4chstes an?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Es w\u00e4re sch\u00f6n, nochmals eine Tour mit Pferden zu machen. N\u00e4chstes Mal nicht alleine, es muss auch nicht ganz so lang sein, wahrscheinlich eher ein Ferienprojekt. Vielleicht im Schwarzwald, vielleicht im franz\u00f6sischen Jura oder gleich vom Schwarzwald in den Jura, oder&#8230; Ach, eine genaue Vorstellung existiert nicht. Aber, hi hi, irgendwo war ja mal noch die Idee bis ins Ch\u00e2teau de Fougerette zu pilgern&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchling 2015 hielt\u00a0Steffi\u00a0als Bauleiterin und Hausmutter in Personalunion auf Fougerette die Z\u00fcgel in den H\u00e4nden. 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